
Valve macht ernst. Die Steam Machine kann ab sofort reserviert werden, allerdings nicht im klassischen Sinne von „in den Warenkorb, bezahlen, fertig“. Stattdessen nutzt Valve ein Reservierungssystem mit Zufallsauswahl. Das soll Bots, Scalper und die übliche Hardware-Launch-Hölle zumindest etwas eindämmen. Ob das klappt? Schauen wir mal. Der Versuch ist immerhin sympathischer als ein Shop, der nach zwölf Sekunden brennt.
Keine normale Vorbestellung
Interessierte können sich für die gewünschte Steam-Machine-Variante anmelden. Die Registrierung läuft bis zum 25. Juni 2026 um 19:00 Uhr deutscher Zeit. Danach wird die Reihenfolge einmalig per Zufallsverfahren festgelegt. Wer Glück hat, landet in der Reservierungswarteschlange. Wer weniger Glück hat, kommt auf die Warteliste. Man kann sich zwar für mehrere Varianten anmelden, am Ende aber nur für eine Steam Machine ausgewählt werden. Valve priorisiert dabei offenbar das hochwertigste Modell, für das man sich eingetragen hat. Nach der Zuteilung lässt sich die gewählte Konfiguration nicht mehr ändern. Wer eine Kaufmöglichkeit erhält, hat anschließend 72 Stunden Zeit, den Kauf abzuschließen. Die ersten Kauf-E-Mails sollen ab dem 29. Juni verschickt werden.
Diese Modelle gibt es
| Modell | Preis in Europa |
|---|---|
| Steam Machine 512 GB | 1.039 Euro |
| Steam Machine 512 GB + Steam Controller | 1.108 Euro |
| Steam Machine 2 TB | 1.359 Euro |
| Steam Machine 2 TB + Steam Controller | 1.428 Euro |
Die 2-TB-Versionen kommen zusätzlich mit zwei wechselbaren Frontplatten. Eine davon ist aus rotem Stoff, die andere aus massivem Walnussholz. Weil natürlich selbst ein Wohnzimmer-PC heute aussehen muss, als hätte ihn jemand aus einem Möbelkatalog und einem Gaming-Forum gleichzeitig gezogen.
Wer überhaupt mitmachen darf
Ganz offen ist das System nicht. Voraussetzung ist ein Steam-Account in gutem Zustand. Außerdem muss über diesen Account vor dem 27. April 2026 bereits ein Kauf bei Steam erfolgt sein. Pro Haushalt ist nur eine Anmeldung erlaubt. Valve will unter anderem Zahlungsdaten und Versandadressen nutzen, um Mehrfachanmeldungen auszusortieren. Die Steam Machine wird direkt über Steam in der EU, den USA, Kanada, Großbritannien und Australien verkauft. Für Japan, Taiwan und Hongkong läuft der Vertrieb über einen autorisierten Partner.
Was steckt in der Steam Machine?
Valve positioniert die Steam Machine als kompakten Wohnzimmer-PC mit SteamOS. Das Gerät ist ungefähr ein sechs Zoll großer Würfel, bringt ein integriertes Netzteil mit und soll laut Valve mehr als die sechsfache Leistung des Steam Deck bieten. Angepeilt werden 4K-Gaming mit 60 Bildern pro Sekunde per FSR. Dazu kommen Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.3 und Unterstützung für unterschiedliche Monitore, Eingabegeräte und Peripherie.
Das ist also keine klassische Konsole. Es ist eher ein PC, der so tun soll, als wäre er eine Konsole. Und genau da wird es interessant. Wer ohnehin eine große Steam-Bibliothek besitzt, bekommt ein Gerät fürs Wohnzimmer, das deutlich weniger Bastelcharakter haben dürfte als ein selbst zusammengeschraubter Mini-PC. Wer nur „eine neue Konsole“ sucht, wird beim Preis vermutlich erst einmal trocken schlucken.
Warum ist das Ding so teuer?
Der Einstieg bei 1.039 Euro ist sportlich. Sehr sportlich. Valve argumentiert, dass die Steam Machine nicht subventioniert wird. Anders als klassische Konsolenhersteller will Valve die Hardware also nicht unter Wert verkaufen, um das Geld später über geschlossene Ökosysteme, Abos oder exklusive Software wieder reinzuholen.
Das klingt edel, hilft dem Geldbeutel aber nur bedingt. Am Ende steht da trotzdem ein Wohnzimmer-PC für über 1.000 Euro. Die offene Plattform ist ein starkes Argument. Der Preis bleibt trotzdem ein Brett. Gerade im Vergleich zu PS5, Xbox Series X oder PS5 Pro wirkt die Steam Machine nicht wie der kleine Rebell für alle, sondern eher wie ein ziemlich teurer Türöffner in Valves PC-Wohnzimmer.
Für wen lohnt sich die Reservierung?
Die Steam Machine ergibt vor allem für Leute Sinn, die bereits tief in Steam hängen und ihre Spiele bequem am Fernseher nutzen wollen. Wer keinen Gaming-PC im Wohnzimmer stehen haben möchte, aber auch keine klassische Konsole will, findet hier genau diese Zwischenwelt. SteamOS, Steam-Bibliothek, Controller, Sofa, fertig. Wer dagegen nur möglichst günstig zocken will, dürfte woanders besser fahren. Für 1.039 Euro bekommt man eine Menge Hardware, aber eben auch eine Menge Fragezeichen. Wie gut laufen aktuelle AAA-Spiele wirklich? Wie sauber ist die Kompatibilität? Wie laut bleibt das Gerät im Alltag? Und wie fair funktioniert das Reservierungssystem, wenn der erste Hype einmal mit voller Wucht auf Valves Server klatscht?
Valve hat mit dem Steam Deck gezeigt, dass es Hardware inzwischen ziemlich ernst meint. Die Steam Machine ist der nächste dicke Versuch, den PC ins Wohnzimmer zu drücken. Diesmal aber nicht als Bastelkiste für Enthusiasten, sondern als fertige Box für Leute, die Steam mögen und Konsolenkäfige nicht leiden können. Jetzt muss Valve nur noch liefern. Also echte Geräte, nicht nur Wartelisten mit LED-Streifen.
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