GamingNews

Generative KI in der Spieleentwicklung

Nutzung steigt, jedoch stark zu Kosten der Devs

KI ist unumgänglich. Für viele ist das Thema eventuell immer noch beängstigend, aber es ist längst nichts Neues mehr. Vor allem der Einsatz von generativer KI macht sich auch zunehmend im Bereich Game Dev spürbar.
Ende 2025 hat dies Dr. Ross Burton in einer Studie genauer untersucht. Aus allen in diesem Jahr bei Steam veröffentlichten Spielen, waren etwa 21% mit KI-Nutzung deklariert. Die genaue Offenlegung dieser Nutzung wird von Steam seit Anfang 2024 vorausgesetzt. KI-erstellte Inhalte können alles von Artworks, über Texte oder Audio darstellen, welche entweder vorgefertigt ins Spiel übernommen wurden oder im laufenden Spiel live erstellt werden.

Entwicklerbranche noch zwiegespalten

Fast ein Viertel aller Spiele aus 2025 bestehen also zu irgendeinem Prozentteil aus in irgendeiner Form von KI erstellten Inhalten. Das begeistert viele Entwicklerkolleg:innen gar nicht. Sind Videospiele doch auch eine Form der Kunst, stößt dies natürlich immer wieder die Debatte an, ob KI für Kunst verwendet werden sollte oder ob KI überhaupt Kunst erstellen kann.
Todd Howard von Bethesda Games Studio sieht in KI im Bereich Game Dev „ein Werkzeug“, nur eben „nicht zum Erstellen von Dingen“. Bei Bethesda möchte man „die Kunst beschützen“, denn “ die menschliche Absicht“ sei es, die die Spiele so besonders machen würden. Indie-Entwickler David Szymanski, bekannt für Dusk oder Iron Lung, findet hier deutlichere Worte. Für ihn stellt die Nutzung von generativer KI eine Leuchtreklame dar, auf der die nutzenden Entwickler:innen für ihr Publikum auch genau so gut „ist mir sch** egal“ schreiben könnten. Er bringt auch ethische Bedenken wie „Plagiarismus, Umweltauswirkungen und Jobsicherheit“ an. Gerade Letzteres ist mit dem Verlust unzähliger Jobs in der Videospielbranche auf jeden Fall mit mindestens einem weinenden Auge zu beobachten.
Ein anderer Aspekt ist auch die Menge an schlechtem Code, welcher aufgrund von mangelndem Verständnis durch „vibe coding“ zu vielen Problemen und Ressourcenverschwendung in der Entwicklung führt. Die Godot Foundation hat deshalb als eine der ersten Instanzen einen Schlussstrich gezogen: ihre Open Source Game Engine hat die Mitwirkungsrichtlinien zum 30.06. aktualisiert und verbietet ab sofort pull requests mit KI-generiertem Code.

Was halten aber die Konsumenten davon?

Nun haben wir auf der einen Seite die Entwicklerstudios gehört, aber am Ende des Tages entscheiden ja eigentlich die Konsumenten mit ihrem Geldbeutel. Wie ist hier also die Sachlage?
In der bereits eingangs erwähnten Studie von Dr. Ross Burton wurden auch Verkaufstrends untersucht. Da nicht alle Spiele klare Verkaufszahlen veröffentlichen, wurden für die Untersuchung aus rund 10.000 Spielen, die zwischen Januar und Oktober 2025 erschienen sind, die Bewertungen als Maßstab hinzugezogen. Diese sind bei Steam prestigewürdig, weshalb diese Entscheidung durchaus als nächstbeste Maßeinheit betrachtet werden kann. Das Ergebnis: Spiele welche die KI-Nutzung angaben, erhielten in ihrem ersten Monat nach dem Launch durchschnittlich vier Reviews. Bei knapp 20% der KI-unterstützten Spiele konnten keinerlei Reviews gefunden werden. Der „traditionelle Gegenpart“, also Spiele ohne Nutzung von generative KI, erhielten im Schnitt sieben Reviews.
Nun könnte man sagen, dass viele Faktoren verantwortlich dafür sind, ob Reviews hinterlassen werden oder nicht. Hierfür hat Dr. Burton mittels einer „statistischer Bereinigung“ rein zahlenmäßig ein Szenario geschaffen, in welchem Entwickler:innen unabhängig ihrer vorherigen Erfahrung, der Publisher-Unterstützung, dem Genre und dem Releasezeitpunkt miteinander verglichen werden konnten. Stellt man sich also vor, dass „zwei Entwickler:innen mit gleichem Talent und Budget, ein ähnliches Spiel veröffentlichen“, ist feststellbar, dass KI-unterstützte Spiele etwa 53% weniger Reviews erhalten.
Interessanterweise wurde dieses Verhalten allerdings hauptsächlich bei größeren Studios beobachtet, ganz nach dem Motto „die müssten das Geld doch haben“. Bei kleineren Entwickler:innen wird anscheinend eher ein Auge zugedrückt, da klar ist, dass diese aufgrund des kaum vorhandenen Marketingbudgets sowieso schon nur eine deutlich geringere Aufmerksamkeit bekommen können.

Es bleibt abzuwarten, wie der Fortschritt von KI und somit bessere Möglichkeiten in der Nutzung, dieses Kaufverhalten eventuell in Zukunft beeinflussen wird. Stand jetzt ist die Message der Konsumenten an die Entwickler:innen aber augenscheinlich klar: tu was du nicht lassen kannst, wir werden das aber nicht unterstützen.

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Denny Lo Giudice

Hi, ich bin der Neue! 90-er Kind, gebürtig aus dem Saarland, seit 2021 im Rhein-Neckar-Kreis heimisch. Ich würde mich seit Kindesalter als "sportlichen Nerd" bezeichnen. Ich war entweder in der Sporthalle unterwegs oder vor sämtlichen Bildschirmen zu finden, angefangen mit dem OG Game Boy.

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