
DJI verklagt Insta360 in China: Patentstreit eskaliert
DJI und Insta360 liefern sich ihren Konkurrenzkampf jetzt auch vor Gericht. Laut Berichten aus China hat DJI beim Mittleren Volksgericht in Shenzhen Klage gegen Insta360 beziehungsweise dessen Muttergesellschaft Arashi Vision eingereicht. Im Mittelpunkt stehen sechs Patente aus den Bereichen Flugsteuerung, Bildverarbeitung und Hardware. Demnach geht es auch um die Frage, ob frühere DJI-Mitarbeiter bei Insta360 Erfindungen angemeldet haben, deren Rechte womöglich noch DJI zustehen könnten.
Insta360 hat die Vorwürfe inzwischen öffentlich zurückgewiesen. In einer Unternehmensmitteilung vom 24. März 2026 erklärt Arashi Vision, man habe die Medienberichte geprüft, bislang aber noch keine gerichtlichen Unterlagen erhalten. Nach eigener Einschätzung betreffen die Vorwürfe keine wesentlichen Kernpatente, außerdem erwarte das Unternehmen derzeit keine größeren Auswirkungen auf Geschäft oder Entwicklung.
Für die Branche ist der Fall trotzdem spannend. DJI und Insta360 rücken sich seit einiger Zeit immer stärker auf die Pelle. DJI ist längst auch im Actioncam-Markt aktiv, während Insta360 skürzlich auch eine eigene Drohne vorgestellt hat.
Update 26.03.2026:
Insta360-Gründer reagiert auf DJI-Klage mit klarem Statement
Insta360-Gründer JK Liu hat sich öffentlich zur Klage von DJI geäußert und weist die Vorwürfe deutlich zurück. In seinem Statement betont er, dass rechtliche Auseinandersetzungen in der Tech-Branche nichts Ungewöhnliches seien und man dem Verfahren gelassen entgegensehe. Gleichzeitig stellt Liu klar, dass Insta360 weiter auf eigene Innovation und die reguläre juristische Klärung setze.
Besonders deutlich wird Liu bei einem anderen Punkt: Er legt nahe, dass auch DJI sich in der Vergangenheit bei Produktideen und Designs nicht immer völlig unangreifbar bewegt habe. Damit dreht Insta360 die öffentliche Erzählung zumindest teilweise um und versucht, die Klage nicht als klaren Treffer, sondern als Teil eines harten Wettbewerbs zwischen zwei Rivalen darzustellen.
Außerdem verweist Liu laut mehreren Berichten darauf, dass Insta360 selbst mögliche Patentüberschneidungen bei DJI-Produkten identifiziert habe, bislang aber bewusst keine Gegenklage eingereicht habe. Die Botschaft dahinter ist klar: Insta360 will Stärke zeigen, ohne direkt die nächste juristische Eskalationsstufe zu zünden.
Unterm Strich ist das Statement vor allem ein Signal an Kunden, Partner und Investoren: Insta360 will Ruhe ausstrahlen, die Vorwürfe nicht stehen lassen und sich öffentlich als innovationsgetriebenes Unternehmen positionieren. Wie belastbar diese Linie am Ende ist, wird aber nicht auf Weibo oder in Medienstatements entschieden, sondern vor Gericht.
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