GamingTestberichte

Testbericht: be quiet! Light Mount TKL

So stimmen unsere Leser ab:

Nachdem wir vor kurzem über die Bekanntgabe der Light Mount TKL von be quiet! gesprochen haben, hatten wir nun mehrere Wochen die Möglichkeit diese zu testen und berichten nun über unsere Erfahrungswerte zu der heute am 25. August auf dem Markt erscheinenden Tastatur.

Lieferumfang und Erster Eindruck

Im Karton finden sich die Light Mount TKL selbst, die magnetische Handballenauflage, das USB-C Kabel mit geflochtener Ummantelung, ein Werkzeug um die Keycaps auszutauschen, sowie eine Kurzanleitung. Die uns freundlicherweise von be quiet! zur Verfügung gestellte Tastatur wurde mit den Orange Silent V2 linear Switches geliefert.

 

 

Der erste Eindruck ist ein sehr guter. Mir gefällt das sehr uniforme schwarze Design, passend zum gewohnten Corporate Design und die Entscheidung der Anordnung der Tasten. Auch wenn alles durch das 80%-Layout nah beieinander liegt, wurde trotzdem ein minimaler Abstand zwischen dem Haupttastenblock und der Funktionstastenreihe gelassen, sodass der geringe Platz gut ausgenutzt, aber nicht gequetscht wirkt.
Die gebürstete Aluminium Oberfläche und das in Aluminium gehaltene 3D Media Wheel verleihen der Tastatur nochmal einen hochwertigeren Eindruck, der sich in die insgesamt sehr stabil wirkende Verarbeitung einreiht. Die Tasten sind ohne versteckte Haken oder ähnliches schnell zugänglich und austauschbar, sitzen aber trotzdem absolut solide und geben nicht übermäßig nach. Durch die dreistufige Winkeleinstellung kann die Tastatur auch ergonomisch sehr gut an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden, was einen zusätzlichen Komfortfaktor darstellt.

 

RGB

Da ich noch kein vorheriges Tastaturen Modell von be quiet! getestet habe, war ich von der Herangehensweise hier sehr überrascht. Im Vergleich zur Dark Perk Maus, bei der trotz genügend Möglichkeiten bewusst nicht auf viel RGB gesetzt wurde, bietet die Light Mount TKL, wie ihre „große Schwester“ Light Mount, mit der sowohl Per-Key-, als auch Zonen-Beleuchtung ein enormes RGB-Potenzial und hohe Individualisierungsmöglichkeiten. Alle Farben sind deutlich erkennbar, auch bei Nutzung im Tageslicht. Selbst wenn die Helligkeit bei Nutzung während des Tages nur auf 30 % eingestellt ist, ist diese trotzdem gut sichtbar. Zusätzlich zur Beleuchtung der einzelnen Tasten hat man sich, wie zuvor auch bei dem Light Mount Modell, wieder für den Beleuchtungsstreifen in voller Tastaturbreite anstatt eines oberen Randes der Tastatur, so wie zwei weiteren kleinere Streifen seitlich der Tastatur als „Unterbodenbeleuchtung“ entschieden. Diese drei Streifen stellen die Farben auch in sehr guter Leuchtkraft und gleichmäßig entlang der Länge der Streifen dar.

Ein persönlicher Wunsch wäre allerdings noch gewesen, dass man dem „Lautstärke stummschalten“ – Button, welcher sich in der Mitte des 3D Media Wheels befindet, automatisch eine andere Farbe gegeben hätte, wenn der Stumm-Modus aktiviert ist. So kann man besser erkennen, ob gerade kein Ton läuft oder ob man noch im Stumm-Modus geschaltet ist. Zurzeit leuchtet der Button durchgängig in der eingestellten Farbe. Mir ist aber durchaus bewusst dass dies ein subjektives Empfinden ist, welches aber durchaus unter „user friendliness“ verbucht werden könnte.

Performance

Die überarbeiteten Silent V2-Switches sind das Herzstück dieser Tastatur. Diese sollen im übrigen auch in allen zukünftigen Produktionen der Dark Mount und Light Mount Modelle verbaut werden. Die bereits werkseitig geschmierten Switches sind in dieser Preisklasse ebenfalls nicht unbedingt selbstverständlich. Zusätzlich wirbt be quiet! mit dem dreischichtigen Dämpfungssystem, welches durchaus spürbar und vor allen Dingen auch hörbar ist. Ich persönlich bin eigentlich ein Freund von einem Anschlag mit etwas mehr Feedback, muss aber sagen, dass ich während meiner Testzeit durchaus in den Genuss der deutlich leiseren und weicheren Anschläge dieser Switches, im Vergleich zu meiner privat genutzten Tastatur, gekommen bin. Der Aktivierungspunkt wird vom Hersteller mit ~1,8 mm angegeben, die Kraft bei ~45 g. Auch wenn ich dies nicht anhand Messtests geprüft habe, kann ich sagen, dass die Tasten leicht bedienbar sind, ohne dass man aber bei Shootern das Gefühl haben musste zu leicht mehrere Tasten gleichzeitig zu erwischen. Auch für reguläres Tippen während dem Alltag hat sich die Tastatur, auch nach längerer Nutzungsdauer am Tag, immer angenehm angefühlt.
Lediglich die Griffigkeit hätte ich mir durchaus etwas höher gewünscht. Auch wenn die Tasten nicht sofort auslösen, kam es bei schwitzigeren Händen an den 30+ Grad Sommertagen während dem Gaming durchaus vor, dass ich etwas auf benachbarte Tasten gerutscht bin. Dies ist mir bei meiner bisher privat genutzten Tastatur deutlich seltener passiert. Ansonsten wirkt das Gehäuse, wie bereits im ersten Eindruck erwähnt, sehr stabil und solide verarbeitet. Auch der Input der Tasten, selbst bei hitzigeren Schussgefechten oder Soulslike Spielen, wo vor allem bei Letzteren die Präzision wann und wie die Tasten auslösen nochmal etwas mehr an Bedeutung gewinnt, war immer verzögerungsfrei und nachvollziehbar. Auch nach mehreren Wochen Nutzung habe ich weder an den Tasten noch an der Oberfläche irgendwelche Nutzflecken feststellen können, was wieder für die gute Verarbeitung und das gewählte Material spricht.
Die vom Hersteller angegebene 1000 Hz Abfragerate ist in Ordnung, hier gibt es aber durchaus auch TKL Konkurrenzmodelle mit deutlich höheren Raten, was aber vor allem eher im höheren Competitive-Gaming-Bereich eine Rolle spielt.

Technische Daten

Allgemeine Daten
Modell Light Mount TKL
UVP 139,90 €
Abmessungen (L x B x H) (mm) 213 x 358 x 44
Abmessungen ohne Handballenauflage (L x B x H) (mm) 133 x 358 x 44
Farbe Black
Gesamtgewicht (kg) 1,03
Gewicht ohne Handballenauflage (kg) 0,77
Switch-Typ Mechanische be quiet! Silent V2 Switches
Switch-Sockel 5-pin, Cherry MX formfactor
Beleuchtung RGB
Layout DE ISO, FR ISO, UK ISO, US ANSI
Materialien Gebürstete Aluminium Oberseite, ABS Unterseite, PBT Keycaps
Spezifikationen
Key-Rollover Vollständiger N-Key Rollover
Tastenkappen be quiet! PBT double-shot
Stabilizer Genuine Cherry, plate mounted und ab Werk geschmiert
On-the-fly-System durch FN-Taste erreichbar
Polling-Rate (hz) 1000
Hardware, Software
Anschluss USB 2.0 Typ-C
Onboard Memory vorhanden
MCU Cortex M0
Software- Unterstützung vorhanden durch be quiet! IO Center Software

Software

Das be quiet! IO Center ist die hauseigene Produktion für die be quiet! Gaminghardware – Produktreihe. Sie ist über eine reguläre Desktop App bedienbar. Wer keine zusätzlich Software installieren möchte, kann das IO Center allerdings auch über eine webbasierte App abrufen. Vorab kann ich sagen, dass be quiet! mit dem neuen Build 0.314.1, welcher zu Testzwecken installiert werden konnte, einen extremen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat. In der generellen Übersicht wurde ein sogenannter „Hardware Monitor“ eingeführt. Dieser zeigt neben den generellen Infos zu den angeschlossenen Geräten von be quiet! noch viele weitere nützliche Informationen an. So wurde auch das damals von mir bemängelte Feature, dass die Prozentzahl der Ladung der kabellosen Dark Perk Ergo Maus nicht konkret eingesehen werden konnte, behoben. Nun ist im Hardware Monitor neben dem Ladezustand in Batteriegrafik-Form auch eine klar erkennbare Zahl dargestellt. Ebenfalls können Infos zu RAM, Lüftern und der Grafikkarte eingesehen werden, ohne eine zusätzliche Software installieren zu müssen. Dies kann sehr praktisch sein, wenn man seine Hardwareteile von unterschiedlichen Herstellern bezieht, welche in der Regel alle ihre hauseigene Software zum Monitoring vermarkten wollen.

be quiet! IO Center – Hardware Monitor

Aber zurück zur Light Mount TKL und dem neuen IO Center Build. Denn hier beginnt der eigentlich Spaß bei der Tastatur.
Es können Einstellungen zur Beleuchtung, zur Tastenbelegung und generelle Produkteinstellungen vorgenommen werden. Hierzu zählen zum Beispiel die Einstellungen welche Funktionen im Game Mode, welcher mit Fn + Win Taste aktiviert werden kann, aktiv werden sollen. Um alles zu individualisieren, kann man sich mit Sicherheit eingangs ein paar Stunden im IO Center aufhalten. Und das ist keine Übertreibung, denn die Einstellungsmöglichkeiten sind wirklich enorm, weshalb hier nicht auf jedes kleine Feature eingegangen werden soll, die Highlights aber natürlich vorgestellt werden.
Im Beleuchtungsbereich kann eingestellt werden, ob die Tasten alle gleichmäßig beleuchtet oder in Zonen unterteilt beleuchtet werden sollen. In Zonen bedeutet, dass die Tasten unabhängig von den Beleuchtungsbalken angesteuert werden können. Auch gibt es die Möglichkeiten die Tasten und die Balken nicht nur statisch zu beleuchten, sondern diesen auch individuellen Effekten zuzuweisen. Hier kann man beispielsweise aus Farbwellen, „Atmen“, dem Matrix-Effekt und einer reaktiv auf den Tastendruck reagierenden Beleuchtung auswählen. Allerdings ist es auch möglich in bis zu 10 Layern im Bereich „Benutzerdefiniert“ die Tasten auch komplett individuell zu beleuchten. So kann ich beispielsweise für Shooter-übliche Tasten wie WASD, C, 1,2,3, Shift, Strg, Alt und die Leertaste eine Farbe mit bestimmter Helligkeit auswählen und für nur in besonderen Situationen benötigten Tasten eine sich deutlich abhebende Farbe und Beleuchtungshelligkeit auswählen. Dies könnte auch spannende Anwendungsfälle im MMO-Bereich oder ähnlichem finden. Hier sind der Fantasie also keine Grenzen gesetzt.

be quiet! IO Center – Benutzerdefinitierte Beleuchtung

Auch im Bereich Tastenbelegung gibt es die Möglichkeit Tasten entweder komplett neu zu belegen oder diesen in Verbindung mit der Funktionstaste (Fn) bestimmte Aufgaben zuzuweisen. So könnte man beispielsweise mit Fn + T die URL seines Lieblings-Online-Magazins öffnen lassen welches mit T beginnt und echkrams aufhört. Auch kann man sich mit den belegten Tasten Dateien/Ordner öffnen lassen, Anwendungen starten oder die Beleuchtung on the fly regeln (nächster/vorheriger Effekt, Helligkeit erhöhen/reduzieren oder einen bestimmten Effekt auf Knopfdruck auswählen). Ebenfalls können hier Makros mit laut Hersteller „bis zu 999 Makroereignissen“ erstellt werden.

Wie schon bereits erwähnt, kommen Individualisierungsenthusiasten mit dieser Menge an Einstellungsmöglichkeiten hier also absolut auf ihre Kosten. Lediglich hin und wieder immer noch auftretende Bugs hindern mich hier eine noch höhere Bewertung abzugeben, da ich das UI bereits mochte, aber die Funktionen und Performance immer noch Luft nach oben haben.

Fazit

Die Light Mount TKL positioniert sich mit 139,90 € in etwa im Bereich ihrer „großen Schwester“. Überarbeitet wurden die Switches und es wurde nicht nur ein Teil der Tastatur für das 80%-Layout entfernt, sondern auch das Design überdacht. Man wollte hier also nicht nur eine kleinere Version der Light Mount schaffen, sondern hat sich vorher noch einmal Gedanken über den Produktansatz generell gemacht, auch wenn viele Punkte trotzdem sehr ähnlich geblieben sind (was aber auch erwartbar ist von einem Produkt das dann eben auch den gleichen Namen wie das Vorgängermodell trägt). Insgesamt bekommt man hier also eine überarbeitete Version der Light Mount Tastatur mit einer ganzen Palette an Individualisierungsmöglichkeiten. Dies wird durch austauschbare Tasten, drei frei belegbare Makrotasten und eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten in der hauseigenen Software umgesetzt, die im Vergleich zu meiner letzten Nutzung während dem Test der Dark Perk Maus, nochmal ordentlich nachgelegt hat. Nur wer eine Tastatur sucht die auch ohne Kabel auskommt oder für den höheren Wettkampf-Gamingbereich mit höherer Abfragerate ausgestattet ist wird hier enttäuscht. Alle anderen finden eine gute, platzsparende Tastatur im Preissegment unter der magischen 140 € Marke, die vor allen Dingen mit sehr angenehmem Tippgefühl und einer niedrigen Lautstärke glänzt, aber auch bei anderen Einsatzzwecken wie Gaming überzeugen konnte und durch das langlebige Material und Austauschbarkeit der Tasten auch lange erhalten bleiben wird.


Mehr Informationen zu unserem Wertungssystem findest Du hier.

Unsere Bewertung

Testbericht be quiet! Light Mount TKL

Empfehlung
82%

"Gute platzsparende Tastatur im Preissegment unter der magischen 140 € Marke, die vor allen Dingen mit sehr angenehmem Tippgefühl und einer niedrigen Lautstärke glänzt, aber auch bei anderen Einsatzzwecken wie Gaming überzeugen konnte und durch das langlebige Material und Austauschbarkeit der Tasten auch lange erhalten bleiben wird."

Hardware85%
Software80%
Performance80%

Plus

  • Sehr gute Verarbeitung
  • Neues gut durchdachtes Layout
  • Kompakte Maße
  • Leise Nutzung
  • Angenehmes Tippgefühl, unabhängig der Nutzungsdauer

Minus

  • Nicht kabellos nutzbar (für wen relevant)
  • Höhere Pollingrate, um besser mit einigen Konkurrenzmodellen mitzuhalten
  • Software immer noch ausbaufähig
Denny Lo Giudice

Denny Lo Giudice

Redakteur
Seit 202650 Artikel3 Tests

Hi, ich bin der Neue! 90-er Kind, gebürtig aus dem Saarland, seit 2021 im Rhein-Neckar-Kreis heimisch. Ich würde mich seit Kindesalter als "sportlichen Nerd" bezeichnen. Ich war entweder in der Sporthalle unterwegs oder vor sämtlichen Bildschirmen zu finden, angefangen mit dem OG Game Boy.
So fließen meine persönlichen und beruflichen Erfahrungen aus Gesundheit und IT in alles ein, worüber ich schreibe.

Expertise:
GamingSerien/FilmeComicsFitness-WearablesPC Hard-/Software
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