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Filmkritik zu „Song Sung Blue“ – Melodisches Wippen dank herzerwärmender Underdogs

Bundesweiter Kinostart: 08. Januar 2026

Hugh Jackman und Kate Hudson als verträumt-verliebtes Musikpaar gegen den Rest der Welt: „Song Sung Blue“ kommt einerseits als zart kitschige Liebeskomödie daher, nur um mit zwei inhaltlichen krassen Brüchen jene bewiesene Kitschigkeit sogleich zu torpedieren und den Ernst des Lebens walten zu lassen. Wie sich der musikalische Ausflug von „Wolverine“-Darsteller Hugh Jackman als leidenschaftlicher Tribute-Act von Neil Diamond schlägt, erfahrt ihr in unserer Filmkritik zum heutigen Kinoneustart.

Neil Diamond ist unbestritten ein Superstar und jenem halbwegs musikinteressiertem Kopf mindestens ein Begriff. Songs wie wie „I Am… I Said“, „Song Sung Blue“, „Desireé“, „Beautiful Noise“ und „Cracklin’ Rosie“ und natürlich nicht zu vergessen – die Hymne aller Stadien „Sweet Caroline“ machten den New Yorker Singer/Songwriter bis heute zu einem einzigartigen Musiker. Was liegt für einen Liebhaber, ebenfalls mit musikalischem Talent ausgestattet, ihn mit Inbrunst auf der Bühne rund drei Dekaden später als Tribute zu covern? Dieser oder ein ähnlicher Gedanke muss Mike Sardina (Hugh Jackman) durch die Hirnwindungen gesaust sein als er seinen Job als Mechaniker an den Nagel hängt um als Neil Diamond Tribute-Künstler über die kleinen Bühnen zu tingeln.

Doch zunächst spricht Mike zu Beginn einnehmend, die Kamera dicht an seinem Gesicht, über eine harte Zeit in seinem Leben. Er ist trockener Alkoholiker. Mit dieser Erkrankung kommt er dank regelmäßigen Meetings gut klar. Was ihn aber mehr unter den Nägeln brennt, ist der ausbleibende Erfolg. Bis er auf Claire (Kate Hudson) trifft, die mit ihm bald das Duo „Lightning and Thunder“ gründet und dank ihrer sensationellen Stimmen und seinem unerschütterlichen Glauben an das Projekt bald zur lokalen Berühmtheit in und abseits Milwaukees avancieren. Die Geschichte ist inhaltlich betrachtet nur der Rahmen damit Jackman und die Golden Globe-nominierte Hudson sich Songs von Diamond an den Kopf trällern dürfen, dies funktioniert trotz leichter Längen bei über zwei Stunden erfreulich gut. Zumal die chicen bis vintage Outfits von Beiden viel Charme mitbringen.

Beide haben eine spürbar gute, keine gekünstelte Chemie miteinander, sie sind als Liebespaar und Musiker:innen glaubhaft. Auch in harten Zeiten, davon hat die Geschichte erstaunlich viel zu bieten. Genauer gesagt hat „Song Sung Blue“ zwei inhaltlich harte Brüche im Vergleich zum zuckersüßen Beginn in petto, die veranschaulichen – selbst das glücklichste Paar kommt in schweren bzw. validen Zeiten an ihre Grenzen. Dass diese „Geschichte“ auf den wahren Erlebnissen des Ehepaars Sardina fußt und Regisseur Craig Brewer (Dolomite is my Name) sich auf die gleichnamigen Dokumentation von Greg Kohs von 2008 bezieht, macht diese musikalische Heldenreise noch beeeindruckender. Jene zwei Schicksalsschläge lässt uns als Zuschauer:innen mitfühlen, jedoch stellenweise rätseln, ob „Song Sung Blue“ hier optimistischer Feelgood-Movie oder tragisches Familiendrama sein möchte. Nichtsdestotrotz überwiegt die gut aufgelegte Spielfreude von Jackman und Hudson. Ein herzerwärmender Film, bestens geeignet für kalte Winterabende.

Song Sung Blue. USA 2025. Verleih: Universal Pictures. Regie: Craig Brewer. Mit Kate Hudson, Hugh Jackman, Jim Belushi. Genre: Drama / Komödie. 132 Minuten. FSK: Ab 12 Jahren.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Instagram. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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