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eustella startet Europas KI-Agenten aus Wien

Das Wiener Startup eustella startet seine KI-Agenten-Plattform für Europa und spielt dabei ziemlich klar auf eine offene Wunde: Wer heute KI nutzt, hängt meist an US-Diensten, US-Regeln und US-Infrastruktur. Nach dem jüngsten Zugriffsstopp auf Anthropic-Modelle für ausländische Nutzer ist das Thema digitale Souveränität nicht mehr nur Konferenzgeklingel, sondern plötzlich sehr praktisch. Wenn der Hahn zugedreht wird, merkt man eben, wer ihn in der Hand hat.

eustella will genau dort ansetzen. Die Plattform ist als europäischer KI-Agent gedacht, der nicht nur Fragen beantwortet, sondern Aufgaben erledigen soll. Recherche, Reiseplanung, News, Dokumente, Präsentationen, Bildgenerierung, eigene Agenten, Projekte, Gruppen und eine Memory-Funktion gehören zum Paket. Also nicht nur ein Chatfenster mit besserem Benehmen, sondern eher ein Werkzeugkasten für Leute, die KI tatsächlich im Alltag nutzen wollen.

KI mit europäischer Kontrolle

Der wichtigste Punkt ist aber nicht die Feature-Liste, sondern der Unterbau. eustella setzt nach eigenen Angaben auf Open-Weight- und Open-Source-Modelle, die auf europäischer Infrastruktur betrieben werden. Dazu zählen unter anderem Qwen, Gemma, GPT-120B OSS, Mistral-Modelle und Whisper für Transkription. Die Anfragen sollen nicht über geschlossene US-APIs laufen. Nutzerdaten sollen laut Unternehmen nicht verkauft, nicht weitergegeben und nicht zum Training von KI-Modellen verwendet werden. – weniger Black Box, mehr Kontrolle über Modell, Infrastruktur und Daten. eustella formuliert digitale Souveränität als Kontrolle über den gesamten KI-Stack. Nicht nur hübsch „EU“ aufs Banner kleben, während darunter doch wieder irgendein US-Hyperscaler schnurrt.

IONOS, Bitpanda und Geizhals an Bord

Bei der Infrastruktur setzt eustella auf europäische Anbieter. Als zentraler Partner wird IONOS Cloud genannt. Der Anbieter betreibt Rechenzentren in Deutschland und Europa und positioniert sich selbst als souveräne deutsche Cloud unter deutscher Jurisdiktion. Für eustella ist das wichtig, weil genau hier die Abgrenzung zu AWS, Azure und Google Cloud liegen soll.

Spannend wird es bei den Daten-Partnern. Bitpanda soll aktuelle Krypto-Preise liefern, Geizhals Produkt- und Preisdaten für Shopping-Recherchen. Damit bewegt sich eustella weg vom reinen Antwort-Automaten und hin zu einem Agenten, der mit aktuellen Daten arbeiten kann. Zumindest auf dem Papier. Ob das im Alltag wirklich sauber funktioniert, muss sich zeigen. Gerade bei Produktsuche, Preisen und Finanzdaten ist „aktuell“ nicht nett, sondern Pflicht.

Preise ab 5,99 Euro

eustella startet mit einer kostenlosen Einstiegsversion und drei kostenpflichtigen Tarifen. Der kleinste Tarif Comet liegt bei 5,99 Euro pro Monat, Star kostet 17,99 Euro und Cosmos 89,99 Euro. Damit will eustella auch preislich unterhalb vieler großer KI-Abos ansetzen. Günstig allein gewinnt aber noch keinen Markt. Die eigentliche Frage wird sein, ob Leistung, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit im Alltag mithalten können.

Verfügbar für Smartphone und Web

eustella startet mit einer App für Smartphones und ist für iPhone, Android sowie im Web verfügbar. Damit lässt sich der KI-Agent nicht nur am Rechner nutzen, sondern auch unterwegs auf dem Handy. Nutzerinnen und Nutzer können dort recherchieren, Reisen planen, News abrufen, Bilder erzeugen, Präsentationen erstellen, eigene Agenten bauen, Projekte anlegen und in Gruppen zusammenarbeiten.

Europas KI-Lücke wird kleiner

Der Markt für KI-Assistenten ist brutal umkämpft. OpenAI, Anthropic, Google, Microsoft und Perplexity sitzen längst dick im Sattel. eustella kommt also nicht in einen leeren Raum, sondern in eine ziemlich laute Kneipe, in der alle schon brüllen. Trotzdem ist der Ansatz interessant, weil Europa genau solche Produkte braucht: nicht nur Forschung, Förderprogramme und Panels mit Kaffeepause, sondern nutzbare Anwendungen für normale Menschen.

Ob eustella wirklich Europas große KI-Alternative wird, entscheidet sich nicht an der Pressemitteilung. Sondern daran, ob der Agent schnell genug, schlau genug und verlässlich genug ist, damit Nutzer nicht nach drei Tagen doch wieder zurück zu ChatGPT, Claude oder Gemini rennen.

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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