
Das A-Team: Wie vier flüchtige Vietnam-Veteranen zur größten Söldnertruppe des Fernsehens wurden
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Durch den Airwolf-Artkel war ich etwas angefixt und habe mich weiter ins Rabbit-Hole gwagt. Dabei ging es aber um Das A-Team.
Ein Van, eine Zigarre und ein Plan, der immer funktioniert. Das A-Team ist einer dieser Serien-Klassiker, bei denen selbst Leute, die nie eine Folge komplett gesehen haben, die Titelmelodie mitsummen können. Vier zu Unrecht verurteilte Ex-Elitesoldaten, die als Söldner für die gute Sache kämpfen und dabei mit schöner Regelmäßigkeit halb Kalifornien in Schutt und Asche legen, ohne dass auch nur ein einziger Statist ernsthaft zu Schaden kommt. Zeit, sich die Geschichte hinter dem Kult noch mal in Ruhe anzuschauen.
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Die Entstehung: Ein Auftrag von ganz oben
Erschaffen wurde das A-Team von Stephen J. Cannell und Frank Lupo, zwei der produktivsten TV-Produzenten der Achtziger. Der Anstoß kam allerdings nicht aus der eigenen Kreativküche, sondern direkt vom damaligen NBC-Unterhaltungschef Brandon Tartikoff, der sich eine actionlastige Söldner-Serie wünschte. Cannell und Lupo, die zu der Zeit bereits an Serien wie „Hunter“ und „Riptide“ arbeiteten, entwickelten daraus die Geschichte von vier Ex-Angehörigen der US Army Special Forces, die wegen eines Verbrechens verurteilt werden, das sie nicht begangen haben, aus dem Militärgefängnis ausbrechen und fortan als Söldner mit Herz durchs Land ziehen. Premiere feierte die Serie am 23. Januar 1983 auf NBC, ausgestrahlt direkt im Anschluss an den Super Bowl. Kein schlechter Sendeplatz für den Start.
Der Cast: Vier völlig unterschiedliche Typen
Das Herzstück der Serie war die Chemie zwischen vier Figuren, die auf dem Papier eigentlich nicht zusammenpassen sollten. George Peppard spielte Colonel John „Hannibal“ Smith, den coolen Kopf des Teams mit Zigarre und dem berühmten Spruch „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“. Dirk Benedict gab den charmanten Verkleidungskünstler Templeton „Faceman“ Peck, Dwight Schultz spielte den durchgeknallten, aber genialen Piloten H.M. „Howling Mad“ Murdock, und Mr. T verkörperte den kraftstrotzenden Mechaniker B.A. Baracus. Kurioserweise hatte ausgerechnet der Muskelberg B.A. panische Angst vorm Fliegen, was Murdock in schöner Regelmäßigkeit ausnutzte, um ihn per Beruhigungsspritze außer Gefecht zu setzen.
Interessant: In der Pilotfolge wurde Faceman noch nicht von Dirk Benedict, sondern von Tim Dunigan gespielt, der für die Rolle des Vietnam-Veteranen eigentlich zu jung wirkte. Ab der ersten regulären Staffel übernahm Benedict die Rolle. Als weibliche Unterstützung standen dem Team zunächst die Reporterin Amy Allen (Melinda Culea, Staffel 1-2) und später Tawnia Baker (Marla Heasley, Staffel 2-3) zur Seite, bevor beide Rollen aus der Serie verschwanden. In der finalen fünften Staffel stieß außerdem Robert Vaughn als General Hunt Stockwell dazu.
Die Zahlen: Fünf Staffeln, 98 Folgen
Insgesamt lief das A-Team von Januar 1983 bis März 1987 auf NBC, verteilt auf fünf Staffeln mit insgesamt 98 Episoden. Eine Folge dauerte im Schnitt 48 Minuten. Produziert wurde die Serie gemeinsam von Universal Television und Cannells eigener Produktionsfirma. In den ersten drei Staffeln zählte das A-Team zu den erfolgreichsten Serien im US-Fernsehen überhaupt und konkurrierte in den Quoten mit Schwergewichten wie Monday Night Football.
Der Star, der keiner sein wollte: Ärger zwischen Peppard und Mr. T
Auf dem Bildschirm war das A-Team ein eingeschworenes Team. Hinter den Kulissen sah die Sache anders aus. George Peppard und Mr. T konnten sich vom ersten bis fast zum letzten Drehtag nicht ausstehen. Der Kern des Konflikts: Obwohl Peppard der etablierte Filmstar mit Hollywood-Vergangenheit war, entwickelte sich Mr. T mit seiner Mohawk-Frisur und den Goldketten schnell zum eigentlichen Publikumsliebling der Serie – und verdiente zeitweise sogar besser. Als Peppard in einem Interview öffentlich äußerte, Mr. T sei der schlechteste Schauspieler am Set, stellte sich dieser wutentbrannt vor dessen Wohnwagen und las ihm die Zitate laut vor. Selbst Co-Star Dwight Schultz bestätigte später, dass Peppard nie akzeptiert habe, dass T der eigentliche Star der Show war.
Wie ernst die Lage wurde, zeigt sich daran, dass die Produzenten in der letzten Staffel extra Robert Vaughn mit an Bord holten, in der Hoffnung, er könne als eine Art Mediator zwischen den beiden vermitteln. Genutzt hat es wenig. Auch sinkende Sinkende Quoten und immer knapper werdende Budgets taten ihr Übriges: Drehbücher wurden teils unvollständig ans Set geliefert, und Ende 1986 zog NBC mitten in der laufenden fünften Staffel den Stecker.
Kein Toter, keine Kugel im Ziel
Wer sich als Kind gefragt hat, warum beim A-Team literally niemand getroffen wird, obwohl gefühlt in jeder Folge tausende Schüsse fallen: Das war Absicht. Die Serie lief zur besten Sendezeit im sogenannten „Family Hour“-Slot, weshalb Cannell und sein Team zwar Autos explodieren lassen und wilde Verfolgungsjagden inszenieren durften, aber niemand sterben durfte. Die Gewaltdarstellung war entsprechend betont comichaft und harmlos gehalten.
Der Van: Fast so berühmt wie das Team selbst
Kein A-Team ohne den schwarzen GMC Vandura Baujahr 1983 mit dem markanten roten Streifen, den grauen Flanken und dem roten Spoiler. B.A.s Van war praktisch ein eigener Charakter der Serie und dementsprechend liebevoll ausgestattet: im Heck ein Waffenlager, dazu Abhörtechnik und sogar eine kleine Druckerpresse für gefälschte Papiere. Für besonders zerstörerische Stunts wich die Produktion gelegentlich auf einen schwarzen Ford Econoline mit roten Radkappen aus, weshalb der Van in manchen Szenen auffällig anders aussieht als sonst.
Nach dem Ende: Wiedersehen und Versöhnung
George Peppard war nach eigener Aussage regelrecht erleichtert, als die Serie 1987 abgesetzt wurde, weil er befürchtete, für immer auf die Rolle des Hannibal festgelegt zu bleiben. Er starb 1994 im Alter von 65 Jahren an Lungenkrebs. Vor seinem Tod sollen sich er und Mr. T noch versöhnt haben. Mr. T selbst blieb dem Rampenlicht mit eigener Serie („T. and T.“), Wrestling-Auftritten und Werbespots treu. Dwight Schultz gelang später mit der Rolle des Reginald Barclay in mehreren Star-Trek-Serien ein zweites popkulturelles Standbein.
2010 kam mit „Das A-Team – Der Film“ eine Kinoversion in die Kinos, mit Liam Neeson als Hannibal, Bradley Cooper als Face, Quinton „Rampage“ Jackson als B.A. und Sharlto Copley als Murdock.
Der Van im Film war übrigens gar kein echter GMC Vandura mehr, sondern ein modifizierter Chevrolet G20 aus den Neunzigern – Kostengründe sollen dafür ausschlaggebend gewesen sein. Mr. T selbst hatte sich früh öffentlich kritisch über das Projekt geäußert. Ev. Erinnert sich der eine oder andere an, das es in diesem Film die wahnsinnigsten Filmfehler gab.
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