
Die Macher von Magic the Gathering haben mit Mood Swings ein neues Trading Card Game vorgestellt. Rosewater persönlich arbeitet nach eigenen Angaben seit rund 28 Jahren an dem Spiel. Jetzt wird daraus tatsächlich ein Produkt.
Mood Swings soll ab dem 1. Juni über die Secret-Lair-Plattform von Wizards of the Coast erscheinen. Der große Unterschied zu Magic: The Gathering: Hier geht es nicht um Mana, komplexe Decks, Lebenspunkte oder endlose Regelabende mit drei Leuten, die gleichzeitig „Moment, das geht so nicht“ sagen. Mood Swings soll schnell, einfach und direkt spielbar sein. Also ungefähr das Gegenteil von dem, was mancher am Küchentisch erlebt, wenn Commander mal wieder „nur eine kurze Runde“ werden sollte.
Mood Swings ist ein TCG im Mini-Format
In jeder Box stecken 45 Karten. Damit ist das Spiel sofort spielbar, ohne dass vorher ein Deck gebaut werden muss. Trotzdem bleibt der Sammel- und Tauschgedanke erhalten, denn die Karten sind zufällig zusammengestellt. Jede Box enthält 23 häufige, 14 ungewöhnliche, sechs seltene und zwei mythisch seltene Karten. Insgesamt umfasst Mood Swings zum Start 133 Karten: 48 Commons, 40 Uncommons, 30 Rares und 15 Mythic Rares. Das Spiel ist für zwei bis vier Personen gedacht. Eine Partie zu zweit soll laut Wizards nur etwa fünf bis zehn Minuten dauern. Damit positioniert Wizards Mood Swings klar als kleines, schnelles Kartenspiel. Nicht als Ersatz für Magic, sondern eher als dessen kleine, nervöse Schwester, die weniger erklärt und schneller loslegt.
So funktioniert Mood Swings
Die Grundidee ist simpel. Alle Spieler nutzen denselben Kartenstapel. Jeder startet mit fünf Karten auf der Hand. Pro Runde wird eine Karte gespielt. Jede Karte steht für eine Emotion oder Stimmung und besitzt einen Zahlenwert. Wer am Ende einer Runde den höchsten Wert auf dem Tisch hat, gewinnt diese Runde. Wer drei Runden gewinnt, gewinnt die Partie.
Ganz ohne Taktik bleibt es aber nicht. Viele Karten haben zusätzliche Effekte. Manche lassen weitere Karten ziehen, andere verändern Werte oder werfen Karten ab. Einige Karten drehen die Runde komplett um. Als Beispiel wurde unter anderem eine Karte genannt, die zwar den Wert null hat, dafür aber alle anderen ausgespielten Stimmungen abräumt. Genau da steckt dann der typische Trading-Card-Game-Reiz: einfache Regeln, aber genug kleine Gemeinheiten, um am Tisch für kurze, gepflegte Irritation zu sorgen.
Magic-DNA ohne Magic-Overkill
Mood Swings nutzt Elemente aus Magic: The Gathering, ohne direkt im Magic-Universum zu spielen. Die Karten greifen das bekannte Fünf-Farben-System auf. Die Illustrationen bestehen aus Skizzen bereits veröffentlichter Magic-Artworks. Statt Kreaturen, Zaubern und Planeswalkern stehen hier aber Emotionen im Mittelpunkt. Wizards kann so vorhandene Magic-DNA nutzen, ohne das neue Spiel mit der vollen Lore-Keule zu erschlagen. Für Sammler dürfte das trotzdem interessant sein, weil die Karten auf bekanntem Artwork basieren. Für Neueinsteiger bleibt die Hürde niedriger, weil sie nicht erst 30 Jahre Magic-Geschichte lernen müssen.
Secret Lair als Chance und Risiko
Verkauft wird Mood Swings zunächst über Secret Lair. Genau das macht die Sache spannend, aber auch etwas heikel. Secret Lair steht bei Magic-Fans nicht nur für besondere Produkte, sondern auch für begrenzte Verfügbarkeit, FOMO und den üblichen Reflex, sofort zu kaufen, bevor später wieder alle jammern. Ob Mood Swings dauerhaft weitergeführt wird, ist derzeit offen. Rosewater spricht selbst davon, dass zukünftige Versionen möglich wären, sofern das Spiel gut läuft. Die Rückseite der Karten soll dabei konsistent bleiben, was Erweiterungen oder neue Editionen grundsätzlich möglich machen würde.
Damit ist Mood Swings weniger ein klassischer Magic-Ableger und eher ein Experiment von Wizards: Wie viel Trading Card Game bleibt übrig, wenn man fast alles weglässt, was Trading Card Games kompliziert macht?
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