MotoGP 26 im großen Test – Röhrend zur Ziellinie
Lasst euch den Fahrtwind am Helm vorbeiwehen...während ihr den Rennzirkus erobert
Zieht den Helm auf und schwingt euch in die abriebfesten, hautengen Klamotten – jetzt wird wieder über die Pisten der Welt gedüst! „MotoGP 26“ macht nicht den bekannten Fehler, sich grundsätzlich neu erfinden zu wollen. Stattdessen schraubt das italiensche Studio Milestone an den richtigen Stellen weiter – genau das merkt man im Gameplay ziemlich schnell. Dadurch entstand ein Spiel, das seine Idealinie kennt, sie nicht verlässt und trotzdem genug verändert, um sich nicht wie ein Update mit neuem Kader anzufühlen. Unsere Review zum Motorsportsimulator MotoGP 26.
Was ist es eigentlich? Rennspiel mit Realismus-Faktor oder eine arcadige Rennsimulation mit Anspruch? Und wenn ich von „Es“ spreche, dann meine ich zweifelsohne den neuesten Jahrgang der „MotoGP„-Reihe vom italienischen Rennspiel-Spezialisten Milestone. Die Jungs und Mädels konnten nicht nur mit „RIDE 6“ zuletzt einen großen Erfolg verbuchen sondern stehen zudem hinter der spaßigen „Hot Wheels Unleashed“-Reihe sowie dem Reboot von „Screamer“ (damals noch als „Bleifuss“ bekannten) Racer, der eine im postiven Sinne eigenartige Melange mit Animé-Sequenzen eingeht. Kommen wir jedoch zurück zum harten Asphalt der Tatsachen – was möchte „MotoGP 26“ für die Spieler:in sein? Vielleicht ein bißchen von Beidem. Der wichtigste Unterschied steckt im spielerischen Handling. Früher hat man im Grunde das Motorrad gesteuert, jetzt steuert man (zusätzlich) den Fahrer – und der bewegt das Bike. Das klingt nach Detailarbeit, verändert aber das schlichte Fahrgefühl deutlich. In schnellen Kurven geht es weniger um Einlenken, sondern darum, wie sauber man frühzeitig das Gewicht verlagert. Wer zu hektisch reagiert, fliegt schneller ins Kiesbett, wer ruhig bleibt, fährt präziser als je zuvor. Das Ganze wirkt überraschend natürlich, selbst nach kurzer Eingewöhnung.
Gleichzeitig bleibt das Spiel offen für unterschiedliche Spielertypen. Im voreingestellten Steuerungstyp „Arcade“ mit aktivierten Fahrhilfen kann man sich gut rantasten, dank deaktivierten Assists wird es fordernd, aber nie unfair. Fehler liegen stets Der „Pro“-Modus ist dieses Jahr sogar etwas zugänglicher, ohne den Simulationsanspruch aufzugeben. Dazu kommen umfangreiche Optionen, inklusive Steuerungshilfen, die auch einhändiges Spielen ermöglichen.
Inhaltlich fährt „MotoGP 26“ die bekannte Struktur auf, erweitert sie aber sinnvoll. Einzelrennen, komplette Saisons und die Karriere sind wieder dabei. Die Karriere ist hierbei aufgebohrter: Eine Woche besteht aus Training, Qualifying, Sprint und Rennen, danach geht es zur nächsten Strecke und ganz frisch am Donnerstag also vor dem eigentlichen Training noch Pressekonferenzen, in der wir unsere Ziele definieren oder gleich direkt einen Rivalen ausmachen. Gleich mehr dazu.
Dazwischen streut das MotoGP 26 bewusst Abwechslung ein. In sogenannten „Race Off“-Events, also in der Freien Zeit zwischen dem Rennzirkus, steigt man auf andere Zweiräder – Minibikes, Motards oder Flat-Track-Bikes. Das ist mehr als nur ein lapidarer Bonus, weil sich das Fahrgefühl komplett verändert. Die Sessions sind lockerer, fast schon wie kleine Abenteuer zwischen den großen Rennwochenenden. Und sie bringen etwas rein, das der ernsten weil seriösen Serie sonst oft fehlt: Leichtigkeit.
Die Karriere selbst lebt von kleinen Systemen. Man verhandelt Verträge, entwickelt das Bike weiter und bewegt sich im Fahrermarkt. Dazu kommen Pressekonferenzen, in denen man Antworten gibt, die Einfluss auf Beziehungen u.a. zum Hersteller der Ausrüstungsteile und Fortschritt haben. Die Idee dahinter funktioniert, die Umsetzung ist etwas flach – viele Fragen wirken trotz vorhandenem Potenzial erstaunlich banal. Trotzdem lohnt es sich, mitzuspielen, weil Boni für unseren Rennstall abgreifbar sind. Das sind interessante Neuerungen, aber wir wünschen uns im kommenden Teil eine Reaktion des Rivalen, wenngleich wir damit auch Erfahrungspunkte sammeln. Im ausführlichen Editor lässt sich zudem unsere gesamte Ausrüstung farblich wie dekorativ anpassen, sodass ein eigens erstellter Fahrer sich bestens von anderen abheben kann.
Starkes Detail: Motorräder lassen sich so weit entwickeln, dass sie auf Augenhöhe mit der Spitze fahren können. Das sorgt dafür, dass man nicht ewig in einem schwachen Team festhängt. Fortschritt ist möglich, aber keinesfalls geschenkt. Offiziell ist alles drin, was man erwartet. Die komplette MotoGP-Saison 2026 ist abgebildet – Fahrer, Teams, Strecken. Neu ist, dass reale Ergebnisse in die Fahrerwertung einfließen können. Das ist kein riesiger Gamechanger, sorgt aber dafür, dass sich das Spiel etwas lebendiger anfühlt. Man kann ganz unten in Moto3 anfangen oder direkt in die Königsklasse springen. Alternativ übernimmt man reale Fahrer wie Marc Márquez und spielt deren Karriere, bestenfalls weltklasse, weiter.
Abseits der Karriere gibt es ebenfalls zu tun. Grand Prix und Meisterschaftsmodus sind natürlich wieder an Bord, solide umgesetzt. Dazu kommen die separaten Disziplinen wie Motard oder Flat Track, die unabhängig spielbar sind und tatsächlich einen eigenen Reiz entwickeln. Ergänzt wird das Ganze durch sammelbare Kartenpakete, die man durch Erfolge freischaltet – keine Sorge, Milestone verzichtet sicherlich aus guten Gründen auf ein System mit Mikrotransaktionen. Inhalte werden freigespielt, nicht gekauft.
Der Multiplayer hat diesmal einen klaren Fokus. Online-Rennen unterstützen bis zu 22 Fahrer:innen gleichzeitig, inklusive vollständigem Crossplay zwischen PC, PlayStation 5 und Xbox Series. Nur die Nintendo Switch bleibt außen vor. Das sorgt für gut gefüllte Lobbys und entsprechend herrlich chaotische Rennen – was natürlich den Unterhaltungswert steigern lässt. Dynamisches Wetter und variable Regeln bringen zusätzliche Spannung rein. Lokal gibt es außerdem Splitscreen für zwei Spieler, was inzwischen fast schon ungewöhnlich ist. Spielerisch funktioniert das alles, weil die Rennen glaubwürdig bleiben. Wetterwechsel, Flaggenregeln und Strafen bei Track Limits greifen sauber ineinander. Gegner verhalten sich nachvollziehbar, ohne perfekt zu sein. Es entsteht ein Rennfluss, der sich nah an der Vorlage orientiert.
Technisch liefert das Spiel eine enorm gute Vorstellung ab. Die im Motorenraum tuckernde Unreal Engine 5 sorgt für eine detailreiche Darstellung, die nah an Fotorealismus herankommt, ohne sich aufzudrängen. Der Circuit of the Americas und der Portimão Circuit machen bei knalliger Sonne schon etwas her. Bikes, Strecken und Animationen wirken stimmig, größere Probleme sind uns während unserer Testsession nicht aufgefallen. Ein Kritikpunkt bleiben die Ladezeiten – für aktuelle Hardware sind sie länger als erwartet.
- Erlebe die volle Intensität der MotoGP-Weltmeisterschaft 2026 mit allen offiziellen Fahrern, Teams, Motorrädern und Strecken
- Stürze dich mit dem Arcade-Modus direkt ins Geschehen oder tauche mit dem Pro-Modus in die pure Simulation ein
- Schreibe deine eigene Legende mit einem individuell gestalteten Fahrer oder erlebe die Karriere eines offiziellen MotoGP-Stars neu
Wenn man „MotoGP 26“ mit dem Vorgänger vergleicht, wird klar: Die großen Sprünge sind bereits mit „MotoGP 25“ passiert. Dieses Jahr geht es eher darum, die bestehenden Systeme zu verfeinern. Wer nur auf spektakuläre Neuerungen wartet, könnte das als „mehr vom selben“ abtun. Das greift aber zu kurz, weil viele kleine Anpassungen das Spiel spürbar runder machen. Unter’m Strich ist „MotoGP 26“ genau das, was die Serie gerade braucht. Kein radikaler Umbau, sondern ein gezieltes Nachschärfen. Das neue Handling bringt frischen Wind rein während die Karriere motivierend bleibt, der Multiplayer funktioniert besser als zuvor. Kleinere Schwächen – bei Präsentation neben der Rennstrecke und Ladezeiten – fallen auf, ändern aber wenig am Gesamtbild. Wer sich für Motorradsimulationen interessiert, bekommt hier eine unterhaltsame – sogar richtig gute Umsetzung des röhrenden Sports geboten.
Release: 29.04.2026 | Entwickler: Milestone | Genre: Rennspiel | Für PlayStation 5, Xbox Series S/X, Nintendo Switch 2 und PC | USK: ab 0
MotoGP 26 (PlayStation 5)
Spielspaß - 89%
Gameplay - 83%
Grafik - 92%
Technik - 82%
87%
Empfehlung!
„MotoGP 26“ überzeugt als starkes Gesamtpaket: präziseres Handling, stabiler Multiplayer und eine motivierende Karriere machen diesen Serienteil zu einem Highlight.
Mehr Informationen zu unserem Wertungssystem findest Du hier.
Hier findest du unsere aktuellen Gaming-Reviews.
Weitere News aus der Technik-Welt findet ihr hier. 24/7.
Folgt uns über Instagram, Threads und X (ehemals Twitter).
Bei den hier angezeigten Produkten handelt es sich um Affiliate Links, bei einem Kauf unterstützt ihr meine Arbeit. Letzte Aktualisierung 29.04.2026 / Bilder von der Amazon Product Advertising API. Amazon und das Amazon-Logo sind Warenzeichen von Amazon.com, Inc. oder eines seiner verbundenen Unternehmen.
In diesem Artikel können Partnerlinks enthalten sein. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.















