
Riot zieht bei Riftbound schon vor dem nächsten Set die Reißleine. Noch bevor Vendetta offiziell erscheint, steht fest: Stealthy Pursuer aus Origins wird mit dem Set-4-Update gebannt. Der Grund ist eine neue 3-Karten-Kombo, die durch die kommenden Chaos/Order-Möglichkeiten in Vendetta überhaupt erst richtig zünden kann.
Das ist so Kartenspiel-Moment, bei dem am Tisch erst alle nicken, dann einer die Interaktion erklärt und anschließend irgendwer sagt: Das kann so gar nicht funktionieren und alle über Regeln fachsimpeln oder einen Judge rufen.
Bann vor dem eigentlichen Release
Der Bann ist ungewöhnlich, weil er nicht als Reaktion auf ein bereits dominantes Turnierdeck kommt. Stattdessen greift Riot präventiv ein. Laut Riftbound Game Director Dave Guskin ermöglicht Stealthy Pursuer mit den neuen Chaos/Order-Optionen aus Vendetta eine unendliche 3-Karten-Kombo. Riot sei nicht grundsätzlich gegen Infinite Combos, habe diese Interaktion intern aber als problematisch genug bewertet, um vorab einzugreifen.
Das ist eine klare Ansage: Lieber jetzt den einen Störenfried rausziehen, als später das Gemaule zu ertragen, weil jeder Meta spielt und der Preis der Karten ins Unermessliche steigt.
Was steckt hinter der Kombo?
Die genaue Problemstelle liegt bei einer Bewegungsschleife. In der Community wird die Kombination aus Stealthy Pursuer, Eye of the Herald und Renata Glasc, Industrialist als naheliegender Auslöser genannt. Vereinfacht gesagt: Eine Bewegung erzeugt einen Token, der sofort wieder bereit ist, dadurch erneut Bewegung ermöglicht und den Kreislauf immer weiter antreibt.
Das Ergebnis wären potenziell unendlich viele Recruit Tokens oder zumindest eine Spielsituation, die jede Partie in ein mechanisches Hamsterrad verwandeln kann. Charmant für den, der sie ausführt. Für den Gegner eher Tischkante, Stirn, wiederholen.

Vendetta bringt neue Mechaniken und neue Risiken
Riftbound: Vendetta ist das vierte Set des League-of-Legends-TCGs. Riot plant mit dem Set neue Rivalitäts-Themen, neue Domain-Kombinationen und Mechaniken wie Flow, Burn und Empower. Genau solche Erweiterungen machen TCGs spannend, aber eben auch gefährlich: Jede neue Karte kann alte Karten plötzlich Monster verwandeln.
Riot hatte bereits bei früheren Bannentscheidungen betont, dass Karten besonders kritisch werden, wenn ihre Probleme mit neuen Sets größer werden können. Genau das scheint hier der Fall zu sein. Stealthy Pursuer war bislang nicht der große Meta-Bösewicht, wird durch Vendetta aber offenbar zum Schlüsselteil einer zu einfachen Endlosschleife.
Weitere Bannlisten-Änderungen möglich
Die vollständige Set-4-Regelaktualisierung und mögliche weitere Bannlisten-Änderungen sollen am 16. Juli 2026 um 18:00 Uhr PT vorgestellt werden. In Deutschland ist das wegen der Zeitverschiebung der 17. Juli 2026 um 03:00 Uhr. Wir müssen also nicht wach bleiben, aber irgendwer wird es natürlich trotzdem tun.
Wirksam werden sollen die Änderungen dann am 24. Juli 2026, also passend zum Start der Vendetta Pre-Rift-Phase. Der reguläre Release von Riftbound: Vendetta folgt am 31. Juli 2026.
Ein sinnvoller Schnitt
Der Bann von Stealthy Pursuer ist kein dramatischer Meta-Einschlag, sondern eher ein sauberer Präzisionsschnitt. Riot nimmt eine Karte aus dem Format, bevor daraus ein echter Spielspaß-Killer wird. Für Spieler ist das kurzfristig ärgerlich, wenn die Karte irgendwo im Deck lag. Langfristig ist es aber vermutlich genau die richtige Entscheidung. Denn eine neue Erweiterung soll Deckideen öffnen, nicht direkt die erste unendliche Schleife mit Ansage durchs Fenster werfen. Vendetta darf gerne böse werden. Aber bitte nicht so dumm kaputt.
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