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Einfach auf die Krümel zeigen und der Saugroboter legt los: Mit Matic Cues bekommt der ungewöhnliche Saug- und Wischroboter Matic eine Funktion, die sich deutlich natürlicher anfühlt als das übliche Herumtippen in einer App. Neben Sprachbefehlen versteht der Roboter jetzt nämlich auch Gesten und kann erkennen, auf welchen Bereich des Bodens ihr gerade zeigt.
Das Interessante daran: Matic Cues ist kein neuer Roboter, sondern ein umfangreiches Software-Update für den bereits erhältlichen Matic. Besitzer des Geräts bekommen die neuen Funktionen damit nachträglich freigeschaltet.
„Hey Matic, mach das sauber“
Matic hört künftig auf das Aktivierungswort „Hey Matic“. Anschließend können Nutzer ziemlich frei formulieren, was der Roboter erledigen soll. Laut Hersteller versteht das System mehr als 70 Sprachen – Deutsch ist ausdrücklich dabei. Dabei sollen nicht nur einfache Befehle wie „Sauge die Küche“ funktionieren. Matic versteht auch deutlich konkretere Anweisungen wie etwa das Reinigen bestimmter Teppichkanten oder einzelner Bereiche eines Raumes. Außerdem kann der Roboter seinem Besitzer folgen oder direkt in einen genannten Raum fahren.
Richtig spannend wird es allerdings mit den Gesten.
Einfach auf den Dreck zeigen
Matic besitzt mehrere Kameras, mit denen sich der Roboter ohnehin in der Wohnung orientiert. Cues nutzt diese Kameras nun zusätzlich, um Hände und deren Ausrichtung zu erkennen. Wer beispielsweise etwas verschüttet hat, kann auf die entsprechende Stelle zeigen und sagen:
„Hey Matic, clean this“ beziehungsweise „Hey Matic, mach das sauber.“
Der Roboter erkennt die Hand, verfolgt die Richtung des Fingers und ermittelt daraus die Stelle, die gereinigt werden soll. Damit entfällt das bislang übliche Öffnen der App samt Auswahl einer Zone auf der Karte. Gerade diese kleine Änderung könnte im Alltag ziemlich viel ausmachen. Einen Roboter schnell auf ein paar Krümel unter dem Esstisch loszulassen, ohne dafür erst das Smartphone herauszukramen, kommt der Vorstellung eines tatsächlichen Haushaltsroboters zumindest ein gutes Stück näher.
Gemini verarbeitet die eigentlichen Sprachbefehle
Beim Thema Datenschutz geht Matic einen zweigeteilten Weg. Das Aktivierungswort „Hey Matic“ wird direkt auf dem Gerät erkannt. Auch die Gestenerkennung erfolgt lokal und laut Hersteller verlassen dabei keine Kameradaten den Roboter. Erst nachdem der Roboter aktiviert wurde, wird der anschließend gesprochene Befehl über Googles Gemini API verarbeitet. Matic gibt an, dass die Anfrage dabei anonymisiert und ohne Nutzerdaten übertragen sowie nicht gespeichert wird. Wer das nicht möchte, kann Matic Cues komplett deaktivieren; dabei lassen sich auch die Mikrofone abschalten. Langfristig möchte das Unternehmen häufig verwendete Kommandos zusätzlich über ein lokales Modell verarbeiten.
Matic ist ohnehin ein ziemlich ungewöhnlicher Saugroboter
Auch ohne Cues unterscheidet sich Matic deutlich von den typischen runden Saugrobotern. Das Gerät orientiert sich hauptsächlich über Kameras, saugt und wischt und soll Hindernisse sowie verschiedene Bodenarten selbstständig erkennen. Beim Saugen gibt Matic eine Lautstärke von lediglich 55 dB an. Eine Akkuladung soll für rund 2,5 Stunden Saugen oder drei Stunden Wischen ausreichen. Der Wassertank fasst 600 ml. Schmutz und Flüssigkeiten landen in einem austauschbaren HEPA-Beutel. Der Ansatz ist dabei weniger ein klassischer „möglichst viel Pascal und eine riesige Absaugstation“-Saugroboter, sondern eher ein kleiner autonomer Haushaltsroboter, der möglichst selbstständig mit seiner Umgebung klarkommen soll.
Für Deutschland gibt es allerdings einen Haken
So interessant das Ding aussieht: Matic wird derzeit offiziell ausschließlich innerhalb der USA verkauft. Der Hersteller arbeitet nach eigenen Angaben zwar an den notwendigen Zulassungen für weitere Märkte, nennt für Europa beziehungsweise Deutschland derzeit aber noch keinen Starttermin.
In den USA kostet Matic aktuell 1.245 US-Dollar. Dieser Preis gilt laut Hersteller noch bis zum 9. September 2026, anschließend liegt der reguläre Preis bei 1.495 US-Dollar.
Damit bleibt Matic für uns vorerst hauptsächlich ein ziemlich interessantes Beispiel dafür, wohin sich Saugroboter entwickeln könnten. Statt immer noch mehr Sensoren, Pascal und Reinigungsstationen draufzupacken, versucht Matic die Bedienung selbst verschwinden zu lassen.
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