Microsofts Umbau im Xbox-Bereich sorgt für Unruhe. Nach aktuellen Berichten sollen neue Vereinbarungen mit externen Studios für den Xbox Game Pass derzeit langsamer vorankommen oder vorerst pausieren. Ausgangspunkt sind Aussagen von Fernando Rizo, Partner bei Caboodle Games und früher unter anderem bei Modern Wolf sowie Splash Damage tätig. In einem Podcast sprach Rizo von Gesprächen mit Entwickler:innen auf der italienischen Branchenmesse First Playable. Demnach hätten mehrere Studios über mögliche Game-Pass-Deals verhandelt, ohne bereits unterschriebene Verträge in der Hand zu haben. Diese Gespräche seien nun ins Stocken geraten – dann folgt eine Entkräftung durch einen Insider.
Für kleinere und mittlere Studios können solche Vereinbarungen rund um den Game Pass eine wichtige Rolle spielen. Ein Game-Pass-Deal bringt planbare Einnahmen und kann Projekte absichern, bevor sie sich auf einem schwierigen Markt behaupten müssen. Genau deshalb fällt die Unsicherheit in eine heikle Phase. Laut Rizo seien einige Gespräche bereits weit fortgeschritten gewesen, bevor die Lage kippte. Eine offizielle Bestätigung von Microsoft gibt es bislang nicht.
Wichtig ist dabei die Einordnung: Von einem endgültigen Aus für Third-Party-Spiele im Game Pass ist derzeit nicht gesichert die Rede. Die Seite Windows Central berichtet unter Berufung auf eigene Quellen, dass es keine pauschalen Pläne gebe, die Finanzierung externer Game-Pass-Titel einzustellen. Stattdessen könnten eingefrorene Gespräche mit dem Ende des Microsoft-Geschäftsjahres, neuen Budgetentscheidungen und dem laufenden Xbox-Reset zusammenhängen.
Parallel kursieren weitere Spekulationen über die Zukunft einzelner Xbox-Studios. Genannt wurden zuletzt unter anderem Double Fine, Compulsion Games und Ninja Theory. Die Los Angeles Times berichtete unter Berufung auf Jason Schreier, dass mehrere Teams im Zuge der Umstrukturierung um ihre Zukunft ringen und teils über mögliche Ausgründungen sprechen. Xbox-Chefin Asha Sharma hatte intern bereits auf sinkende Margen, rückläufige Einnahmen und bevorstehende Einschnitte verwiesen. Microsoft selbst äußerte sich bisher dazu nicht im Detail.
Auch Undead Labs geriet zuletzt in den Strudel der Gerüchte. Das Studio arbeitet an State of Decay 3, das bereits 2020 angekündigt wurde und beim Xbox Games Showcase im Juni 2026 erneut mit Gameplay-Material zu sehen war. Der Titel soll 2027 erscheinen und zählt damit eigentlich zu den weit fortgeschrittenen Projekten innerhalb der Xbox-Pipeline. Berichte über mögliche Risiken für das Studio sind bislang ebenfalls nicht offiziell bestätigt.
Eine Korrektur gab es zudem rund um die Marketingagentur Assembly. Zunächst entstand der Eindruck, dortige Entlassungen stünden direkt mit beendeten Xbox-Verträgen in Verbindung. Insider Jason Schreier (Bloomberg) stellte später jedoch klar, dass die Stellenstreichungen Teil einer agenturweiten Umstrukturierung gewesen seien. Zwar seien auch Personen aus dem Xbox-Kundenbereich betroffen – Assembly arbeite nach seinen Informationen aber weiterhin mit Xbox zusammen.
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Damit bleibt die Lage doch unübersichtlich. Sicher ist derzeit vor allem, dass Xbox mitten in einer größeren Umstrukturierung steckt. Ob einzelne Game-Pass-Gespräche nur temporär auf Eis liegen oder ob Microsoft seine Strategie gegenüber externen Studios dauerhaft verändert, ist offen. Offizielle Ankündigungen zu einem Ende neuer Third-Party-Deals liegen nicht vor.
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