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Manchmal stolpert man beim durchs Netz surfen über Dinge, von denen man vorher nicht wusste, dass man sie braucht. Wonderland Amusements fällt ziemlich genau in diese Kategorie. Das Unternehmen baut mechanische Flipperautomaten für zu Hause – kleiner und erheblich günstiger als die üblichen ausgewachsenen Geräte.
Und nein, wir reden hier nicht von einem Bildschirm in einem flipperähnlichen Gehäuse. Bei den Geräten von Wonderland Amusements gibt es echte Stahlkugeln, Flipperfinger, Bumper, Rampen, Slingshots und Multiball. Das aktuell erhältliche Modell hört auf den herrlich bekloppten Namen Alice Goes to Wonderland. Und das Ding sieht verdammt spaßig aus.
Alice Goes to Wonderland: ein echter Flipper im 80-Prozent-Format
Die Idee hinter Wonderland Amusements ist recht simpel: Ein klassischer Flipper ist groß, schwer und vor allem teuer. Moderne Geräte bekannter Hersteller bewegen sich schnell in Preisregionen von mehreren Tausend Euro.
Wonderland schrumpft das Konzept deshalb auf ungefähr 80 Prozent der Größe eines kommerziellen Flippers. Alice Goes to Wonderland misst rund 147 × 69 × 152 Zentimeter und wiegt etwa 57 Kilogramm. Klein ist das Ding damit sicherlich nicht, aber zumindest deutlich wohnzimmertauglicher als so manche Arcade-Maschine. Der vielleicht interessanteste Punkt ist allerdings der Preis. Wonderland nennt regulär 1.099 US-Dollar, aktuell wird der Flipper direkt beim Hersteller für 999 US-Dollar angeboten.
Und dafür bekommt man überraschend viel echtes Flipper-Gedöns.
Kein Bildschirm-Flipper, sondern richtige Mechanik
Unter der Spielfeldabdeckung steckt ein tatsächlich mechanisch funktionierender Flipper. Wonderland nennt unter anderem:
- echte mechanische Flipper
- Bumper und Slingshots
- Rampen
- Multiball
- eine 22 Millimeter große Stahlkugel
- LED-Beleuchtung
- integrierte Lautsprecher
- eigenes Spielsystem mit Musik und Soundeffekten
- WLAN für Software-Updates und Highscores
Das Spielfeld selbst besteht laut Hersteller aus 19 Millimeter starkem Sperrholz mit einer Acrylauflage, das Cabinet aus MDF. Metallleisten und Stahlbeine mit Nivellierfüßen gehören ebenfalls dazu. Die Illustrationen stammen von Carlos Mendoza III. Das ist also kein Spielzeug-Flipper, den man nach drei Tagen unter das Kinderbett schiebt. Gleichzeitig darf man natürlich keinen Stern- oder Jersey-Jack-Automaten zum Schnäppchenpreis erwarten.
Und Alice ist offenbar erst der Anfang
Noch spannender wurde es für mich beim Blick auf das nächste Modell.
Wonderland arbeitet bereits an Teenage Mutant Ninja Turtles: Battle in the Sewer. Und spätestens bei den Turtles fangen manche an zu zucken.
Auch hier setzt der Hersteller auf rund 80 Prozent der normalen Flippergröße, mechanische Flipper, Rampen, Bumper, Slingshots, Multiball und eine echte 22-mm-Stahlkugel. Dazu kommen ein LCD, WLAN-Updates, digitales Highscore-Tracking und natürlich jede Menge TMNT-Grafik. Das Artwork stammt von Mateus Santolouco, der durch seine Arbeit an den TMNT-Comics bekannt ist.
Geplant sind zudem unterschiedliche Ausführungen. Neben der Standardversion gibt es eine Turtle Power Edition, die zusätzliche Figuren von Leonardo, Michelangelo, Donatello, Raphael und Shredder sowie einen speziellen Topper mitbringen soll.
Der reguläre Preis wird mit 1.100 US-Dollar angegeben. Auf der Vorbestellseite nennt Wonderland für die Standardausführung derzeit einen Presale-Preis von 849 US-Dollar. Das Gerät befindet sich allerdings noch in Entwicklung, und der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, dass sich das finale Produkt noch verändern kann.
Die Sache hat allerdings einen ziemlich großen Haken
Bevor jetzt jemand hektisch die Kreditkarte aus der Schublade zieht: Für uns in Deutschland ist das Ganze momentan eher etwas zum Anschmachten.
Wonderland Amusements liefert seine Flipper derzeit laut eigener Produktseite ausschließlich innerhalb der zusammenhängenden US-Bundesstaaten. Selbst Alaska und Hawaii werden momentan nicht beliefert. Deutschland steht damit erst recht nicht auf dem Versandzettel. Hinzu kommt, dass die Geräte für 120 Volt ausgelegt sind. Selbst mit einem Import wäre das Thema also nicht mit „Stecker rein und los“ erledigt. Dazu kämen Transportkosten, Einfuhrabgaben und die Frage, wie lustig ein Garantiefall bei einem knapp 60 Kilogramm schweren Flipper über den Atlantik wäre.
„Schade.“
Denn für knapp 1.000 Dollar wäre das Alice-Modell durchaus ein Preisbereich, bei dem ein echter mechanischer Flipper plötzlich nicht mehr völlig absurd erscheint.
Davon würde ich gerne mehr sehen
Vielleicht liegt es einfach daran, dass Flipper dieses wunderbare Zwischending aus Technik, Spielzeug und völlig unnötigem Platzverbrauch sind. Aber das Konzept von Wonderland Amusements gefällt mir.
1.000 Dollar sind immer noch viel Geld. Gemessen daran, was ein neuer vollwertiger Flipper kostet, bewegt sich das Ganze aber plötzlich in einer Region, in der man zumindest kurz darüber nachdenkt, welchen Schrank man eigentlich wirklich noch braucht. Alice Goes to Wonderland sieht dabei bereits ziemlich charmant aus. Mit den Teenage Mutant Ninja Turtles wird das Konzept für mich persönlich noch interessanter. Jetzt müsste Wonderland seine Geräte nur noch offiziell nach Europa bringen.
Denn einen mechanischen TMNT-Flipper für ungefähr 1.000 Euro ins Arbeitszimmer zu stellen, wäre selbstverständlich vollkommen vernünftig.
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