Kahle Büroflure, monotone Teppichböden, endlose Reihen fensterloser Räume und das permanente Brummen von Leuchtstoffröhren: Mit den sogenannten „Backrooms“ hat sich im Internet in den vergangenen Jahren eine eigentümliche Form des modernen Horrors etabliert. Die Idee beschreibt eine scheinbar vertraute, aber gleichzeitig völlig entgleiste Parallelwelt aus leeren Büroetagen und verschachtelten Korridoren, die sich in endlosen Wiederholungen ausdehnen. Wer sich darin verirrt, bewegt sich durch ein Labyrinth aus identischen Stockwerken, deren sterile Architektur zunehmend fremd wirkt. Die Räume erscheinen verlassen, doch das Gefühl, dort nicht allein zu sein, bleibt ein zentraler Bestandteil der Erzählung.
Aus diesem digitalen Mythos entsteht nun ein Kinofilm: Mit „Backrooms“ adaptiert Regisseur „Kane Parsons“ das Konzept der unheimlichen Parallelräume für die große Leinwand. Der Horror-Thriller startet am 4. Juni 2026 in den deutschen Kinos im Verleih von „Constantin Film“. Die Ursprungsidee der Backrooms geht auf ein Internet-Posting aus dem Jahr 2019 zurück. Eine einzelne, unscheinbare Aufnahme leerer Büroräume löste damals eine Welle an Interpretationen aus. In Online-Foren und sozialen Netzwerken entstand daraus ein gemeinschaftlich weiterentwickeltes Universum aus unzähligen „Levels“, in denen die vertraute Logik von Architektur und Raum zunehmend auseinanderfällt. Diese Mischung aus urbaner Alltagsästhetik und surrealer Bedrohung entwickelte sich schnell zu einem festen Bestandteil der sogenannten „Creepypasta“-Kultur.
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Eine entscheidende Rolle bei der Popularisierung des Themas spielte auch Kane Parsons. Der Filmemacher veröffentlichte bereits 2022 den Kurzfilm „The Backrooms (Found Footage)“ auf YouTube. Das Video inszenierte das Konzept als pseudo-dokumentarische Entdeckung einer fremdartigen Raumstruktur und entwickelte sich rasch zum viralen Erfolg. Mehr als 71 Millionen Aufrufe machten den damals 16-jährigen Parsons innerhalb kurzer Zeit zu einem bekannten Namen innerhalb der Online-Horrorszene.
Der nun entstandene Kinofilm erweitert diese Idee zu einer abendfüllenden Geschichte. Produziert wurde „Backrooms“ vom Independent-Studio „A24“, das in den vergangenen Jahren mit stilistisch eigenständigen Genreproduktionen wie „Hereditary“, „The Witch“ oder „Talk to Me“ international Aufmerksamkeit erregte. Das Drehbuch stammt von „Will Soodik“, der zuvor unter anderem an Serienprojekten wie „Westworld“, „Homeland“ sowie „Ash vs Evil Dead“ beteiligt war.
Die Besetzung des Films verbindet etablierte Charakterdarsteller:innen mit jüngeren Schauspieler:innen. In den Hauptrollen stehen „Chiwetel Ejiofor“, der unter anderem durch „12 Years a Slave“ international bekannt wurde und dafür eine Oscar-Nominierung erhielt, sowie die norwegische Schauspielerin „Renate Reinsve“, die zuletzt in mehreren international beachteten Arthouse-Filmen zu sehen war. Beide Figuren geraten in der Handlung in die rätselhafte Struktur der Backrooms, aus der ein Entkommen zunehmend unwahrscheinlich erscheint.
Weitere Rollen übernehmen „Mark Duplass“, „Lukita Maxwell“, „Finn Bennett“, „Avan Jogia“ sowie „Robert Bobroczkyi“. Details zur Handlung hält die Produktion bislang weitgehend unter Verschluss. Bekannt ist lediglich, dass der Film das bekannte Found-Footage-Element der ursprünglichen Kurzfilme teilweise aufgreifen und mit einer klassischeren Thriller-Erzählstruktur kombinieren soll.
Quelle: Pressemitteilung