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Soundcore AeroFit 2 Pro im Test: starke Idee, guter Klang, aber nichts für mich

Mit den Soundcore AeroFit 2 Pro kombiniert Soundcore hier ein Open-Ear-Konzept mit einem umschaltbaren ANC-Modus. Der Ansatz ist interessant und genau deswegen habe ich mir die Kopfhörer einmal genauer angeschaut.. Die Ohrbügel lassen sich in mehrere Positionen bringen, sodass die Hörer entweder offener vor dem Ohr sitzen oder näher ans Ohr rücken, um die Geräuschreduzierung besser wirken zu lassen. Offiziell bietet das Modell 11,8-mm-Treiber, Adaptive ANC 3.0, LDAC, Spatial Audio mit Head Tracking, Bluetooth 6.1, Multipoint, IP55 sowie kabelloses Laden. Soundcore ruft in Deutschland 179,99 Euro auf.

Genau diese Mischung macht die AeroFit 2 Pro spannend.

Das Besondere an den AeroFit 2 Pro

Soundcore spricht von den weltweit ersten „Dual-Form Earbuds“. Gemeint ist: Die Kopfhörer sollen zwei Rollen übernehmen. Im offenen Modus bleiben Umgebungsgeräusche bewusst hörbar, was beim Laufen, Radfahren, im Büro oder auf dem Weg durch die Stadt sinnvoll sein kann. Im engeren Modus soll das aktive Noise Cancelling stärker greifen und fokussierteres Hören ermöglichen. Genau diese Vielseitigkeit ist die große Stärke der AeroFit 2 Pro – zumindest auf dem Papier und in ruhiger bis moderat lauter Umgebung.

In der Praxis zeigt sich aber schnell: Die Idee funktioniert besser als Gimmick denn als perfekte Verschmelzung zweier Welten. Der Wechsel zwischen offenem Tragen und ANC-Modus ist wirklich simpel. Gleichzeitig bleibt die Bauform aber halb offen, wodurch das ANC physikalisch gegen Grenzen läuft. Ohne echten Abschluss im Gehörgang kann die Geräuschunterdrückung gar nicht so effektiv sein wie bei klassischen In-Ears mit Silikonaufsätzen. Genau das der Punkt, an dem mir die AeroFit 2 Pro vein wenig den Spaß verderben.

Klang: für Open-Ear überraschend stark

Klanglich schneiden die AeroFit 2 Pro ordentlich bis gut ab. Gerade der Open-Ear-Modus hat mich überraschat. Mit seiner angenehmen Abstimmung, brauchbarem Bassfundament für die Klasse und klarer Stereoabbildung gehört er schin zu den besseren Kopfhörer in dieser Kategorie. Kraftvolle und überraschend klarer Klang wie ich finde.

Man sollte die Erwartungen trotzdem richtig einordnen. Wer von klassischen In-Ears mit dichtem Sitz kommt, bekommt hier naturgemäß weniger Bassdruck, weniger Abschirmung und mehr Abhängigkeit von der Umgebung. Anders gesagt: Die AeroFit 2 Pro klingen ordentlich, aber man sollte sie nicht einfach auspacken, einsetzen und automatisch perfekten Klang erwarten, ihr müsst schon ein paar Einstellungen am EQ in der soundcore-App vornehmen.

ANC: clever gedacht, nur begrenzt überzeugend

Der heikelste Punkt ist das aktive Noise Cancelling. Soundcore verbaut hier Adaptive ANC 3.0 und bewirbt damit eine echte Fokus-Funktion in einem ansonsten offenen Konzept. Das klingt stark, ist in Tests aber genau der Bereich, in dem ich die meiste Kritik habe. Die Bauform lässt leider nicht alle Umgebungsgeräusche ausblenden. Für mich leider keine überzeugende Lösung.

Das ANC ist aber nicht nutzlos. Es reduziert Störungen durchaus, nur eben nicht auf dem Niveau guter klassischer In-Ears von Sony, Bose oder Apple. Wer in einem Café sitzt, im Zug unterwegs ist oder im Büro etwas mehr Ruhe möchte, kann davon profitieren. Wer aber gezielt ein Modell sucht, das Außengeräusche konsequent abschirmt, wird hier wahrscheinlich enttäuscht. Genau deshalb landen die AeroFit 2 Pro für mich insgesamt bei „gut“.

Sitz und Tragekomfort: sehr individuell

Open-Ear-Kopfhörer stehen und fallen mit dem Sitz. Soundcore setzt bei den AeroFit 2 Pro auf verstellbare Ohrbügel, physische Tasten und ein Sport-orientiertes Design. Das kann sehr gut funktionieren, gerade wenn man lange keine Lust auf Druck im Ohrkanal hat. Soundcore selbst nennt 10,4 Gramm pro Earbud,

Und genau hier kommt auch mein persönlicher Eindruck ins Spiel: Ich selbst komme mit den Soundcore AeroFit 2 Pro nicht wirklich klar. Das muss man fair dazusagen, weil Passform bei dieser Bauform extrem subjektiv ist. Was bei anderen sicher und bequem sitzt, fühlt sich für mich auf Dauer eher speziell als selbstverständlich an. Dazu kommt, dass ich die Grundidee zwar spannend finde, im Alltag aber nicht ständig Lust habe, mit Positionen, Sitz und dem besten Winkel herumzuspielen. Für Menschen, die genau diese Flexibilität mögen, kann das ein Pluspunkt sein. Für mich ist es leider nix, sorry.

Das Ladecase: objektiv groß, subjektiv zu groß

Ein weiterer Punkt, den man vor dem Kauf nicht unterschätzen sollte, ist das Ladecase. Soundcore gibt Abmessungen von 107,5 × 57 × 30,2 mm an, das Case selbst wiegt laut Hersteller 88,2 Gramm. Das ist nicht dramatisch, aber eben auch nicht mehr die Art Ladecase, die man völlig gedankenlos in jede Hosentasche wirft und den ganzen Tag vergisst.

Auch hier gilt für mich ganz offen: Das Case ist mir persönlich zu groß, um es ständig bequem in der Hosentasche mit herumzutragen. Gerade wenn man Kopfhörer nicht nur fürs Training, sondern als tägliche Begleiter nutzt, ist das ein echter Faktor. In der Jackentasche, im Rucksack oder in einer Tasche geht das problemlos. In der Jeans wird es dagegen schnell klobig.

Akku, Ausstattung und Alltag

Bei der Akkulaufzeit liefert Soundcore ordentliche, aber keine überragenden Werte. Offiziell sind im Open-Ear-Modus 7 Stunden pro Ladung und 34 Stunden mit Case drin, im ANC-Modus 5 Stunden und 24 Stunden mit Case. Per Schnellladen sollen nach 10 Minuten wieder 3,5 Stunden Wiedergabe möglich sein. Dazu kommen kabelloses Laden, Multipoint, vier Mikrofone mit AI-Unterstützung und der Schutz nach IP55, also solide Voraussetzungen für Alltag und Sport.

Wichtig ist aber auch hier die Einordnung: Im LDAC-Betrieb sinkt die Laufzeit laut Soundcore spürbar. Das kann ich auch soweit bestätigen, wobei ich die angegeben Laufzeiten eher als zu hoch empfinde, vor allem im ANC-Modus.

TL;DR – Für wen sich die AeroFit 2 Pro lohnen – und für wen nicht

Die Soundcore AeroFit 2 Pro sind vor allem für Nutzer interessant, die offenes Hören mögen, aber gelegentlich etwas mehr Abschirmung möchten, ohne gleich komplett auf klassische In-Ears umzusteigen. Wer joggt, spazieren geht, im Büro sitzt oder generell ein Modell sucht, das zwischen Awareness und etwas Fokus wechseln kann, findet hier ein spannendes Produkt mit echtem Alleinstellungsmerkmal. Klang, Ausstattung und Idee sind stark genug, um das Modell ernst zu nehmen.

Weniger gut passen die AeroFit 2 Pro zu Leuten, die kompromissloses ANC, maximale Taschentauglichkeit oder einen völlig unproblematischen Universalsitz wollen. Genau da zeigen sich die Kompromisse am deutlichsten.

Das betrifft auch den Preis: Rund 180 Euro sind für ein Produkt fair, das technisch mutig ist, aber noch nicht in allen Disziplinen souverän gewinnt. Das muss jeder für sich selbst eintscheiden. Overall würde ich den Soundcore AeroFit 2 Pro ein „gut“ als Gesamtnote geben.

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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