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Deutschland-App geplant: SAP und Telekom sollen zentrale Bürger-App für den Bund bauen

Die Bundesregierung treibt offenbar den Aufbau einer zentralen Bürger-App voran. Ziel ist eine Anwendung, über die Bürger künftig Anträge stellen, Termine buchen, ihre Identität nachweisen und staatliche Leistungen digital abrufen können. Besonders wichtig: Nach übereinstimmenden aktuellen Berichten soll SAP das Projekt gemeinsam mit der Deutschen Telekom beziehungsweise T-Systems umsetzen.

Aus der Idee wird offenbar ein konkretes Großprojekt

Dass eine solche App politisch gewollt ist, war bereits seit Februar klar. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hatte auf dem Handelsblatt GovTech-Gipfel eine bundesweite App für Bürger angekündigt, die zusammen mit einer digitalen Wallet das Verhältnis zwischen Staat und Bürger grundlegend verändern soll.

SAP soll die Plattform und KI-Funktionen liefern

Die Rollenverteilung soll ziemlich klar sein. SAP soll die zentrale Plattformtechnologie und die KI-Funktionen liefern, während die Telekom-Seite mit T-Systems Infrastruktur und Datenspeicherung übernehmen soll. Genau dieser SAP-Part ist für das Projekt zentral, weil es nicht nur um eine hübsche App-Oberfläche geht (die SAP m.M. nach nicht kann), sondern um die eigentliche Verwaltungsplattform dahinter. Dort sollen Prozesse zusammenlaufen, Formulare, Identitätsprüfung und digitale Interaktion mit Behörden gebündelt werden.

Was die Deutschland-App leisten soll

Geplant ist laut den Berichten eine Art digitales Bürgerbüro auf dem Smartphone. Nutzer sollen darüber Anträge stellen, Termine buchen, Verwaltungsleistungen abrufen und Informationen von Behörden erhalten können. Außerdem soll die App bei der Identitätsverifizierung helfen. Damit würde sie deutlich weiter gehen als viele heutige Einzellösungen von Kommunen oder Fachbehörden, die meist nur einzelne Dienste digital abbilden.

Prototyp soll schon im April vorliegen

Laut Projektumfeld, auf das sich mehrere Berichte beziehen, arbeitet die Telekom bereits an einer ersten Version, und ein Prototyp soll noch im April 2026 vorliegen. Das ist sportlich, zeigt aber, dass das Projekt intern offenbar mit hohem Tempo vorangetrieben wird.

Warum ausgerechnet SAP bei so einem Projekt eine große Rolle spielt

Dass SAP bei einem solchen Projekt eine Schlüsselrolle übernehmen soll, ist nicht zufällig. Die Bundesregierung setzt im Umfeld digitaler Souveränität und Verwaltungsmodernisierung zunehmend auf Plattformen, die rechtlich und operativ in Deutschland beziehungsweise unter deutschen Anforderungen betrieben werden können. Gleichzeitig braucht eine zentrale Bürger-App eine starke Backend-Struktur für Prozesse, Datenflüsse und Integrationen in bestehende Behördensysteme.

Die Idee ist groß, die eigentliche Herausforderung aber noch größer

Auf dem Papier klingt die Idee erstmal gut. Eine zentrale Anlaufstelle für digitale Verwaltung wäre für viele Bürger ein echter Fortschritt. Die eigentliche Herausforderung liegt aber in der föderalen Realität: Bundes-, Landes- und Kommunalstrukturen, unterschiedliche Fachverfahren, Datenschutz, Schnittstellen und Zuständigkeiten müssen zusammenfinden. Genau daran sind frühere Digitalvorhaben der Verwaltung oft gescheitert.

Quellen

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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