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Longshot Space will Satelliten mit einer riesigen Kartoffelkanone ins All schießen

Da mein letzter Artikel zum Thema Astroiden fangen so gut ankam, hier mal noch eine skurille Idee für die Raumfahrt.

Raketen sind teuer. Sehr teuer. Ein großer Teil der Energie geht dabei schon drauf, um den eigenen Treibstoff mitzuschleppen. Genau hier setzt das US-Startup Longshot Space an. Die Firma arbeitet an einem bodengebundenen Beschleuniger, der Fracht mit einer Art überdimensionierter Kanone auf extreme Geschwindigkeiten bringen soll. Klingt erst mal wie eine völlig entgleiste Kartoffelkanone. Longshot meint das aber ernst.

Das Unternehmen nennt sein Konzept „kinetic launch“. Die Idee: Ein großer Teil der Energie bleibt am Boden, statt in einer Rakete mitzufliegen. So soll Nutzlast günstiger in Richtung All kommen. Longshot setzt dabei nicht auf elegante Sci-Fi-Optik, sondern auf einen simplen, robusten Ansatz mit langem Rohr, viel Druck und harter Physik.

Longshot testet bereits echte Hardware

Spannend ist das Thema nicht nur wegen der Vision. Longshot hat bereits einen 60 Fuß langen Demonstrator in Oakland aufgebaut. Laut Unternehmen arbeitet das System mit drei Boostern entlang des Laufs und soll Projektile mit 6 Zoll (ca. 15 cm) Durchmesser auf bis zu Mach 4,2 beschleunigt haben. Das reicht noch lange nicht für den Orbit, ist aber ist schon ordentlich.

Longshot macht zugleich klar, dass das nur der Anfang ist. Der nächste Schritt soll mit längeren Systemen, mehr Boostern und Wasserstoff als Arbeitsgas erfolgen. Als Zwischenziel nennt das Unternehmen mehr als 500 Meter Lauflänge, Geschwindigkeiten von über Mach 5 und Nutzlasten bis 100 Kilogramm.

Warum das Konzept nicht komplett verrückt ist

Der eigentliche Kniff ist simpel: Fracht ist robuster als Menschen. Longshot zielt daher erst einmal auf unbemannte Nutzlasten, Tests und Hardware, die hohe Beschleunigungen aushalten kann.

Wenn robuste Nutzlasten einen Teil des Starts ohne klassische Rakete schaffen, könnten die Kosten deutlich sinken. Longshot versteht sich deshalb klar als Gegenentwurf zur heutigen Raketenökonomie.

Billig heißt noch lange nicht einfach

Natürlich hat das Konzept einige dicke Haken. Extreme Beschleunigung, Materialbelastung, Aerodynamik, Hitze und die Frage, wie eine Nutzlast danach kontrolliert weiterfliegt, sind massive Herausforderungen. Longshot verkauft die Technik deshalb auch nicht als fertigen Ersatz für Raketen, sondern als Entwicklungspfad: erst Hyperschalltests, dann größere Demonstratoren, später vielleicht orbital nutzbare Systeme.

Trotzdem ist das Projekt mehr als ein schräger Startup-Gag. Longshot verweist auf Verträge mit der US Air Force und arbeitet bereits mit realer Testinfrastruktur. Aus der „Kartoffelkanone fürs All“ wird damit zwar noch kein sicherer Erfolg, aber eben auch kein reiner Fantasiequatsch.

Ob Longshot am Ende wirklich Fracht deutlich günstiger in Richtung Orbit schicken kann, ist offen. Aber genau solche Ideen machen Raumfahrt interessant. Das Startup stellt eine einfache Frage: Muss wirklich alles immer eine klassische Rakete sein? Longshot sagt nein und setzt stattdessen auf rohe Physik, große Infrastruktur und einen möglichst billigen Start.

Offizielle Quellen

Disclaimer: Titelbild mit CHatGPT erstellt

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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