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Netflix dreht in Deutschland erneut an der Preisschraube. Seit Anfang September 2026 zahlen Neukunden für alle drei regulären Netflix-Abos mehr. Besonders kräftig trifft es ausgerechnet den günstigsten Tarif mit Werbung: Statt 4,99 Euro werden künftig 6,99 Euro pro Monat fällig. Das entspricht einer Preissteigerung von rund 40 Prozent.
Auch Standard und Premium werden jeweils zwei Euro teurer. Neue Funktionen oder andere Verbesserungen der Tarife gibt es dafür nicht.
| Netflix-Abo | bisher | neu | Erhöhung |
|---|---|---|---|
| Standard mit Werbung | 4,99 Euro | 6,99 Euro | +2 Euro / +40 % |
| Standard | 13,99 Euro | 15,99 Euro | +2 Euro / rund +14 % |
| Premium | 19,99 Euro | 21,99 Euro | +2 Euro / rund +10 % |
Damit kostet das Premium-Abo inzwischen 263,88 Euro pro Jahr. Für Standard werden 191,88 Euro und für den günstigsten Tarif mit Werbung immerhin 83,88 Euro jährlich fällig.
Auch Zusatzmitglieder werden teurer
Wer Netflix mit Personen außerhalb des eigenen Haushalts teilen möchte, muss ebenfalls mehr bezahlen. Der zusätzliche Platz mit Werbung kostet künftig 4,99 statt 3,99 Euro monatlich. Ohne Werbung steigt der Preis von 4,99 auf 5,99 Euro.
Netflix erlaubt solche Zusatzmitglieder grundsätzlich bei geeigneten Standard- und Premium-Abonnements. Ein Zusatzmitglied erhält ein eigenes Profil und kann Netflix auch außerhalb des Haushalts des eigentlichen Kontoinhabers verwenden. Die Möglichkeiten hängen allerdings vom gewählten Zusatzmodell ab.
Ausgerechnet der Werbetarif legt am stärksten zu
Netflix schlägt auf jeden regulären Tarif exakt zwei Euro auf. Prozentual trifft das jedoch den günstigen Werbetarif mit Abstand am härtesten. Aus den bisherigen 4,99 Euro werden 6,99 Euro. Der Abstand zum werbefreien Standard-Tarif bleibt mit neun Euro zwar groß, der einst extrem günstige Einstiegspreis verliert aber einiges von seinem Reiz. Zumal Werbung eben Werbung bleibt. Netflix erklärt selbst, dass bei diesem Modell vor und während ausgewählter Filme und Serien Werbespots ausgespielt werden. Einzelne Inhalte können aus Lizenzgründen außerdem im Werbeabo fehlen.
Der Aufpreis kommt also nicht zusammen mit einem neuen Leistungsmerkmal daher. Standard mit Werbung und Standard bleiben bei Full HD und zwei gleichzeitig unterstützten Geräten, während Premium unter anderem 4K und mehr parallele Streams bietet.
Bestandskunden bekommen die Preiserhöhung später
Für Neukunden gelten die neuen Preise bereits. Bei bestehenden Abonnenten wird Netflix die Erhöhung dagegen nicht einfach über Nacht von der Kreditkarte kratzen.
Nach Angaben des Unternehmens werden Kunden mindestens einen Monat vor dem Abrechnungsdatum, an dem die neue Gebühr erstmals fällig wird, per E-Mail über eine Preisänderung informiert. Wer Netflix über einen Drittanbieter oder als Bestandteil eines anderen Pakets bezahlt, kann die Information stattdessen vom jeweiligen Partner erhalten.
Einen alten Preis dauerhaft behalten kann man allerdings nicht. Netflix weist ausdrücklich darauf hin, dass aktualisierte Preise nach ihrer Einführung für alle Mitglieder gelten.
Das alte Basis-Abo verschwindet endgültig
Noch eine kleine Überraschung gibt es für Nutzer des längst nicht mehr regulär angebotenen Basis-Abos. Auch dieses Relikt aus früheren Netflix-Zeiten soll nun endgültig verschwinden.
Nach Angaben von Golem hat Netflix bestätigt, Bestandskunden ab dem 14. September 2026 über das Ende des Basis-Abonnements zu informieren. Anschließend soll eine rund dreimonatige Übergangsfrist laufen. Wer danach keinen anderen Tarif auswählt, dessen Netflix-Zugang wird beendet.
Damit reduziert Netflix sein Angebot endgültig auf die drei aktuellen Modelle Standard mit Werbung, Standard und Premium.
Streaming wird langsam ziemlich teuer
Zwei Euro klingen zunächst überschaubar. Bei mehreren parallel laufenden Streaming-Abos summieren sich solche Erhöhungen allerdings ziemlich schnell. Besonders beim Premium-Abo sind knapp 22 Euro im Monat inzwischen eine Ansage. Netflix begründet Preisänderungen allgemein damit, den Dienst weiterzuentwickeln und zusätzliche Serien und Filme anzubieten. Außerdem könnten lokale Faktoren wie Steuern oder Inflation eine Rolle spielen.
Das Problem aus Kundensicht: Diesmal steht der höheren Rechnung zumindest bei den eigentlichen Tarifleistungen keine entsprechende Aufwertung gegenüber. Netflix bleibt damit zwar Netflix – nur eben zwei Euro teurer. Und wer sich für den günstigen Einstieg mit Werbung entschieden hat, bekommt prozentual den dicksten Nachschlag serviert.
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