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Anycubic will Resin-Druck endlich richtig bunt machen

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Mehrfarbdruck ist bei FDM-Druckern inzwischen fast schon Alltag. Beim Resin-Druck sieht die Sache dagegen deutlich beschissener aus: Wer mehrere Farben möchte, druckt einzelne Teile getrennt, wechselt Resin zwischen bestimmten Schichten oder greift anschließend zu Pinsel und Airbrush. Anycubic arbeitet offenbar daran, genau dieses Problem direkt im Drucker zu lösen.

Eine neu veröffentlichte chinesische Patentanmeldung beschreibt ein Verfahren, mit dem mehrere Farben innerhalb einer einzelnen Resin-Schicht möglich werden sollen. Das wäre wesentlich mehr als ein simpler Wechsel von beispielsweise schwarzem auf weißes Resin ab einer bestimmten Druckhöhe.

Farbe wird direkt in jede Schicht eingebracht

Die Idee hinter dem Patent ist ziemlich clever. Statt einfach verschiedenfarbiges Resin in die Wanne zu kippen, soll zunächst eine Farbschicht auf einer Trenn- beziehungsweise Konstruktionsfläche aufgetragen werden. Anschließend wird das eigentliche flüssige Druckmedium darüber eingebracht und wie bei einem normalen Resin-Drucker ausgehärtet. Farbe und Resin bilden damit gemeinsam eine einzelne Druckschicht. Danach wird der Vorgang für den nächsten Layer wiederholt. Entscheidend dabei: Die Farbschicht muss nicht einfarbig sein.

Das Patent beschreibt ausdrücklich mehrere separat ansteuerbare Farbbereiche innerhalb derselben Schicht. Vereinfacht gesagt könnte der Drucker beispielsweise einen Teil eines Layers blau und einen anderen gleichzeitig grün einfärben. Die Farbe wird dabei über eine Beschichtungseinheit gezielt an den jeweiligen Stellen aufgetragen.

Damit wären theoretisch Modelle möglich, die direkt fertig eingefärbt aus dem Resin-Drucker kommen.

Genau hier liegt bislang das Problem

Bei einem normalen Resin-Drucker befindet sich das Modell während des Drucks praktisch permanent in einem Tank voller flüssigem Resin. Deshalb lässt sich das Prinzip eines FDM-Multicolor-Systems nicht einfach übertragen.Filament kann man abschneiden, zurückziehen und anschließend eine andere Farbe in die Düse schieben. Eine komplette Resin-Wanne für jeden Farbwechsel leerzupumpen, zu reinigen und wieder zu befüllen wäre dagegen ziemlich unpraktisch.

Auch Anycubic beschreibt in der Patentanmeldung die bisherigen Einschränkungen: Wird lediglich das Resin gewechselt, kann sich die Farbe hauptsächlich entlang der Z-Achse beziehungsweise Druckhöhe ändern. Für komplexe Farbflächen bleibt normalerweise nur die nachträgliche Lackierung. Das patentierte Verfahren umgeht dieses Problem, indem nicht das komplette Druckmaterial gewechselt wird. Stattdessen landet nur dort Farbe, wo sie im jeweiligen Layer tatsächlich benötigt wird.

Der Photon P1 zeigt bereits, wohin die Reise geht

Ganz aus dem Nichts kommt das Thema bei Anycubic nicht. Der aktuelle Photon P1 unterstützt laut Hersteller bereits Dual-Color- beziehungsweise Dual-Material-Druck mit einem optionalen Dual Material Print Kit.

Das jetzt veröffentlichte Patent geht konzeptionell allerdings deutlich weiter. Statt lediglich zwei Materialien beziehungsweise Farben zu kombinieren, beschreibt es eine gezielte farbliche Gestaltung innerhalb einzelner Layer. Damit könnte langfristig beim Resin-Druck etwas entstehen, das funktional näher an den Multicolor-Systemen aktueller FDM-Drucker liegt – nur eben ohne Filamentwechsel und Purge-Türmchen.

Patent heißt noch lange nicht fertiger Drucker

Ein wichtiger Haken bleibt: Das Patent ist keine Produktankündigung.

Die zugrunde liegende Anmeldung wurde bereits am 30. Oktober 2023 eingereicht. Die jetzt sichtbare chinesische Patentanmeldung CN122539644A wurde am 11. August 2026 veröffentlicht und befindet sich derzeit noch im Anmeldestatus.

Ob Anycubic daraus tatsächlich einen kaufbaren Multicolor-Resindrucker baut, wann dieser erscheinen könnte und wie viele Farben unterstützt würden, ist derzeit völlig offen. Technisch wäre das Konzept aber ziemlich spannend. Denn während Multicolor-FDM in den vergangenen Jahren einen riesigen Sprung gemacht hat, besteht die kreative Freiheit beim Resin-Druck bislang meist noch aus: graue Figur drucken und anschließend sehr lange mit einem Pinsel dasitzen.

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen.

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