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Tamagotchi trifft Terrarium und KI-Chat: Das junge Unternehmen ALLTIME hat mit oLand ein ungewöhnliches digitales Haustier vorgestellt. Statt als kleiner Roboter durch die Wohnung zu rollen, lebt der virtuelle Begleiter als holografische Figur in einer Miniaturwelt auf dem Schreibtisch. Die Finanzierung läuft aktuell über Kickstarter.
Das System kombiniert einen herausnehmbaren Behälter für echte Pflanzen, Moos, Wasser, Figuren oder andere kleine Objekte mit einer darüber dargestellten digitalen Welt. Eine Kamera erkennt Gegenstände innerhalb des Behälters und soll passende Szenen und Interaktionen erzeugen. Laut Hersteller ist sie gezielt auf diesen Bereich ausgerichtet und nicht zur Überwachung des Raums gedacht.
Der erste virtuelle Bewohner hört auf den Namen Moli. Über einen kleinen NFC-Pod lässt sich mit ihm interagieren: drücken, schütteln, sprechen oder verschiedene Aktionen auslösen. Weitere Pods sollen zusätzliche Charaktere mit eigenen Persönlichkeiten und Funktionen freischalten. Dazu kommen kleine Spiele sowie ein Meditationsmodus mit Atemübungen.
Interessanter wird es beim KI-Teil. Moli kann Gespräche führen und sich laut ALLTIME an frühere Unterhaltungen erinnern. Für diesen erweiterten AI Pet Chat ist allerdings eine Internetverbindung erforderlich. Viele andere Funktionen, darunter Animationen, Minispiele, Meditation und lokal gespeicherte Inhalte, funktionieren auch offline.
Die KI-Funktion ist zudem nicht dauerhaft kostenlos. Sechs Monate AI Chat gehören zum Lieferumfang, anschließend soll daraus ein optionales Abo werden. Einen endgültigen Preis nennt ALLTIME derzeit noch nicht. Ohne Abo bleiben laut Kickstarter täglich 20 kostenlose Chat-Nachrichten möglich, während die übrigen Funktionen weiter genutzt werden können.
Auch eine Matter-Anbindung ist geplant. Damit könnte oLand später unter anderem mit Apple Home, Samsung SmartThings und anderen Matter-Systemen zusammenspielen. ALLTIME bezeichnet diese Funktion allerdings ausdrücklich als Teil der weiteren Roadmap – fertig ist sie also noch nicht.
Die aktuelle Kickstarter-Kampagne läuft seit dem 27. August 2026 und soll am 14. Oktober enden. Zum Zeitpunkt unserer Recherche wurden bereits mehr als 18000 Euro eingesammelt, bei einem Finanzierungsziel von knapp 4000 Euro. Die ersten Geräte sollen im vierten Quartal 2026 verschickt werden, die breitere Auslieferung ist bis ins erste Quartal 2027 vorgesehen. Wie bei Crowdfunding üblich, sind diese Termine keine Garantie.
Unterm Strich ist oLand weniger Roboterhaustier als interaktives Diorama mit KI-Anschluss. Gerade die Mischung aus echten Pflanzen, digitalem Charakter und kleinen Schreibtisch-Spielereien ist zumindest deutlich eigenständiger als der nächste Chatbot mit aufgeklebten Augen.
Bei aller Begeisterung für das Konzept sollte man nicht vergessen: Kickstarter ist kein normaler Onlineshop. Wer oLand unterstützt, finanziert ein Crowdfunding-Projekt – eine pünktliche Auslieferung oder überhaupt eine erfolgreiche Serienproduktion ist damit nicht garantiert. Gerade bei Hardware können Fertigung, Zertifizierung oder Kostenplanung schnell für Verzögerungen sorgen. Warum selbst extrem erfolgreiche Kickstarter-Projekte scheitern können und weshalb hohe Finanzierungssummen keine Sicherheit bieten, haben wir bereits ausführlich in unserem Artikel „Kickstarter: Wie aus einer Kreativplattform ein globaler Preorder-Motor wurde“ erklärt.
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