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Turtle Beach Afterglow Wave im Hardware-Test – Controller mit mehr als bunter Beleuchtung

Am Kabel wie in alten Zeiten

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Der Turtle Beach Afterglow Wave richtet sich an alle Spieler:innen, die einen günstigen, lizenzierten Xbox-Controller suchen, ohne auf moderne Komfortfunktionen zu verzichten. In unserem Test zeigt sich schnell, dass hier weniger die Perfektion im Detail als vielmehr ein stimmiges Gesamtpaket im Fokus steht. Ich selbst habe den Controller im Alltag am PC samt Xbox-Konsole genutzt – auch mit dem Hintergedanken, das Wohnzimmer technisch etwas zu entlasten. Genau hier entfaltet er seine Stärke: unkompliziert, sofort einsatzbereit und kaum Hürden. Dabei bleibt der Preis im unteren Preissegment bewusst niedrig angesetzt. Wie sich der Afterglow Wave sonst schlägt, erfahrt ihr im Test.

Selbst, wenn die bunte Pappverpackung dünner als die Moral des aktuellen US-Präsidenten ist, setzt sie auf einen auffälligen Look mit fließenden Farbverläufen, die sich auch im Design des Controllers wiederfinden. Im ausgeschalteten Zustand wirkt der Controller vergleichsweise schlicht, dank seiner, in unserem Falle, grauen Plastikschale wie ein besonders interessanter PS One-Ableger. Erst beim Einschalten erleuchten die RGB-Elemente, die entlang der Griffe und rund um die Thumbsticks verlaufen. Insgesamt stehen acht Beleuchtungszonen zur Verfügung, ergänzt durch mehrere vordefinierte Modi, die sich über die Control Hub-App anpassen lassen. Die Umsetzung ist durchaus gelungen, weil sie kaum aufdringlich ist, aber deutlich sichtbar. Besonders die leuchtenden Ringe um die Sticks verleihen dem Controller einen eigenständigen Charakter.

Kommen wir vielleicht zum wichtigsten Punkt von Xbox-Peripherie: Haptik. Ergonomisch orientiert sich der Afterglow Wave am klassischen Xbox Series-Layout, was die Eingewöhnung für Redmonder Jünger:innen leicht macht. Mit seinem vergleichsweise geringen Gewicht liegt er angenehm in der Hand, unterstützt durch eine strukturierte Rückseite, die für ausreichend Halt sorgt. Die Verarbeitung wirkt insgesamt solide, ohne Premium-Anspruch: Kunststoffe und Oberflächen sind sauber verarbeitet, erreichen aber nicht die Feinheit deutlich teurer Modelle wie der viermal so teure „Elite 2„. Positiv fällt hingegen die Qualität von Tasten und Sticks auf. Speziell die Thumbsticks reagieren präzise, unabhängig davon, ob schnelle Shooter oder präzise Fighting Games gespielt werden. Auch die Face-Buttons liefern ein klares, taktiles Feedback, während das Steuerkreuz insbesondere bei Beat’em-Ups überzeugt.

Ein zentrales Feature sind die beiden zusätzlichen, frei belegbaren Tasten auf der Rückseite. Sie sind vergleichsweise groß dimensioniert und liegen gut erreichbar unter den Mittelfingern. Das erleichtert schnelle Eingaben, etwa beim Umlagern von Schultertastenfunktionen. Gleichzeitig zeigt sich hier auch eine Schwäche: Durch die Größe und Position passiert es zu häufig, dass unbeabsichtigt falsche Tasten gedrückt werden, insbesondere in längeren Sessions. Wer jene Tasten intensiv nutzt, sollte sich etwas Zeit für die Eingewöhnung nehmen oder die Belegung entsprechend anpassen.

Technisch setzt der Controller auf den Hall-Effekt-Trigger mit drei einstellbaren Stufen. Dadurch lässt sich der Widerstand variieren – von kurzen, schnellen Auslösern bis hin zu längeren, präziseren Wegen. Diese Flexibilität macht sich je nach Genre bemerkbar, etwa bei Rennspielen oder Shootern. Ergänzt wird das Setup durch klassische Schultertasten sowie die üblichen System- und Menübuttons. Auffällig ist zudem die Integration von Audiofunktionen direkt auf dem D-Pad in Kombination mit der Options-Taste. So lassen sich Mikrofonstummschaltung, Lautstärke oder das Verhältnis zwischen Spiel- und Party-Chat unmittelbar anpassen. In der Praxis erweist sich das als überraschend nützlich – gerade in hektischen Multiplayer-Situationen.

Der Controller verfügt über einen 3,5mm-Klinkenanschluss für Headsets und setzt ansonsten vollständig auf eine zwingend kabelgebundene Verbindung. Im Lieferumfang befindet sich ein USB-C-auf-USB-A-Kabel, das benötigt wird – ohne Verbindung bleibt der Controller nämlich inaktiv. Das mag altmodisch wirken, sorgt aber für eine stabile, latenzarme Nutzung. Ferner erinnerte mich es an alte Nächte als Kind an der PlayStation 2 vor „Tekken“ oder „Jak & Dexter“, in der kabellose Controller noch Zukunftsmusik war. Dieser direkte, unverfälschte Zugang hat auch heute noch seinen Reiz. Gerade am PC ergibt sich daraus ein unkompliziertes Plug-and-Play-Erlebnis. Drahtlose Optionen wie Bluetooth sind nicht möglich, was angesichts des Preispunkts jedoch nachvollziehbar ist.

Im Alltag überzeugt der Afterglow Wave vor allem durch seine Zugänglichkeit. Anschließen, losspielen – mehr Vorbereitung ist nicht nötig. Die Integration in Windows funktionierte in unserem Test reibungslos, Spiele erkennen den Controller sofort. Natürlich bleibt Kritik nicht aus. Die Materialanmutung erreicht nicht das Niveau hochpreisiger Modelle; Funktionen wie austauschbare Komponenten oder umfangreiche Software-Anpassungen fehlen gänzlich. Ein Vergleich mit einem Xbox Elite Wireless Controller Series 2 verbietet sich allerdings weitgehend, da dieser in einer völlig anderen Preisklasse spielt und deutlich mehr Features bietet. Innerhalb seines Segments positioniert sich der Afterglow Wave dagegen sinnvoll.

Schlussendlich liefert Turtle Beach einen Controller, der sich auf das Wesentliche konzentriert und genau damit punktet. Gute Ergonomie, präzise Eingaben, sinnvolle Zusatzfunktionen und eine auffällige, aber nicht überreizte RGB-Beleuchtung in bester Monte-Manier ergeben ein rundes Gesamtbild. Schwächen wie die zu empfindlichen Back-Buttons oder die einfache Materialwahl fallen ins Gewicht, sind angesichts des niedrigen Preises halbwegs vertretbar. Wer einen günstigen, funktionalen Xbox-Controller für PC oder Konsole sucht und auf kabellose Features verzichten kann – findet hier eine zuverlässige Option mit eigenständigem Design.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Instagram. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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