Gaming

Blaze Evercade: Retro-Gaming legal und ohne Gefummel

Blaze Evercade besetzt seit dem Start 2020 eine Nische, die viele Retro-Fans längst aufgegeben hatten: klassische Spiele legal, bequem und ohne Emulator-Bastelei auf echter, moderner Hardware zu spielen. Das Grundprinzip ist simpel. Statt ROMs zusammenzusuchen, BIOS-Dateien zu organisieren oder Controller-Profile zu pflegen, kauft man eine Konsole und steckt eine Cartridge ein. Die Spiele darauf sind offiziell lizenziert, die Sammlungen kommen physisch in Boxen mit gedrucktem Handbuch, und Blaze kuratiert die Inhalte nach Publishern, Plattformen oder Themen.

Die Idee hinter Blaze Evercade

Blaze Entertainment verkauft Evercade nicht als Hochleistungs-Hardware für Puristen, sondern als kuratiertes Retro-Ökosystem. Die Plattform setzt auf physische Module, auf denen mehrere Spiele bereits enthalten sind. Die Collections decken Heimkonsolen, Arcade-Titel, Heimcomputer-Klassiker und moderne „Retro-inspirierte“ Indie-Spiele ab. Nach offiziellen Angaben umfasst die Bibliothek inzwischen mehr als 60 physische Collections und über 500 Spiele.

Wichtig ist dabei: Evercade verkauft nicht die eine große Alleskönner-Box, sondern ein System, das sich Stück für Stück erweitern lässt. Wer nur Arcade-Shooter mag, greift zu Toaplan, Data East oder TAITO. Wer lieber Heimcomputer-Flair will, landet bei Amiga-, C64- oder Spectrum-Sammlungen. Und wer neue Spiele im alten Stil sucht, bekommt mit den Indie-Heroes-Reihen oder Home Computer Heroes auch modernere Software, die bewusst für klassische Systeme oder in deren Ästhetik entwickelt wurde.

Warum Evercade für viele die saubere Retro-Lösung ist

Der Satz „Retro-Gaming legal und ohne Gefummel“ passt auf Evercade ungewöhnlich gut. Die Spiele sind offiziell lizenziert, die Hardware ist auf diesen Zweck zugeschnitten und die Bedienung ist bewusst simpel gehalten.

Diese Blaze-Evercade-Konsolen sind bereits erhältlich

Stand heute besteht das offizielle Evercade-Angebot vor allem aus dem Handheld Evercade EXP-R, der TV-Konsole Evercade VS-R und der Bartop-Arcade Evercade Alpha. Ältere Geräte wie der ursprüngliche Handheld, das alte EXP und die erste VS-Generation spielen in der Plattformgeschichte zwar weiterhin eine Rolle, im aktuellen Hardware-Fokus stehen aber die R-Modelle und Alpha. Der originale Handheld bekommt laut Blaze keine weiteren großen Updates mehr, unterstützt neue Cartridges nach dem finalen Firmware-Update aber weiterhin.

Evercade EXP-R

Der Evercade EXP-R ist das aktuelle Handheld-Modell. Offiziell nennt Blaze unter anderem ein 4,3-Zoll-IPS-Display mit 800 x 480 Pixeln, TATE-Modus für vertikale Spiele und einen 1,5-GHz-Prozessor. Anders als der frühere EXP hat der EXP-R keine integrierten Capcom-Spiele; laut offizieller FAQ ist das Gerät stärker als reines Handheld positioniert und verzichtet außerdem auf den Mini-HDMI-Port des Vorgängers. Im Paket liegt eine Cartridge bei: Tomb Raider Collection 1.

Evercade VS-R

Der Evercade VS-R ist die TV-Konsole im Sortiment. Blaze bewirbt sie als den besten Weg, Evercade-Cartridges in 1080p am Fernseher zu spielen. Offiziell unterstützt das System lokales Multiplayer-Gaming mit bis zu vier Spielern, bietet vier USB-Ports für Controller und einen HDMI-Ausgang. Auch hier liegt Tomb Raider Collection 1 bei, eingebaute Spiele gibt es beim VS-R laut offizieller FAQ nicht.

Evercade Alpha

Mit der Evercade Alpha hat Blaze das System um eine kleine Bartop-Arcade erweitert. Offiziell ist es die erste Evercade-kompatible Arcade-Maschine des Herstellers. Sie besitzt zwei Cartridge-Slots und kann damit auch normale Evercade-Module abspielen. Gleichzeitig bringt jede Alpha-Variante sechs fest eingebaute Capcom-Spiele mit.

So funktionieren die Cartridges

Die Evercade-Cartridges sind das Herz des Systems. Blaze beschreibt sie als eigenes physisches Format, das mit den Evercade-Geräten kompatibel ist. Die Spiele sind bereits auf dem Modul, die Boxen enthalten gedruckte Handbücher, und die Sammlungen sind farblich kategorisiert. Rot steht für Heimkonsolen-Collections, Lila für Arcade und Blau für Home-Computer-Reihen.

Auspacken, einstecken, spielen. Gerade für Retro-Gaming ist das mehr als nur Romantik. Die Handbücher helfen bei alten, oft erklärungsarmen Spielen, und die physischen Veröffentlichungen machen die Plattform auch für Sammler attraktiv.

Welche Spiele es auf Cartridge gibt

Die Cartridge-Bibliothek ist bewusst kuratiert statt grenzenlos. Blaze setzt nicht auf „alles, was irgendwie alt ist“, sondern auf lizenzierte Themen-Sammlungen. Dadurch entsteht ein Angebot, das breiter ist, als es auf den ersten Blick wirkt.

Ein Teil der Library besteht aus klassischen Publisher-Collections. Dazu gehören unter anderem Reihen und Collections mit Atari, Data East, Technos, Gremlin, Delphine, Team17 oder Rare. Gerade Rare Collection 1 zeigt gut, wie Evercade arbeitet: nicht einzelne Downloads, sondern ein Paket aus bekannten und historisch interessanten Spielen auf einem Modul. Offiziell sind dort unter anderem Jetpac, Atic Atac, Knight Lore, R.C. Pro-Am und Cobra Triangle enthalten.

Dazu kommen Arcade-Sammlungen. TAITO Arcade, Toaplan Arcade, Atari Arcade, Data East Arcade oder NEOGEO Arcade richten sich an Spieler, die den Automaten-Fokus wollen. Die offiziellen Ankündigungen sprechen hier regelmäßig von mehreren legendären Automaten-Titeln pro Modul, etwa bei NEOGEO Arcade 1 mit sechs SNK-Klassikern oder bei TAITO Arcade 3 mit neun Arcade-Spielen. Wer Shoot-’em-ups, Beat ’em ups oder frühe Highscore-Klassiker mag, findet hier die klarste Linie im Sortiment.

Ein dritter großer Block sind Home-Computer-Collections. Auf Evercade tauchen nicht nur Konsolenhits auf, sondern auch Spiele mit Wurzeln auf Commodore 64, Amiga oder ZX Spectrum. Offizielle Beispiele sind TheC64-Reihen, Team17 Collection 1, Thalamus Collection 1 oder die Turrican Collection. Das ist ein echter Pluspunkt, weil dieser Teil der Spielehistorie auf modernen Konsolen oft schlechter abgedeckt ist.

Spannend ist außerdem, dass Blaze nicht nur in die Vergangenheit schaut. Mit Indie Heroes und Home Computer Heroes landen auch moderne Spiele auf Modulen, die entweder für klassische Systeme entwickelt wurden oder bewusst deren Stil übernehmen.

Schließlich gibt es auch prominente Einzelmarken und größere Namen. Da sind die Tomb Raider Collection 1 und 2, Broken Sword, Legacy of Kain oder die Zusammenarbeit mit SNK für NEOGEO. Das zeigt, dass Evercade nicht nur im 8- und 16-Bit-Keller wühlt, sondern zunehmend auch bekannte 32-Bit- und Marken-Lizenzen einsammelt.

Gibt es auch Grenzen?

Ja, und die sollte man fair benennen. Wer auf Nintendo-, Sega- oder Konami-Komplettarchive hofft, wird damit nicht automatisch glücklich. Die Plattform lebt von den Lizenzen, die Blaze tatsächlich abschließen kann. Genau deshalb ist das Angebot zugleich Stärke und Grenze: rechtlich sauber, aber eben selektiv.

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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