
„Stuart Fails to Save the Universe“: Ich hab reingeschaut – und bin positiv überrascht
Ich geb’s zu: Bei der Ankündigung eines „Big Bang Theory“-Spin-offs war meine erste Reaktion ein müdes Augenrollen. Noch ein Reboot, noch eine Franchise-Verwertung, dachte ich. Nach der ersten Folge von „Stuart Fails to Save the Universe„ muss ich das relativieren. Die Serie macht tatsächlich Spaß – auch wenn ich am Ende der Folge nicht ganz aufhören konnte, mir Gedanken über die Halbwertszeit dieses Konzepts zu machen.
Comic-Buchladen-Besitzer als widerwilliger Multiversen-Retter
Die Prämisse ist herrlich absurd: Stuart Bloom, der ewige Nebenfigur-Comicladenbesitzer aus „The Big Bang Theory“, wird plötzlich mit einem Multiversum-Teleportationsgerät konfrontiert – und ist für diese Aufgabe denkbar ungeeignet. Genau das ist der Witz. Statt eines strahlenden Helden bekommt ihr einen unsicheren, sarkastischen Nerd, der aus versucht, mit den absurdesten Szenarien klarzukommen. Ich musste dabei ehrlich mehrfach lachen, weil die Serie genau weiß, was ihre Figuren stark macht: ihre Klugscheißerei, ihr ständiges Zwischen-Großmaul-und-Panik-Pendeln.
Ohne zu viel zu verraten: Schon in der ersten Folge landet die Truppe in einer völlig verdrehten Version ihrer eigenen Nachbarschaft, in der bekannte Gesichter aus „The Big Bang Theory“ ganz andere Rollen spielen als im Original. Genau dieser Kontrast – vertraute Personen in völlig fremden Situationen – ist der Motor der Serie, und er funktioniert überraschend gut.
Ordentlich Nerd-Kram, ordentlich Fan-Service
Wer mit „The Big Bang Theory“ groß geworden ist, wird hier ordentlich bedient. Die Serie spart nicht mit popkulturellen Referenzen, und weil Warner Bros. offenbar tief in die eigene IP-Kiste greifen durfte, gibt’s Gaststars und Cameo-Momente, die Fans des erweiterten „Big Bang“-Universums freuen dürften. Stuart selbst ist als Comic-Nerd die perfekte Figur, um diese Meta-Ebene zu tragen.
Aber hält das über eine ganze Staffel?
Und hier kommt mein Aber. Das Konzept „jede Folge eine andere verrückte Paralleluniversum-Version der Charaktere“ ist als Pilotidee brillant. Als Dauerformat macht mir das ein bisschen Sorgen. Wenn jede Episode im Grunde neu bei null anfängt – neue Welt, neue Regeln, neue Version der Figuren – kann das auf Dauer beliebig wirken, wenn den Autoren nach ein paar Folgen die wirklich originellen Ideen ausgehen. Die erste Folge nutzt den Twist geschickt, aber ich merke schon jetzt den Punkt, an dem sich das Prinzip abnutzen könnte: Wenn der Zauber zur Masche wird, kippt genau der Charme, der die Serie jetzt so frisch macht, schnell in Ermüdung.
Für den Moment überwiegt aber die positive Überraschung. Die Serie traut sich, ihre Nebenfiguren ins Zentrum zu stellen statt bequem auf Sheldon und Co. zurückzugreifen, und sie traut sich, deutlich düsterer und actionreicher zu werden, als man es von einer Sitcom-Fortsetzung erwarten würde.
Die erste Folge von „Stuart Fails to Save the Universe“ könnt ihr euch ab sofort bei HBO Max ansehen.
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