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be quiet! Dark Perk Ergo Maus im Test

"leises" Design mit durchaus "lauter" Hardwareleistung

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be quiet! ist traditionell bekannt für Netzteile, Lüfter, PC-Gehäuse und Kühler. Seit Übernahme der deutschen Peripherie-Marke MOUNTAIN im Jahr 2022, hat das Unternehmen aber gezielt einen Schritt zur Expandierung in den Bereich Gaming-Peripherie unternommen. Im Rahmen dieser Expandierung wurde Anfang 2026 die Dark Perk Gaming-Maus in der Variante Ergo (ergonomische Form) und Sym (symmetrische Form) mit einem UVP von 109,90 € als erstes Mäuse-Lineup auf den Markt gebracht. Wir durften die Dark Perk Ergo testen und berichten nun wie sich das Debütmodell schlägt.

Technische Daten

Die Dark Perk stellt mit einem Gewicht von etwa 55g ein ziemliches Leichtgewicht dar. Somit sind auch längere Sessions kein Problem für das Handgelenk. Dreht man die Maus um, befinden sich an der Unterseite Glide Skates aus 100% PTFE, welche glatte Führung über das Mauspad erlauben und selbst ohne Mauspad auf dem puren Schreibtisch nur mit minimal spürbaren Widerstand über die Holzoberfläche gleiten. Ebenfalls an der Unterseite befindet sich der PixArt PAW3950-Sensor, welcher bis zu 32.000 DPI möglich macht. Dazu verbaut ist eine 2,4-GHz-Radiofrequenz-Verbindung, welche selbst ohne Kabel eine Abfragerate von erstaunlichen 8.000 Hz erlaubt. Dies ist bei der Konkurrenz so sonst nur mit Kabel möglich. Abgerundet wird das Ganze mit optischen Omron-Switches, welche schnelle und leichte Klicks ermöglichen. Genutzt werden kann die Maus im Wireless Modus laut Hersteller bei einer Abfragerate von 1.000 Hz bis zu 110 Stunden. Ob dem tatsächlich so ist, schauen wir uns gleich genauer an. Weitere Daten in der Tabellenübersicht:

Allgemeine Daten

Modell Dark Perk Ergo
UVP 109,90 €
Abmessungen (L X B X H), (mm) 120 x 66 x 40
Farbe Schwarz
Gesamtgewicht (g) 55
Sensor PixArt PAW3950
Scrollrad-Encoder TTC Yellow
Max DPI (Dots per Inch) 32.000
Lift Off Distanz (LOD), (mm) 1-2
Akkulaufzeit (Stunden) Bis zu 110 (bei 1.000 Hz Abfragerate)
Material ABS, Gummi, PTFE
Spezifikationen
Frequenzband (GHz) 2,4
Funktechnologie Radiofrequenz (kabellos)
Abfragerate (Hz / ms) 8000 / 0,125
Tracking Geschwindigkeit 50 G
Mikro Switches (L+R) Omron Optical D2FP-FN2
Kabellänge (m) 1,8
Hardware, Software
Anschluss USB 2.0 Typ-C
MCU (Microcontroller Unit) Cortex M0
Software-Unterstützung vorhanden durch be quiet! IO Center Software

Lieferumfang / Erster Eindruck

Im Lieferumfang enthalten sind der USB-C Wireless-Dongle, ein dazu passender Adapter als Verlängerung, ein mit Stoff ummanteltes USB-C Ladekabel, so wie eine Bedienungsanleitung, ein paar Ersatzgleitfüße für die Unterseite und natürlich die Maus.

Die Verpackung, wie auch die Maus sind sehr dezent gehalten, passend zum be quiet! Branding. Mit dem Ladekabel in orange werden leichte Farbakzente geschaffen, alles andere ist unauffällig in Schwarz gestaltet, abgesehen von dem Mausrad in dunkelgrau und einem be quiet! Schriftzug auf der rechten Maustaste, ebenfalls in grau, jedoch fast übersehbar. In der Nähe der Ablagefläche für den linken Daumen befinden sich ebenfalls zwei Seitentasten, was in Summe fünf bedienbare Tasten an der Maus bedeutet, Mausrad mitgezählt.

An der Unterseite der Maus fällt direkt ein äußerst ungewöhnliches, offenes Design ins Auge. Dies bringt einerseits einen Blick ins innere der Maus mit sich, spart andererseits natürlich aber auch wieder ein paar Gramm Gewicht, durch weniger verbautem Material. Ich persönlich finde dies eine schöne Idee, um dem sonst sehr dezent gehaltenen Mausmodell doch eine individuell erkennbare Note zu verleihen. Ebenfalls an der Unterseite befinden sich der DPI-Button (meine Meinung hierzu folgt später noch), so wie der Switch zum an-/ausschalten des Wireless Modus.

Trotz dem gewählten Material, aus dem das leichte Gewicht der Maus resultiert, wirkt die Maus sehr solide verbaut. Klick-Geräusche der Maustasten sind nicht komplett lautlos, aber passend zum be quiet! Konzept sehr geräuscharm und die Seitentasten fühlen sich nicht zerbrechlich, sondern trotz wenig Material sehr stabil an. Wer viel RGB an seiner Peripherie mag, wird bei der Dark Perk eher nicht fündig. Lediglich der Laser an der Unterseite und der kaum auffallende knapp 3 mm große DPI-Indikator über der hinteren seitlichen Maustaste, geben Lichteffekte ab.  Über diesen Indikator wird auch per pulsierendem Effekt angezeigt, ob sich die Maus noch im Lademodus befindet oder ob die Maus bereits voll geladen ist (erkenntlich am dauerhaft leuchtenden Indikator).

Man hat sich für eine durchgängig glatte Oberfläche entschieden. Mit der Größe von 12 cm Länge und 6,6 cm Breite ist die Maus für kleine bis mittelgroße Hände geeignet. Ich persönlich, mit tendenziell eher größeren Händen, kann die Maus aber trotzdem immer noch bequem bedienen.

Performance

Mit dem optischen PAW3950 Sensor ist ein Top-Sensor verbaut. Tracking-Performance, Spin-Out-Resistenz und LoD (Lift-Off Distance, also die Angabe wie hoch die Maus angehoben werden kann, bevor der Sensor den Kontakt verliert) sind auf sehr gutem Niveau. Jeder der nicht in der absoluten kompetitiven Höchstklasse spielt, wird keinen extremen Unterschied in der Praxis im Vergleich zu teureren Sensoren spüren. Ob die versprochene Abfragerate von 8.000 Hz tatsächlich erreicht werden kann, konnte ich in eigenen Tests nicht bestätigen. Ich bin in Tests auf maximal etwas über 5.000 Hz gestoßen, sowohl mit Kabel als auch ohne. Der Vollständigkeit halber sei hierzu aber gesagt, dass die 8.000 Hz sowieso nur bei extrem schnellen und kontinuerlichen Bewegungen erreicht werden können und die Messungen auch stark abhängig vom System-Setup sind (USB-Controller, Windows-Timer-Resolution, CPU-Last etc.). Dies ist also kein spezifisches Problem der Dark Perk Ergo, sondern betrifft alle 8.000 Hz-Mäuse am Markt. Die von mir bereits gemessenen etwa 5.000 Hz sind bereits deutlich über dem 1.000 bis 2.000 Hz-Standard der meisten Mäuse und für normale Freizeit-Gamer:innen vollkommen ausreichend. Alles darüber ist auch eher für tatsächliche Esportler:innen oder Nutzer:innen von Bildschirmen mit sehr hohen Bildschirmwiederholungsraten (360 Hz+) relevant.

Was ich allerdings bestätigen kann, ist die ausgeschriebene Akkuleistung. Ich wollte meinen Test zunächst mit einer voll geladenen Maus und der von den Herstellern ausgeschriebenen Abfragerate von 1.000 Hz prüfen. Auch wenn die Maus bereits laut dem Logo innerhalb des IO Center etwa dreiviertel voll geladen war, habe ich diese nochmal geladen um wirklich mit vollständiger Ladung zu testen. Ich habe die Maus auch wenn der PC nicht angeschaltet war im Wireless Modus gelassen, also 24 Stunden im Prinzip Akku verbraucht. Auch wenn sich die Maus nach gewisser Nicht-Nutzung in einen Schlafmodus versetzt (hierzu im nächsten Punkt beim IO Center noch mehr), wird trotzdem eine geringe Menge Leistung benötigt und ich wollte den Praxistest für durchschnittliche Nutzer:innen mit wenig Acht auf den An-/Ausschalter gestalten. Nach meiner vollständigen Ladung am Montagnachmittag musste ich erstmals Samstagnachmittags in einer Gamingsession feststellen, dass der Akku leer gegangen ist (hierzu später auch noch eine Anmerkung). Mein zweiter Test war dann mit einer Abfragerate von 2.000 Hz, also einem höheren Verbrauch und (nach bestem Gewissen) mit dem Versuch, die Maus nach jeder Nutzung am Schalter auch auszuschalten. In meiner zweiten Woche war die nächste Ladung dann etwa einen Tag früher fällig. Also auch mit doppelter Abfragerate und vermehrter, unterschiedlicher Nutzung hält der Akku locker von Montag bis Freitag durch.

Das Klickgefühl der Tasten ist sehr gut. Der initiale Weg, bis der Klick tatsächlich erfolgt und der Weg nach dem Klick, bis die Taste wieder in ihrer Ursprungsstellung ist, auch Pre-Travel und Post-Travel genannt, ist bei der linken Mausstaste sehr gering. Bei der rechten Maustaste ist der Travel etwas höher, aber auch absolut in einem guten Bereich. Ich hatte über unterschiedliche Genre und somit unterschiedlicher Spielintensität hinweg nicht das Gefühl, dass meine Klicks nicht schnell genug registriert wurden oder ich aufgrund der Travelzeit nicht wieder schnell genug klicken konnte. Lediglich die durchgängig glatte Oberfläche hat einen etwas festeren Griff bei Shootern benötigt, um bei Drehungen oder schnelleren Flickbewegungen ein rutschen zu vermeiden. Mit etwas kleineren Händen hat man hier aber potenziell schon eine bessere Ausgangskontrolle.

Software

Das be quiet! IO Center ist sowohl über eine webbasierte App, als auch über eine Desktop-App bedienbar. Hier kann eine Vielzahl an Einstellungen getätigt werden, um die Maus an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Bis auf die linke Mausstaste können alle Tasten (rechte Maustaste, mittlere Maustaste, hochscrollen, runterscrollen, linke Seitentaste, rechte Seitentaste) komplett neu belegt werden, um somit zum Beispiel Medienfunktionen oder Windows-Tastenkombinationen zu tätigen. Auch Makros können programmiert werden, so wie generelle Mausprofile mit komplett unterschiedlichen Einstellungen lassen sich anlegen.

Die DPI-Stufen sind standardmäßig auf 400 / 800 / 1200 / 2000 und 30000 eingestellt. Diese haben entsprechende Farben um sie über den an der Unterseite befindlichen Knopf verstellen und erkennen zu können. Auch diese Stufen lassen sich über das IO Center noch einmal individualisieren und alle fünf Stufen können komplett verändert werden.

be quiet! IO Center DPI-Stufen Ansicht
Screenshot Autor

In den Produkteinstellungen können sich dann abschließend noch viele weitere Einstellungen vorgenommen werden. Unter anderem die Abfragerate (aus sieben Stufen von 125 Hz bis 8000 Hz auswählbar), inklusive eines Energiesparmodus, welcher „[…]ausgewogene Leistungseinstellungen“ aktiviert „[…]um die kabellose Nutzung zu maximieren“. Außerdem noch die Sensorempfindlichkeit, die Klickgeschwindigkeit und Reaktionszeit der Tasten und für den Akku die Dauer bevor die Maus in einen „Soft Sleep“ oder einen „Deep Sleep“ Modus schaltet. Mit dem Schlafmodus ist einstellbar, innerhalb welcher Zeit sich die Maus ausschalten soll, um die Akkuleistung zu maximieren. Mit einer Bewegung oder dem Klicken einer Taste lässt sich diese dann wieder reaktivieren. Dies funktioniert in der Praxis auch sehr gut, mit schneller Registrierung der „Aufwachbewegung“ und kaum Verzögerung zwischen der Zeit in der man die Maus wieder in die Hand genommen hat und sie dann auch wieder aktiv nutzen kann.

Mit dem IO Center beginnen allerdings auch die leichten Schwächen der Dark Perk Ergo. Um für die Tests zum Beispiel die Abfragerate zu prüfen, musste ich mehrmals die Kabelverbindung anstecken und wieder lösen. Bei mehreren Wiederholungen dieses Vorgangs, hatte das IO Center irgendwann Synchronisationsprobleme und konnte die Maus im kabellosen Zustand nicht mehr erkennen. Das Programm musste neu gestartet werden und die Maus kurz aus- und wieder angeschaltet werden, um die Verbindung wieder neu aufzubauen. Ebenso gibt es nur eine kleine Anzeige neben dem Namen, worüber eine Information über den Akkuzustand gegeben wird. Diese färbt sich je nach unterschiedlichem Zustand (blau beim Laden, grün bei vollgeladen, orange bei halb voll und rot bei fast leerem Akku), aber es gibt keine Prozentanzeige um zu sehen, ob ich die Maus während dem Essen vielleicht nochmal laden sollte, bevor ich in die nächste Gamingsession gehe oder ob sie für den heutigen Abend noch reicht. Das muss leider mit der jetzigen Lösung geraten und geschätzt werden, was ich mir dem Preissegment ehrlich gesagt schon anders gewünscht hätte.

Auch gibt es keine Mitteilung wenn die Maus sich demnächst abschaltet, wegen niedrigem Akkustand. Wie im Punkt Performance schon angesprochen, musste ich während einer Gamingsession plötzlich prüfen, ob sich mein Spiel aufgehängt hat, nur um dann festzustellen, dass meine Maus einfach ohne Vorwarnung abgeschaltet wurde. Es sollte hier optimalerweise eine Möglichkeit geben einen Warnhinweis wenn gewünscht anzuschalten und einen konfigurierbaren Schwellenwert selbst bestimmen zu können, ab wann man gewarnt werden möchte. So umgeht man in wichtigen Gamingmomenten immer das IO Center Fenster offen halten zu müssen und zu hoffen dass man die kleine Anzeige richtig deutet.

Fazit

Hardware-seitig ist die Dark Perk Ergo schon im oberen Bereich der Gamingmäuse angekommen. Softwareseitig hingegen fehlen Details, die etablierte Marken bereits bieten. Für ein Unternehmen, welches erst in den Peripherie Markt eingestiegen ist, ist dies verständlich, aber definitiv ein Verbesserungspotenzial für zukünftige Firmware-Updates. Ich persönlich bin mit der Maus über den Testzeitraum hinweg sehr zufrieden gewesen. Gäbe es eine bessere Lösung bezüglich der Akkustandanzeige und hätte man den DPI-Schalter eher oberseitig an der Maus untergebracht, wäre ich ohne Beanstandungen durch diesen Test spaziert. Denn vor allem letzterer Punkt war auch ein kleiner Störfaktor für mich. Für unterschiedliche Spiele oder Situationen möchte man potenziell unterschiedliche DPI nutzen. Hierfür die Maus anheben zu müssen, ist zum Beispiel während einem Spiel ein gehöriger Nachteil, wenn es wirklich mal schnell gehen muss. Hier wäre meiner Meinung nach noch ein zusätzlicher Knopf im Daumenbereich oder in der Nähe des Scrollrads bequemer.

Alles in allem hat be quiet! mit der Dark Perk Ergo aber wenn man das Preis-Leistungsverhältnis betrachtet ein starkes Debütprodukt auf den Markt gebracht. Mit einem UVP von 109,90 Euro und einem je nach Angebot tatsächlichen Preis zwischen 80 und 100 Euro bekommt man Hardware, die die teureren Konkurrenten Stand jetzt nicht erheblich viel besser lösen. Dabei sind der sehr gute Sensor, gute Akkulaufzeit, eins der leichtesten Gewichte im Bereich der ergonomischen Mäuse auf dem Markt und eine sehr hohe Abfragerate auch ohne Kabel noch einmal hervorzuheben. Lediglich wer mehr RGB möchte oder auch im Softwarebereich höhere Ansprüche hat, wird hier aktuell noch nicht ganz befriedigt. Da der Name be quiet! aber in den anderen besetzten Sparten auf dem Markt ein stetiger Lieferanten von sehr guten Produkten geworden ist, bin ich mir sicher, dass man hier in Zukunft noch den ein oder anderen technischen Sprung erwarten kan

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be quiet! Dark Perk Ergo - Testfazit

Hardware - 75%
Software - 60%
Performance - 85%

73%

Wer ein dezentes Design ohne viel RGB mag und darauf warten kann Lösungen für kleinere Softwareprobleme in Zukunft hoffentlich per Update nachgeliefert zu bekommen, findet mit der Dark Perk Ergo ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis.

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Denny Lo Giudice

Hi, ich bin der Neue! 90-er Kind, gebürtig aus dem Saarland, seit 2021 im Rhein-Neckar-Kreis heimisch. Ich würde mich seit Kindesalter als "sportlichen Nerd" bezeichnen. Ich war entweder in der Sporthalle unterwegs oder vor sämtlichen Bildschirmen zu finden, angefangen mit dem OG Game Boy.

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