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Lenovo Smart Clock im Test: Der Super-Wecker

Die Lenovo Smart Clock ist wie ein Google Home Mini mit Display und USB-Ausgang zum Aufladen des Smartphones. Lenovo vereint einen Smart Speaker mit Google Sprachassistenten und einen Touchscreen zum ultimativen Super-Wecker. Ein Smart Display ersetzt die 90 Euro*-Uhr allerdings nicht.

Lenovo verpasst dem klassischen Musikwecker ein paar Upgrades und wirft mit der Lenovo Smart Clock ein ziemlich vielseitiges Gerät in das Rennen um den Platz auf dem Nachttisch. Ein potenter kleiner Lautsprecher für Musikstreaming, der Google Sprachassistent zur Steuerung der Clock-Funktionen, aber auch des gesamten Smart Homes und ein Touchscreen heben das Gerät von traditionellen Weckern ab.

Smart Clock oder lieber doch ein Smart Display?

Im Vergleich zu ausgewachsenen Smart Displays wie dem Nest Hub wartet die Clock mit reduzierten, aber maßgeschneiderten Funktionen auf. Sie kann bis auf den Live-Feed einer Nest-Kamera im Kinderzimmer oder an der Haustür beispielsweise keine Videos anzeigen. Dafür kann das Display als langsam heller werdender Lichtwecker genutzt werden und per Tippen auf die Oberseite aktiviert man eine Snooze-Funktion.

Damit sitzt die Lenovo Smart Clock genau zwischen den Stühlen: Sie ist kleiner und günstiger als Lenovos Smart Display und der Nest Hub, lässt sich dank Touchscreen und Snooze-Funktion im Vergleich zum Google Home Mini aber auch mit deaktiviertem Mikrofon noch steuern und liefert mit visuellen Inhalten erweiterte Infos.

Technische Details Lenovo Smart Clock

Display10,2 cm (4“) IPS-Panel, Touchscreen
Auflösung480 x 800 Pixel
ProzessorMediatek 8167S 1.5 GHz
Sound1x 1,5-Zoll-3W-Lautsprecher, 2 x Passivmembran
Arbeitsspeicher1 GB
Festplatte8 GB Flash eMMC
NetzwerkIntel 802.11b/g/n/ac 2,4 GHz, 5 GHz
Bluetooth® 5
Kamera
MikrofoneDual-Mikrofon
BetriebssystemGoogle Android Things, Google Assistant
Abmessungen113,8 x 75 x 79,2 mm (BxTxH)
Gewicht328 g
Preis89,90 Euro*

Stylische Optik und einfache Einrichtung

Auspacken und Setup der Lenovo Smart Clock sind denkbar einfach. Neben dem smarten Wecker mit graumeliertem Textilbezug findet sich noch ein weißes Netzteil in der Verpackung. Auf der Oberseite sitzen Lautstärketasten, unten sorgen zwei gummierte Streifen dafür, dass der Wecker nicht auf seiner Unterlage rutscht. Der Mikrofonschalter auf der Rückseite ist so schwer zu erreichen, dass ihr euch wohl entscheiden müsst, ob ihr die Fernfeldmikrofone auf der Front dauerhaft an- oder auslasst.

Auch ohne Sprachsteuerung kann die Smart Clock sinnvoll und vielseitig auf dem Nachttisch eingesetzt werden. Vorerst müsst ihr allerdings die Einrichtung über die Google-Home-App auf dem Telefon durchführen. In der App wird die Uhr im Entdecken-Tab (Kompass-Symbol) schon gefunden, die Smart Clock muss nur noch einem Raum zugewiesen werden und startet erstmal ein Update.

Satter Klang, unkomplizierte Steuerung

Der 3-Watt-Lautsprecher unter dem grauen Textil klingt beeindruckend für die Größe. Das wohlgemerkt im Vergleich mit anderen Weckern oder ähnlich kleinen Smart-Speakern. Um auf Dauer tatsächlich Musik zu hören, würden wir einen größeren Speaker empfehlen oder ihr schreibt euch direkt mehrere Lautsprecher als Multiroom in eure Morgen-Abläufe.

Leider lässt euch Lenovo für die Wecktöne keine große Auswahl und ihr könnt die morgendliche Musik erst für den Ablauf der Guten-Morgen-Routine definieren. Das funktioniert sehr einfach über die Google-Home-App und in Grundfunktionen auch auf dem Android-Things-OS auf der Uhr.

Über Abläufe könnt ihr der Smart Clock trotzdem alles jederzeit automatisiert entlocken. Ihr müsst nur einen neuen Ablauf kreieren, beispielsweise mit dem Wake-Word „Aufwachen“ (der musste sein), legt dafür dann eine Zeit und die Tage fest und startet eine vorher definierte Playlist in eurem Streaming-Dienst. Einen ähnlichen Ablauf könnt ihr dann auch zum Einschlafen programmieren: Lichter gehen aus und es startet Meeresrauschen. Vergesst nicht, Google einen Sleep-Timer zu setzen.

Ob die Lenovo Smart Clock mehr als nur ein Wecker auf Steroiden ist, bestimmt eure sonstige Smart Home Umgebung. Nicht wenige denken dabei an automatisierte Heizung, Rollläden oder anderen High-Tech-Kram und haben vielleicht schon Googles größte Stärke zuhause: Ein streaming-fähiges Display. Viele Smart-TVs nutzen das Android-TV-Betriebssystem und integrieren damit Chromecast.

Für Inhalte bei Netflix, YouTube und bald auch Amazon Prime Video könnt ihr dann einfach in Richtung Smart Clock eure Wünsche äußern. „Spiele Rick and Morty im Schlafzimmer“ bringt euch dann ein neues Abenteuer auf den Schirm, sofern der TV dem Raum als primäres Wiedergabegerät für Video zugeordnet ist. „Zeige mir Twenty One Pilots live bei YouTube im Schlafzimmer“ führt euch als detailliertere Anfrage auch zum Ziel.

Ihr könnt natürlich auch Musik-Streaming oder euer komplettes Smart Home steuern, per Sprachsteuerung ist die Lenovo Smart Clock ein vollwertiger Google Assistant. Über den Touchscreen bietet die Smart Clock eingeschränkte Funktionalität. Ihr bekommt die drei Screens Zeit, Wecker stellen und Wetter. Ein Wisch von oben zeigt euch neben dem Setting eines Weckers und der Musik-Funktion auch die Funktion „Nickerchen“ sowie einen Lichtschalter für alle dem Raum zugeordneten Lampen.

So kann man die Grundfunktionen Wecker, Licht, Musik und Wetter auch komplett ohne Sprachsteuerung nutzen und die Mikrofone im Schlafzimmer deaktivieren.

Das Display selber regelt seine Helligkeit stets auf angenehme Werte. Während so manch herkömmlicher Digitalwecker ein komplettes Schlafzimmer mit seinem Display ausleuchten kann und für viele Menschen schon die Status-LED eines Fernsehers oder einer Steckdosenleiste den Schlaf stört, hält sich die Smart Clock mit Lichtverschmutzung zurück.

Für den Google Assistant könnt ihr übrigens auch Ruhezeiten definieren, in denen die Fragen nach Musik oder Videos ins Leere laufen. Über Filter lassen sich auch Anrufe oder Nachrichten blockieren. Es gibt eine Menge Watchfaces und sogar eine Google-Fotos-Integration, mit der ihr die Smart Clock für eure Alben und Highlights als digitalen Bilderrahmen nutzen könnt. Die läuft sonst bei mir auf dem Nest Hub und dem Smart Display, hat für mich auf dem 4-Zoll-Display aber wenig Sinn gemacht und stört die ablenkungsfreie Aura um die Uhr.

Smart Home und die Google-Dienste

Nutzt ihr die Sprachsteuerung, könnt ihr auf alle in der Google Home-App eingerichteten Smart Home-Geräte zugreifen. Philips Hue, Nest, Xiaomi Yeelight und Mi Home, Nanoleaf, Netgear Arlo, Harmony, Bosch, HEOS, Homematic, Ikea Home Smart, LG SmartThinQ, Magenta SmartHome, Medion LifePlus und unzählige weitere tragen das Label „Funktioniert mit Google Assistant“. Derzeit zählen etwa 10.000 Produkte von 1.000 Marken dazu.

Google selbst hat über den Assistant hinaus noch ein paar Services im Angebot, deren Integration Sinn macht. Der Google Kalender, YouTube Music und Google Maps beispielsweise arbeiten übergreifend. Die Smart Clock erinnert euch an Termine, die ihr auf dem Android-Smartphone eingerichtet habt.

Fazit zur Lenovo Smart Clock

In Sachen Sound, mit dem Lichtwecker sowie der Snooze-Funktion und als Ladegerät für euer Smartphone hebt sich die Lenovo Smart Clock genug von eurem Telefon ab, um seine separate Existenz auf dem Nachttisch zu rechtfertigen. Die restlichen Funktionen wie der Google Assistant, die Smart-Home-Steuerung oder Musik-Streaming könnt ihr auch mit dem Smartphone bewerkstelligen, viele zeigen euch mit Always-On-Display sogar die Zeit.

Lenovo zeigt, dass es Sinn macht, die Funktionen in ein Extra-Gerät zu packen und ermöglicht so auch ein smartes, aber Smartphone-freies Schlafzimmer. Die Uhr wird euch weder zu Emails noch zu Netflix verführen, kann sie gar nicht alleine. Aber sie liefert den Komfort, für das Licht nicht nochmal aufstehen zu müssen und umrahmt euren digitalen Tag.

*Stand: 11/2019

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