
Der Kampf gegen sterbende Online-Spiele hat in den USA einen ordentlichen Dämpfer bekommen. Der kalifornische Gesetzesentwurf AB 1921, besser bekannt als Protect Our Games Act, ist im zuständigen Senatsausschuss vorerst hängen geblieben. Für die Initiative Stop Killing Games ist das nach dem eher zahnlosen EU-Ausgang der nächste Schlag in die Magengrube.
Ganz tot ist das Ding allerdings nicht. Offiziell wurde dem Entwurf eine erneute Behandlung eingeräumt. Bedeutet: Der Versuch ist nicht sauber durch, aber auch noch nicht endgültig im digitalen Grab verscharrt. Ein klassischer politischer Zwischenzustand also. Halb tot, halb lebendig, sehr passend zum Thema.
Worum es bei AB 1921 geht
Der Protect Our Games Act sollte Publisher dazu verpflichten, Käufer mindestens 60 Tage vor dem Abschalten wichtiger Online-Dienste klar zu informieren. Außerdem hätte ein Anbieter nach dem Ende solcher Dienste eine Lösung anbieten müssen, damit ein gekauftes Spiel weiterhin nutzbar bleibt. Möglich gewesen wären etwa eine Offline-Version, ein Patch, eine Rückerstattung, Dokumentation für private oder Community-Server oder sogar Server-Software, sofern diese realistisch betrieben werden kann. Betroffen wären nach der aktuellen Fassung digitale Spiele, die ab dem 1. Januar 2028 erstmals verkauft oder erneut veröffentlicht werden.
Abstimmung mit bitterem Beigeschmack
Im kalifornischen Assembly hatte AB 1921 Ende Mai noch mit 43 zu 16 Stimmen bestanden. Danach ging es weiter in den Senat. Dort passierte der Entwurf zunächst den Privacy-Ausschuss mit 6 zu 2 Stimmen, scheiterte dann aber am 29. Juni 2026 im Ausschuss für Business, Professions and Economic Development.
Die entscheidende Abstimmung fiel mit 4 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen und 4 nicht abgegebenen Stimmen aus. Genau diese nicht abgegebenen Stimmen sind der fiese Teil der Nummer. Denn praktisch helfen sie einem Gesetzesentwurf nicht weiter. Ohne ausreichend Ja-Stimmen bleibt er stecken. Politik, Baby. Manchmal reicht es schon, einfach nicht aufzustehen.
Private Server werden zum Streitpunkt
Besonders heikel wurde die Debatte durch Aussagen der Entertainment Software Association. Die ESA argumentierte gegen private Server und verwies auf mögliche Probleme mit geistigem Eigentum, fehlender Kontrolle durch Publisher und Sicherheitsstandards. Genau hier liegt der große Reibungspunkt. Denn viele Spieler sehen private Server nicht als Piraterie-Hölle, sondern als legitime Möglichkeit, alte Spiele weiter nutzbar zu halten.
Stop Killing Games will weitermachen
Für Stop Killing Games ist der Rückschlag in Kalifornien bitter, aber nicht das Ende. Die Initiative will nach eigenen Angaben mit mehr Vorbereitung, Finanzierung und Lobbyarbeit in die nächste Runde gehen. Außerdem sollen vergleichbare Vorstöße nicht nur in Kalifornien, sondern auch in weiteren US-Bundesstaaten und möglicherweise auf Bundesebene verfolgt werden.
Unsere Artikel gezielt bei Google anzeigen lassen
Wenn ihr bei Google nach Informationen sucht, werden bestimmte Nachrichten in der sogenannten Schlagzeilen-Box angezeigt. Welche das sind, könnt ihr jetzt direkt mitbestimmen.
Wenn ihr techkrams.de als bevorzugte Quelle hinterlegen, bekommt ihr unsere Inhalte auch öfter ausgespielt. Wie das genau geht, erklären wir hier.
→ Hier können techkrams.de direkt als eure bevorzugte Quelle einstellen.
In diesem Artikel können Partnerlinks enthalten sein. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.






