
Vom 02. bis 13. Juli 2025 verwandeln die jazzopen 2025 die schwäbische Landeshauptstadt erneut in eine pulsierende Bühne für internationalen Jazz, Soul und Pop. Auf dem Schlossplatz und weiteren Locations in Stuttgart treten Stars wie Herbie Hancock und Dianne Reeves auf. Im Anschluss lest ihr ein exklusives Interview mit Festivalchef Jürgen Schlensog über Programm, Planung und Hintergründen.
Herr Schlensog, die jazzopen Stuttgart haben sich in den letzten drei Jahrzehnten von einem reinen Jazzfestival zu einem stilistisch offenen Großevent entwickelt. Wie definieren Sie heute das musikalische Profil des Festivals?“
Die jazzopen sind ein Jazz & Beyond Festival. Mit rund 60.000 zahlenden BesucherInnen sind wir in Europa die No. 2 dieses Genres. Betrachtet man alle Bühnen, dominiert der Jazz. Die Hauptbühne auf dem Stuttgarter Schlossplatz zeigt den Mainstream. Wir gehen diesen Spagat sehr bewusst. Das Publikum dankt es uns.
In diesem Jahr stehen wieder internationale Superstars wie Kylie Minogue, Joe Bonamassa und Lionel Richie auf dem Programm. Welche Kriterien entscheiden über die Auswahl der Künstler – insbesondere im Spannungsfeld zwischen künstlerischem Anspruch und Publikumswirksamkeit?
Die Qualität muss stimmen. Das gilt für die KünstlerInnen wie auch für unsere Produktion. Wir möchten unser Publikum nicht „erziehen“ sondern begeistern. Wirtschaftlich gesehen muss jeder Act eine hohe Chance haben, das jeweilige venue (Anm. d. Red. Kapazität) auszuverkaufen. Deshalb macht es wenig Sinn, reine Jazz-Acts auf den Schlossplatz zu bringen. Das Line-Up soll möglichst alle Gesellschaftsschichten und Altersgruppen erreichen.
Zur Person: Jürgen Schlensog ist Unternehmer und leitet seit 2008 mit seiner Eventfirma „OPUS GmbH“ das Festival jazzopen Stuttgart. Als gebürtiger Stuttgarter versammelt er Jahr für Jahr eine illustre Mischung aus nationalen und internationalen Künstler:innen auf allerlei Bühnen der Landeshauptstadt. Mit Leib und Seele steht er für Jazz und jegliche Couleur von Musik.
Die jazzopen verteilen sich auf mehrere Spielstätten in der Stuttgarter Innenstadt. Wie gelingt es Ihnen logistisch und atmosphärisch, diese unterschiedlichen Orte zu einem gemeinsamen Festivalerlebnis zu verbinden?
Die jazzopen sind ein City-Festival. Alle Bühnen sind zu Fuß zu erreichen. Zudem bespielen wir weitere eintrittsfreie Bühnen, unsere „open stages“. Diese Format haben wir im Rahmen eines „public private partnerships“ gebaut. Kommunen und einige Sponsoren unterstützen dies. Im kommerziellen Teil des Festivals sind wir von der öffentlichen Hand nicht gefördert, und das ist gut so. Die Kultur hat viel zu bieten und kann sich über ein starkes Sponsoring selbst helfen. Im gesamten Bild ist die atmosphärische Dichte enorm, genau das wollen wir erreichen. Der logistische Aufwand ist zu stemmen.
Zu guter Letzt ist die German Jazz Trophy seit 2010 fester Bestandteil des Festivals und gilt als renommiertes Zeichen im Jazz. In diesem Jahr erhält sie Dianne Reeves. Wie bewerten Sie die Bedeutung dieses Preises für das Festival und die Wahrnehmung der teilnehmenden Künstler?
Die German Jazz Trophy wird mit Unterstützung der Sparda-Bank Baden Württemberg für das Lebenswerk der jeweiligen KünstlerInnen vergeben. Der Award hat international hohes Ansehen und schmückt unser Festival.
Herr Schlensog, vielen Dank für das Gespräch.
Zwar sind viele Konzerte bereits ausverkauft, aber es gibt noch Resttickets.
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