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Wer schon einmal mehrere Tage über den Acker in Wacken gestapft ist, kennt das: Irgendwann tun Füße, Rücken und vermutlich Körperteile weh, von deren Existenz man vorher nichts wusste. Ausgerechnet Heavy Metal könnte dabei helfen – zumindest ein bisschen. Eine neue Studie liefert Hinweise darauf, dass Metal-Fans unter bestimmten Bedingungen Schmerzen länger aushalten. Untersucht wurde das Ganze beim Wacken Open Air. Forschende verglichen 60 Metal-Fans vor Beginn des Festivals mit 62 Teilnehmern während der Veranstaltung. Beim sogenannten Cold-Pressor-Test mussten sie Hand und Unterarm in rund zwei Grad kaltes Wasser halten – maximal vier Minuten.
Über alle Teilnehmer hinweg gab es zunächst keinen statistisch signifikanten Unterschied bei Schmerztoleranz, Schmerzempfindlichkeit oder der wahrgenommenen Unangenehmheit. Spannend wurde es erst bei der genaueren Auswertung.
Weniger Alkohol, mehr Schmerztoleranz
Nachdem Teilnehmer ausgeschlossen wurden, die am Testtag sechs oder mehr alkoholische Getränke angegeben hatten, zeigte sich bei den verbleibenden Probanden während des Festivals eine signifikant höhere Schmerztoleranz. Die Schmerzen setzten also nicht unbedingt später ein – die Teilnehmer hielten sie offenbar länger aus. Als mögliche Erklärung sehen die Forschenden weniger die harte Musik allein als das gesamte Festivalerlebnis. Intensive gemeinsame Musikerlebnisse und soziale Faktoren könnten Einfluss darauf haben, wie Menschen Schmerzen verarbeiten.
Die Studie hat allerdings klare Grenzen. Es handelt sich um eine Feldstudie mit Metal-Fans, der Alkoholkonsum wurde nur per Selbstauskunft erfasst und ein direkter Zusammenhang zwischen Heavy Metal und höherer Schmerztoleranz ist damit nicht bewiesen. Ganz neu ist die Idee trotzdem nicht. Eine frühere Untersuchung auf einem Metal-Festival verglich bei einem Kältetest unter anderem Slayers „Raining Blood“ mit Enyas „Orinoco Flow“. Beim Thrash-Metal-Klassiker berichteten Teilnehmer über eine geringere Schmerzintensität.
Auch andere Untersuchungen deuten darauf hin, dass bevorzugte Musik die Schmerzwahrnehmung beeinflussen kann. Der interessantere Schluss lautet deshalb weniger „Metal ist ein Schmerzmittel“, sondern eher: Musik, die wir mögen und intensiv erleben, kann beeinflussen, wie wir mit Schmerzen umgehen.
Also: ROCK ON!
- Slayer - Reign In Blood
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