AudioTestberichte

Der Blue Yeticaster im Test

Blue Microphones hat sich in den letzten Jahren durchaus einen Namen gemacht: Zuvor seit 1995 für den reinen professionellen Einsatz prädestiniert, wendet sich das Unternehmen immer mehr an den „einfachen“ Endkonsumenten und bietet hochwertiges und doch bezahlbares Ton-Equipment für den Heimgebrauch an.

Mit dem Blue Yeti* gelang Blue dann der Durchbruch im Heimgebrauch: Das USB-Mikrofon mit hochwertiger Dreikapsel-Architektur ist bezahlbar und hochwertig zugleich.

Der handliche Formfaktor, der Tisch-Ständer und die einfache Einrichtung per USB und proprietärem Treiber verhelfen seit jeher Streamern, Youtubern und Podcastern zu akustisch hochwertigen Aufnahmen für ihren Content.

Über die Jahre hinweg zu einem Evergreen mutiert, ist es also mehr als konsequent auf dem Erfolg aufzubauen und das Yeti Kapsel-Mikrofon im Bundel mit einem ebenso hochwertigen Arm und der neusten hauseigenen Mikrofon-Spinne zu einem Bundle zu schnüren.

Hochwertiges Gespann

Das „Yeticaster*“ genannte Bundle kommt, wie eingangs schon erwähnt, mit dem eigentlichen Blue Yeti USB-Mikrofon*, einem Compass Premium Auslegerarm* und dem neuen Radius III Shockmount* daher. Alles in stilistischem Carbonschwarz gehalten. Selbst das Yeti Mikrofon* bekam eigens für das Bundle dieses Gewand, da die Farbe eigentlich für die Pro-Variante des Dreikapsel-Mikrofons reserviert ist.

Es macht Sinn, sich zu Beginn viel Zeit mit der Platzierung und dem Aufbau des Auslegerarms zu nehmen: Die C-Klemme lässt sich leicht per Schraube mit eigener Unterlegscheibe an der Schreibtischplatte befestigen. Besonders durchdacht und hochwertig ist die Verbindung zum restlichen Teil des Auslegerarms, denn ein magnetischer Schacht für den langen, massiven Stift des Arms hält die Befestigung sauber und frei schwenkbar im Lauf.

Blue Yeti USB-Mikrofon + Arm
Stromverbrauch:5V 150mA
Sample Rate:48 kHz
Bitrate:16-bit
Kapselarchitektur:3 Blue 14mm Kondensator-Kapseln
Ausrichtungs-Modi:Cardioid, Bidirectional, Omnidirectional, Stereo
Rückkopplungsfrequenz:20Hz – 20kHz
Maximale SPL:120dB (THD: 0.5% 1kHz)
Maße:4.72″ (12cm) x 4.92″(12.5cm) x 11.61″(29.5cm)
Gewicht:0,55 kg + Halterung (1kg~)
Integrierter Kopfhörerverstärker (Mic-Monitor)
Impedanz:16 Ohm
Netto-Output:130 mW
THD:0.009%
Rückkopplungsfrequenz15 Hz – 22 kHz
Signalstärke100dB
Systemvoraussetzungen
Windows 7, 8.1, oder 10 aufwärts
macOS 10.10 auswärts
USB 1.1/2.0/3.0

Das Radius III Shockmount* wird ebenso simpel per Schraube am Compass Premium* befestigt: Kopfüber frei hängend soll das Yeti Dreikapsel-Mikrofon zuverlässig vor (Stoß-)Geräuschen und Vibrationen des Tisches abzuschirmen. Dabei befindet sich die Mikrofon-Spinne erstaunlich straff in der Halterung, auch wenn das Gerät darin beweglich bleibt.

Summa summarum ergibt sich ein professionell anmutendes Gespann, welches sich mit seiner Verarbeitung und Farbgebung leicht ins Gesamtbild einfügen dürfte.

Die Praxis

Das USB-Kabel des Blue Yeti* kann am ganzen Mikrofonschwenkarm entlang in einer versteckten Kabelführung eingelassen werden. Dem Paket liegt ein Kabel, nebst 3/8-5/8 Adapter bei. Die Einrichtung geschieht per proprietärem Treiber im wahrsten Sinn des Wortes „Plug and Play“: Da das Mikrofon Verstärkungsregler, Mute-Taste und Kapsel-Ausrichtungen (dazu gleich mehr) physikalisch verbaut hat, ist per se auch keine weitere Justierung out-of-box notwendig.

Die erwähnten Voreinstellungen geben dem Nutzer die Möglichkeit, die Anwendung des Geräts an die jeweilige Situation anzupassen: Niere, Acht, Kugel und Stereo stehen zur Verfügung. Hierbei wird zum Beispiel etwa festgelegt, dass das Yeti nur die Front erfasst. Generell fühlt sich die Haptik gerade bei diesen Anpassungen sehr hochwertig an: Der Regler lässt sich nur mit leichter Mühe verstellen und ein klares Einrasten gibt ihm festen Halt.

Das Mikrofon kommt des Weiteren mit einem Kopfhörerausgang mit einer Monitoring-Funktion daher. Die Lautstärke der Monitoring-Stimme lässt sich ebenfalls bequem am Yeti* selbst festlegen.

Ebenfalls besonders nützlich: Der Treiber sorgt dafür, dass das Dreikapsel-Wunder auch als Audioausgabe festgelegt werden und sich somit die reguläre Tonausgabe zur Monitoring-Stimme dazu gesellt.

Nach einigen Wochen intensiver Nutzung machen sich auch an den Scharnieren oder Schwenkfassung des Auslegerarms keinerlei Abnutzungserscheinungen bemerkbar. Das Gerüst lässt sich sauber um die Achse drehen und somit ohne Umwege aus dem Blickfeld des Anwenders oder etwa der Kamera bewegen.

Auch die Mikrofonspinne, alias Radius III*, vermittelt bisher keinerlei Inkonsistenz in der Balance der Halterung. Einziges Manko ist hier vielleicht der versetzte Schwerpunkt des Yeti Mikrofons, welcher das Schockmount schnell einseitig belastet.

Die Erfassung der Stimme im Alltag ist klar und deutlich. Nicht umsonst hat das Yeti sich über die Jahre zum Evergreen-Produkt schlechthin entwickelt. Und darauf ist Blue sichtlich stolz: Das neue Gespann aus Schwenkarm, Shockmount und Dreikapsel-Mikrofon könnte kein besserer Einstieg in die professionelle Akustikwelt sein.

Fazit

Bei einem Bundle-Preis von derzeit* 156,00€ kann man mit dem Blue Yeticaster* nichts falsch machen. Neben dem großartigen, seit Ewigkeiten bewährten Yeti Dreikapsel-Mikrofon bekommt man den sauber verarbeiteten Compass Schwenkarm* und das Radius III Shockmount*. Letzteres verrichtet seine Arbeit zwar wie der Rest einwandfrei – wird vom Yeti jedoch gerne einseitig belastet.

Am Ende bleibt jedoch ein toller, runder Eindruck zurück und die hochwertige Verarbeitung tut ihr Übriges. Wer bei der Suche nach einem guten Mikrofon in Gedanken am Blue Yeti* hängen blieb, sollte sich definitiv Gedanken über den leichten Aufpreis des Bundles machen: Zwar fehlt der ursprüngliche Standfuß des Produkts; diesen vermisst man dank des flexiblen Schwenkarms allerdings in keiner Weise.

* Stand Juni 2019

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Timo

28, Ehemann, überzeugter Christ, greenhorn Indiegame Entwickler & Journalist || Hinweis: Bei mit * gekennzeichneten Verlinkungen handelt es sich um Amazon Partner Links, über die ihr meine Arbeit kostenlos unterstützen könnt.

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