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Airwolf: Der Hubschrauber, der uns in den Achtzigern alle süchtig gemacht hat

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Gerade bei der Suche nach einem älteren Artikel habe ich einen Artikel aus dem Jahr 2015 gefunden und war sofort wieder hooked als ich die Airwolf Musik gehört habe und muss ein wenig rumnerden.

Sonntagabend, Röhrenfernseher, dieses satte Rotorengeräusch aus der Titelmelodie von Sylvester Levay, und man wusste: Gleich hebt sie wieder ab. Airwolf war für eine ganze Generation nicht einfach nur eine Serie über einen Hubschrauber, sie war ein Ritual. Wer in den Achtzigern und frühen Neunzigern Kind oder Teenager war, kennt das Gefühl noch genau. Zeit für einen Blick zurück, mit allem, was dazugehört: Handlung, Kuriositäten, echte Produktionsprobleme und ein paar Fakten, die selbst eingefleischte Fans oft nicht kennen.

Die Handlung: Ein Pilot, sein verschollener Bruder und der schnellste Hubschrauber der Welt

Im Zentrum steht Stringfellow „String“ Hawke, gespielt von Jan-Michael Vincent, ein Vietnamveteran und begnadeter Pilot, der zurückgezogen in einer versteckten Bergschlucht lebt, die die Fans liebevoll „Tal der Götter“ nannten. Zusammen mit seinem väterlichen Freund und Fluglehrer Dominic Santini, gespielt von Hollywood-Legende Ernest Borgnine, führt er ein kleines Charterflug-Unternehmen. Was von außen wie ein gewöhnliches Business aussieht, ist in Wahrheit die Tarnung für weit gefährlichere Aufgaben.

Denn Hawke besitzt Airwolf: einen hochmodernen, überschallschnellen Kampfhubschrauber, entwickelt vom durchgeknallten Wissenschaftler Dr. Moffet ursprünglich für „die Firma“, eine geheime Unterabteilung der CIA. Nach diversen Verwicklungen bringt Hawke die Maschine zurück in seinen Besitz und versteckt sie fortan im Tal der Götter. Fliegen darf er sie nur unter einer Bedingung: Immer wieder muss er im Auftrag von Michael Coldsmith Briggs III alias „Archangel“, seinem Kontaktmann bei der Firma, geheime Missionen übernehmen. Im Gegenzug hofft Hawke auf Informationen über seinen im Vietnamkrieg vermissten Bruder St. John.

Ab der zweiten Staffel verstärkt Pilotin Caitlin O’Shannessy das Team, in der dritten Staffel übernimmt nach einer schweren Verletzung Hawkes zwischenzeitlich Jason Locke das Kommando, während die Suche nach Bruder St. John tatsächlich zu einem Erfolg führt.

Der eigentliche Star der Serie: eine umgebaute Bell 222

So sehr die Charaktere geliebt wurden, der wahre Star war immer die Maschine selbst. Airwolf basierte auf einem echten Bell 222, einem zivilen Zweimotoren-Hubschrauber, der für die Serie optisch komplett umgebaut wurde. Designer Andrew Probert entwarf die markante Silhouette, der Umbau kostete Schätzungen zufolge rund fünf Millionen Dollar. In der Serienwelt konnte Airwolf angeblich Mach 1 erreichen, also Schallgeschwindigkeit, war mit einer 30-mm-Kanone, Raketen und Täuschkörpern namens „Sunbursts“ ausgestattet. Selbst wenn die Waffen nur Requisiten waren, brauchte die Produktion für die Flüge mit montierten Waffenattrappen eine Sondergenehmigung der FAA.

Kalter Krieg im Wohnzimmer

Airwolf lief eng am Puls der Zeit. Die Missionen führten Hawke regelmäßig in Konflikte, die direkt aus den Nachrichten der Achtziger stammten, von der Sowjetunion bis zu Muammar al-Gaddafis Libyen. Genau das macht die Serie heute auch als Zeitkapsel interessant: Wer sie neu schaut, merkt sofort, in welchem geopolitischen Klima sie entstanden ist. In Deutschland lief Airwolf zunächst bei Sat.1, später bei RTL, und wurde dort zu einem der prägenden Actionformate der Sonntagabende.

Probleme hinter den Kulissen

So glatt die Fassade wirkte, hinter den Kulissen brodelte es ordentlich. Hauptdarsteller Jan-Michael Vincent kämpfte während der gesamten Produktionszeit mit einer Alkohol- und Drogensucht, die die Dreharbeiten immer wieder erschwerte. Er wurde in den Jahren der Serie mehrfach verhaftet, für Airwolf sollte es sein letzter großer Erfolg als Schauspieler bleiben.

Auch kreativ gab es Reibung. Serienschöpfer Donald P. Bellisario geriet zunehmend in Konflikt mit dem Sender CBS, der die Serie familienfreundlicher gestalten und stärker auf romantische Nebenhandlungen setzen wollte, ein Punkt, an dem sich viele Fans bis heute reiben, weil er dem ursprünglich härteren Ton der ersten Staffel widersprach.

Nach der dritten Staffel verließ Ernest Borgnine die Serie. Sein Charakter Dominic Santini wurde kurzerhand getötet, die Szene zeigte lediglich einen Stuntdouble von hinten, kombiniert mit Archivaufnahmen aus einer völlig anderen Folge. Für die vierte Staffel, die nur noch beim USA Network lief, wurde praktisch der komplette Cast ausgetauscht, das Budget massiv gekürzt, und sämtliche Luftaufnahmen der Airwolf stammten aus recyceltem Material der ersten drei Staffeln. Bei den Fans gilt diese vierte Staffel bis heute als weitgehend nicht existent.

Unbekannte Fakten, die selbst viele Fans überraschen

Am bewegendsten ist wohl das, was nach dem Ende der Dreharbeiten mit dem echten Helikopter passierte. Die Anbauteile wurden entfernt, die Maschine wieder in einen normalen zivilen Bell 222 zurückgebaut und schließlich nach Deutschland verkauft. Dort flog sie unter dem Kennzeichen D-HHSD für den Rettungsdienst Hubschrauber Sonder Dienst als Intensivtransporthubschrauber. Am 6. Juni 1992 stürzte die einstige Airwolf während eines Gewitters ab, sie war auf dem Rückflug von einem Krankentransport eines achtjährigen, schwer brandverletzten Mädchens von Berlin nach Köln. Alle drei Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben, eine tragische, oft übersehene Fußnote zur Serie.

Ein paar weitere Kuriositäten: In einer frühen Episode wird eine DNA-Vaterschaftsanalyse thematisiert, damals eine echte technologische Sensation, DNA-Fingerprinting war 1984 gerade erst erfunden worden. Heute wirkt die Szene fast schon niedlich altmodisch. In Deutschland brachte der Sender RTLplus zudem ein eigenes Airwolf-Buch heraus, dazu erschienen beim Label Europa gleich 20 Hörspielkassetten, ein Format, das aus heutiger Sicht kaum vorstellbar ist. 2006 baute ein US-Team unter Leitung von Steven W. Stull sogar einen originalgetreuen, nicht flugfähigen Nachbau auf Basis eines weiteren Bell 222A für ein Hubschraubermuseum in Tennessee, wo er bis 2015 zu besichtigen war.

Airwolf war nie die technisch cleverste oder die konsistenteste Serie ihrer Zeit, dafür fehlte schlicht das Budget. Aber wenige TV-Produktionen der Achtziger haben es geschafft, mit einer einzigen Flugmaschine derart viele Kindheiten zu prägen.

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  • Von den Machern von "Magnum" und "Navy CIS"

Disclaimer: Bei der Recherche zu diesem Artikel war ChatGPT behilflich

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

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