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Galaxy S9 Plus: Viel Leistung, gute Kamera und eine Schwäche

Mit dem Galaxy S9 Plus will Samsung weiter ganz vorne bei den Smartphones mitspielen. Besonderes Augenmerk legen die Koreaner dabei auf die Kamera. Ob das Galaxy S9 Plus wirklich das ultimative Flaggschiff ist, habe ich mir mal genauer angesehen.

 

Technischen Daten Samsung Galaxy S9 Plus

  • Display: 6,2“ Super AMOLED Display mit QHD+ Auflösung (2960x1440px)
  • Prozessor: Exynos 9810 Octa Core
  • RAM: 6 GB
  • interner Speicher: 64 GB, erweiterbar
  • Kamera: 12/12 Megapixel Dual-Kamera (Weitwinkel- (Blende f/1.5) und Teleobjektiv mit Blende f/2.4), 8 MP Frontkamera, f/1.7, Video mit max. 4K UHD (3840x2160px), Super Slow Motion mit 960fps mit 720p
  • Anschlüsse: USB Typ-C 3.1, 3,5mm Klinke
  • Software: Android 8.0
  • Akku: 3500 mAh
  • IP-Schutzklasse: IP 68
  • Maße, Gewicht: 74x158x9mm, 189g
  • Sonstiges: Bluetooth 5.0, Iris-Scanner, Fingerprint-Reader, Gesichtserkennung, Schnellladen, kabelloses Laden

Lieferumfang und Haptik

Neben dem Galaxy S9 Plus findet ihr in der Verpackung ein Schnellladegerät samt USB A auf USB C-Kabel, die AKG Kopfhörer mit vier Silikonhütchen als Ersatz und zwei Adapter (microUSB auf USB C, USB A auf USB C). Der Pin, um den SIM Kartenslot zu öffnen, darf natürlich auch nicht fehlen. Zusätzlich gibt es noch ein wenig Zettelkrams (Anleitungen, Garantie). Die Adapter sollen euch dabei helfen, eure Daten von eurem alten Telefon auf das S9 Plus zu holen.

Samsung Galaxy S9 Plus
Rückseite mit Dual-Kamera und Fingerprintreader

Der erste Eindruck ist gut. Das Galaxy S9 Plus liegt trotz seiner Größe und des Gewichts gut in der Hand. Ich habe die Version in Lilac Purple getestet. Offen gestanden hatte ich ziemlich Befürchtungen, dass die Farbe ziemlich mies aussieht. Aber da muss ich ehrlicherweise sagen, dass das nicht der Fall ist. Meine Vorliebe für Lila hält sich zwar in ganz argen Grenzen. Aber die Farbe steht dem Galaxy wirklich.

Die Verarbeitung ist gewohnt hochwertig. Es gibt keinerlei Grate oder Kanten, die stören. Der Fingerprintreader funktioniert einwandfrei und fix. Die Position unter der Kamera ist auch deutlich besser als beim Vorgänger. Ich hatte zwar am Anfang noch die Befürchtung, dass er zu nah an der Kamera sitzt. Aber selbst mit meinen langen Fingern bin ich nie auf die Kamera gekommen.

Fingerprintreader Samsung Galaxy S9 Plus
Der Fingerprintreader ist gut zu erreichen

Die drei Tasten haben einen angenehm festen Druckpunkt, ohne schwergängig zu sein. Rechts ist der Power-Button, links die Lautstärke-Wippe und der Bixby-Button. Letzterer ist im Hochformat überflüssig und im Querformat nervig. Überflüssig deswegen, weil Bixby nach wie vor nicht auf Deutsch verfügbar ist und relativ wenig Mehrwert bietet. Nervig deswegen, weil man, sofern man Linkshänder ist und das Telefon quer hält, ständig die Taste auslöst. Wem das zu nervig ist, kann die Taste auch deaktivieren. Wenn ihr euch für die Leistungen von Bixby interessiert, dann lest euch in unserem Note 8-Test den entsprechenden Abschnitt durch.

Samsung Galaxy S9 Plus
Das Always-On Display

Von den 64 GB Speicher stehen euch im Auslieferungszustand noch etwas über 50 GB zur Verfügung.

Display

Das Display ist knackscharf und stellt Farben originalgetreu und kontrastreich dar. An den Blickwinkeln gibt es ebenfalls nichts zu meckern. Selbst bei extrem seitlichen Blicken war der Bildschirminhalt ohne Probleme zu erkennen. Lediglich die Spiegelungen haben zugenommen. Aber das ist ja bei allen Smartphones so.

Display Samsung Galaxy S9 Plus
Das Display löst maximal mit 2960x1440px auf

Ansonsten gibt es eigentlich nicht viel zum Display zu sagen. Samsung Displays genießen einen guten Ruf und das des Galaxy S9 Plus macht da keine Ausnahme. Ich hatte zu keiner Zeit Probleme, den Bildschirminhalt gut zu erkennen, selbst direkte Sonneneinstrahlung macht dem S9 Plus nichts aus.

Kamera

Samsung ist bekannt für gute Kameras und hatte sie beim S9 Plus auch in den Fokus gestellt. Dem entsprechend war ich gespannt, was die Kamera so leistet. In kurz: Sie leistet eine Menge.

Neben dem Automatik-Modus habt ihr natürlich einen Pro-Modus, in dem ihr die Einstellungen wie ISO oder Belichtungszeit manuell ändern könnt. Daneben gibt es den Live-Modus, mit dem ihr in euren Bildern Objekte vor einem unscharfen Hintergrund freistellen könnt. Panorama darf natürlich auch nicht fehlen und für Freunde des gepflegten Food-Porns gibt es einen Lebensmittel-Modus. Zeitlupe, Hyperlapse, Sport, Super Slow-Mo und AR-Emojis runden das Ganze ab. Zeitlupe und Sport müsst ihr allerdings erst noch in den Einstellungen der Kamera aktivieren. Dort könnt ihr auch nicht benötigte Modi durch einfaches Häkchen setzen abwählen.

Kamera Samsung Galaxy S9 Plus

Bei der Frontkamera könnt ihr zwischen dem Selfie-Fokus (macht das Gleiche wie de Live-Fokus), dem klassischen Selfie, AR-Emojis und dem Gruppen-Selfie wählen.

Wer nur mit dem Automatik-Modus unterwegs ist, wird sehr ordentliche Bilder bekommen. Der Autofokus ist fix und Farben werden kräftig und überwiegend natürlich dargestellt. Überwiegend deshalb, weil die Kamera im Automatik-Modus einen leichten Rotstich hat. Der sorgt dafür, dass das Bild wärmer wirkt. In den meisten Fällen ist es auch nicht störend. Nur manchmal wirkt bspw. der Himmel dadurch künstlich. Aber das ist eine Geschmacksfrage. An der Schärfe und dem Dynamik-Umfang der Fotos gibt es nichts zu meckern.

Nur bei widrigen Lichtbedingungen übertreibt die Kamera-Software meiner Meinung nach. Fotos in dunklen Umgebungen werden sehr stark aufgehellt. Dadurch gehen nicht nur viele Details verloren, auch die Farbgebung ist mitunter fragwürdig, bspw. bei der Farbe des Himmels. Abhilfe verschaffen da zwei Möglichkeiten. Zum einen hilft es, die HDR-Automatik in den Einstellungen abzuschalten. Und zum anderen hilft es ungemein, den Pro-Modus zu nutzen.

Im Pro-Modus zeigt die Kamera ihr ganzes Potential. Bilder sind ausgesprochen klar, Farben werden naturgetreu wiedergegeben und auch in dunklen Szenen lassen sich eine Menge Details bei sehr wenig Rauschen einfangen. Da sich bei niedrigen ISO-Werten die Belichtungszeiten deutlich verlängern, solltet ihr euch überlegen, ob ihr euch nicht ein kleines Stativ zulegt. Denn die optische Bildstabilisierung kann Verwacklungen nicht immer ausgleichen.

Schick: Wenn ihr im Pro-Modus die Einstellungen verändert, seht ihr direkt auf dem Display, wie sich das auf euer Bild auswirkt. Das bekommen längst nicht alle Hersteller so gut hin.

Die AR-Emojis sind eine nette Spielerei, mehr aber auch nicht. Das S9 Plus erstellt aus eurem Emoji gleich eine Reihe von Gifs, die ihr dann nach Belieben teilen könnt. Es ist witzig, aber erwartet nicht, dass die Emojis zwingend euch ähnlich sehen. Von meinen Freunden hat mich jedenfalls keiner erkannt.

AR-Emoji Samsung Galaxy S9 Plus

Performance

Das S9 Plus macht im Alltag durchweg eine gute Figur. Apps starten flüssig und ohne Verzögerung, der Wechsel zwischen verschiedenen Apps klappt reibungslos. Videos ansehen und gleichzeitige Bildbearbeitung war auch kein Problem. Alles lief im Splitscreen reibungslos und smooth.

Den Fingerprintreader habe ich ja schon oben angesprochen. Alternativ könnt ihr das S9 Plus noch über Gesichtserkennung und Iris-Scan entsperren. Beides funktioniert flüssig, in dunklen Räumen kam es aber öfter vor, dass die Erkennung hakelig war.

Samsung Galaxy S9 Plus
Das S9 Plus läuft flüssig und ohne Ruckler

Mit einer Akkuladung bin ich ohne Probleme über den Tag gekommen. Allerdings hat sich das Galaxy abends ganz eindeutig auf die Steckdose gefreut. Für eine komplette Ladung braucht ihr etwa 90 Minuten. Wenn ihr länger unterwegs seid, empfiehlt es sich auf alle Fälle eine Powerbank für den Notfall dabei zu haben. Der Akku reicht, aber mehr wäre hier deutlich mehr gewesen. Gerade wenn man die Auflösung auf die max. möglichen 2160x1440px schraubt und die Helligkeit hochdreht, kann es zum Abend hin eng werden.

Für die Datenfreunde unter euch, haben wir natürlich auch noch die üblichen Verdächtigen unter den Benchmarks.

Wenn ihr vom Homescreen nach rechts swipt, startet Bixby. Auch das lässt sich dankenswerterweise deaktivieren. Am rechten Displayrand könnt ihr ein kleines Edge-Panel aktivieren, mit dem ihr Zugriff auf eure wichtigsten Kontakte oder Lieblings-Apps habt. Für mich war es nicht mehr als eine nette Spielerei. Als Linkshänder habe das Panel nur schwer erreicht und vorher zig andere Apps gestartet, bevor ich das Panel geöffnet habe. Auf die linke Displayseite ließ es sich leider nicht verschieben.

Sound

Sound war in der Vergangenheit nicht unbedingt eine Stärke der Galaxy-Reihe. Es kamen zwar Töne aus dem Smartphone, aber so richtig gut klang das nicht. Hier hat Samsung zum ersten Mal Stereo-Lautsprecher verbaut. Und das macht sich deutlich bemerkbar. Der Sound ist satter und ausgewogener als bisher. Von einem wirklichen Hörgenuss ist das zwar noch meilenweit entfernt. Aber das ist bei allen Smartphones so. Dennoch kann man Andeutungen von Bass erkennen und die Höhen klingen nicht mehr so blechern wie es bei Vorgängermodellen war.

Deutlich mehr Spaß macht der Sound allerdings über die AKG-Kopfhörer, die im Lieferumfang dabei sind. Höhen, Mitten und Tiefen stehen in einem guten Verhältnis zueinander.

Fazit

Das Galaxy S9 Plus ist ohne jeden Zweifel ein sehr leistungsfähiges Smartphone. Das Display ist richtig gut und macht einfach nur Spaß. Auch sonst gibt es in Sachen Leistung nichts zu meckern. Alle Apps und Spiele, die ich dem S9 Plus vorgeworfen habe, haben einwandfrei und flüssig funktioniert.

Die Kamera gehört definitiv zu den Besten, die derzeit zu haben sind. Wer sich die Mühe macht und ein wenig mit den Einstellungen befasst, wird mit richtig gut anzusehenden Bildern belohnt.

Eine Schwäche ist definitiv der Akku. Bei dem Energiebedarf des S9 Plus kommt man über den Tag, mehr aber auch nicht. Da bieten andere Smartphones mehr Durchhaltevermögen.

Kommen wir zum Ende noch zum Preise, der hat es in sich. Derzeit* kostet das Galaxy S9 Plus ab 915 Euro aufwärts.

*Stand: 11.04.2018

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Eike

Hat seine ersten Gehversuche auf dem Amiga 500 und aus Guybrush Threepwood einen mächtigen Piraten gemacht. Mittlerweile ein Fan von richtig guter Smartphone-Fotografie und demensprechend viel auf Instagram unterwegs.
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