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Microduck: Hugging Face verkauft eine KI-Roboterente auf Rollschuhen

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Hugging Face macht jetzt in Enten. Genauer gesagt in 25 Zentimeter hohen Roboterenten, die laufen, Gegenstände mit dem Schnabel aufheben und sich bei Bedarf Rollschuhe unter die Füße schnallen lassen. Hinter dem Microduck steckt Pollen Robotics, das seit 2025 zu Hugging Face gehört. Der kleine Zweibeiner kann ab sofort vorbestellt werden und soll noch vor Weihnachten 2026 ausgeliefert werden.

Ganz so albern, wie das zunächst klingt, ist der Microduck allerdings nicht. Unter der niedlichen Hülle steckt eine offene Entwicklungsplattform, mit der Hugging Face und Pollen Robotics insbesondere Reinforcement Learning und sogenannte Physical AI zugänglicher machen wollen.

15 Motoren und ein Schnabel als Greifer

Der Microduck ist 25 Zentimeter groß und wiegt rund 780 Gramm. Insgesamt 15 Motoren kümmern sich um seine Bewegungen. Zur Wahrnehmung seiner Umgebung besitzt er eine Weitwinkelkamera, einen kleinen 8 × 8 ToF-LiDAR und zwei IMUs. Dazu kommen Mikrofone, Lautsprecher sowie zwei NFC-Antennen in Kopf und Schnabel. Als Rechner dient ein Rockchip RK3566 mit zusätzlichem KI-Beschleuniger, 1 GB RAM und 32 GB Speicher. WLAN und Bluetooth sind ebenfalls an Bord.

Und dann wäre da natürlich der Schnabel. Der lässt sich tatsächlich als Greifer verwenden. Laut Hersteller kann Microduck damit Gegenstände mit einem Gewicht von bis zu 800 Gramm aufnehmen – also ungefähr sein eigenes Körpergewicht.

Ab Werk beherrscht die Ente bereits mehrere Bewegungsabläufe. Sie kann laufen, sitzen, sich ducken, einen Ball treten, Dinge aufheben und sich nach verschiedenen Stürzen wieder selbstständig aufrichten. Gesteuert werden kann sie unter anderem über den mitgelieferten Gamecontroller.

Rollschuhe gibt es als Zubehör

Für den eigentlichen Partykracher benötigt Microduck allerdings Zubehör. Pollen Robotics verkauft für 33 Euro ein Accessory Pack mit zwei Rollschuh-Modulen. Außerdem befinden sich darin ein Laser, ein kleiner NFC-betriebener E-Ink-Anhänger, zehn NFC-Tags und ein Ball. Mit montierten Rollen besitzt Microduck einen eigenen trainierten Bewegungsmodus und kann damit tatsächlich durch die Gegend skaten. Das sieht zunächst nach ziemlich sinnfreiem Roboterspaß aus – und genau das darf es auch sein. Gleichzeitig demonstriert Pollen Robotics damit aber, worum es bei dem Gerät eigentlich geht: Bewegungen werden in einer Physiksimulation trainiert und anschließend auf den echten Roboter übertragen.

Entwickler können die vorhandenen Verhaltensmodelle verändern oder komplett neue Bewegungen trainieren. SDK, Simulation und der komplette Reinforcement-Learning-Stack sind Open Source. Selbst einen Microduck-Simulator stellt das Team über Hugging Face bereit.

Vom KI-Modell zum Roboter

Damit unterscheidet sich Microduck auch deutlich vom Reachy Mini. Während dieser vor allem für Mensch-Roboter-Interaktion, Sprache und Vision entwickelt wurde, dreht sich beim Microduck alles um Bewegung. Pollen Robotics beschreibt den Unterschied recht treffend: Reachy Mini soll eine Plattform für KI sein, die interagiert, Microduck für KI, die handelt.

Die geringe Größe ist dabei Absicht. Experimente mit Reinforcement Learning beinhalten zwangsläufig reichlich Fehlversuche. Wenn eine knapp 800 Gramm schwere Ente beim Training umkippt, ist das wesentlich unkomplizierter als bei einem ausgewachsenen humanoiden Roboter. Zudem kann sich Microduck nach vielen Stürzen selbst wieder aufrichten und direkt weitermachen.

Das macht den kleinen Roboter für Maker, Entwickler, Schulen und Hochschulen interessanter als seine niedliche Optik zunächst vermuten lässt. Gleichzeitig senkt Hugging Face damit die Einstiegshürde für Experimente mit Physical AI erheblich.

Microduck kostet in Europa 340 Euro

Die Vorbestellungen laufen seit dem 27. August 2026. Im europäischen Pollen-Robotics-Shop wird Microduck aktuell für 340 Euro angeboten, Versandkosten werden beim Checkout berechnet. Zur Auswahl stehen die vier Farben Cream, Graphite, Lavender und Sky. Die ersten Geräte sollen noch vor Weihnachten 2026 ausgeliefert werden. Der Hersteller nennt Europa ausdrücklich als einen der Startmärkte.

Neben dem Accessory Pack für 33 Euro gibt es ein Charger Pack mit zwei zusätzlichen Akkus und Dual-Ladegerät für ebenfalls 33 Euro sowie ein Dev Pack für 99,99 Euro. Letzteres enthält unter anderem Ersatzmotoren, Kabel, zwei Akkus, Ladegerät, NFC-Tags und weiteres Werkzeug. Die wechselbare NP-F550-Batterie soll den Roboter ungefähr eine Stunde mit Strom versorgen.

Microduck ist damit weder Haushaltsroboter noch KI-Haustier im klassischen Sinne. Eigentlich verkauft Hugging Face ein vergleichsweise günstiges Experimentiergerät für Reinforcement Learning und Robotik. Dass dieses Gerät aussieht wie eine Ente und auf Wunsch mit Rollschuhen durchs Arbeitszimmer düst, dürfte allerdings deutlich mehr Aufmerksamkeit erzeugen als der nächste graue Entwicklerkasten.

Und ganz nebenbei ist „Meine Roboterente muss noch ihre Rollschuhe laden“ endlich eine technisch völlig legitime Ausrede. Und irgendwie will ich jetzt eine Robo-Ente auf Rollschuhen haben.

Torsten "Pixelaffe" Schmitt

Torsten "Pixelaffe" Schmitt

CvD & Evil Genius
3D-Druck, Serien & Filme, Gaming, jede Art von Gadget
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Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen.

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