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„Bayonetta 3“ im Test – Dämonischer Ritt in chaotischer Action

Platinum Games serviert bleihaltige Synapsenüberflutung

Auf der Nintendo Switch darf wieder ordentlich geschnetzelt und auf überdimensionale Monster geballert werden – Platinum Games gelingt ein durchgeknalltes Action-Adventure mit guten Ideen bei dem ein fantastisch intuitives Kampfsystem sämtliche Spieler in seinen Bahn zieht. Aber können Technik und Storyline ebenfalls überzeugen? Unser Test zu „Bayonetta 3“ verrät es euch.

Nintendo hat sich doch länger als gedacht Zeit mit dem dritten Abenteuer der wohl stylischsten Hexe der Videospielgeschichte gelassen, doch die Experten für extrovertierte Action auf Konsolen Platinum Games nutzten ihre die längere Entwicklungszeit um ein ziemliches Brett für die Nintendo Switch zu zimmern. Zimperlich geht Hexe Bayonetta nämlich nicht vor, nachdem sie beim entspannten Shopping einmal mehr von einer nahenden Apokalypse heimgesucht wird. Während die ersten Teile nämlich noch mit massig Blut und einer halbwegs durchdachten Handlung aufwarteten, pfeift das Finale auf beides und präsentiert stattdessen gänzlich durchgeknallte Action am laufenden Band mit großartigen Setpieces. Wobei der gar Kojima-haft mit vielen Zwischensequenzen gespickte Einstieg eine gute Stunde in Anspruch nimmt.

Ich versuche mal die Handlung einigermaßen ohne zu spoilern wiederzugeben – im Kern rutscht Serienneuling Jeanne nach dem Tod von Bayonetta durch eine zeitliche Dimension um einem schweigsamen aber ausgleichend gnadenlosen Bösewicht zu entkommen. Bald trifft Jeanne auf eine andere Bayonetta mit der sie dank spezieller Artefakte, die erst aufzufinden gilt, Jagd auf den Zerstörer machen. Die Story von „Bayonetta 3“ ist wirr chaotisch und deren einziges Recht auf Existenz ist die Funktion eines Rahmens. Das nochmal abwechslungsreichere Gameplay ist nämlich der Star des Spiels. Selten machte es mehr Spaß wie im Wahn mehrmals pro Sekunde die Angriffstaste zu hämmern während die scharfsichtige Hexe sich in der Luft mehrmals dreht, dabei ihre Pistolen abfeuert um kaum am Boden einen vernichtenden Climax am taumelnden Feind loszulassen. Lasst euch nicht täuschen – „Bayonetta 3“ ist verflixt anspruchsvoll sobald Gegnerhorden angreifen. Während Bayonetta selbst in Kämpfen eher in den Hintergrund rückt übernehmen das ihre bis zu drei abrufbaren Dämonengestalten. Zu Beginn schlägt und feuert ein größerer Drache gegen kleinere Bossgegner während als mächtige Ergänzung des Repertoires zugleich Quicktime-Events die Kämpfe noch erweitern. Platinum Games erklärt aber jedes neue Element ausführlich, sodass es in Kürze keine Schwierigkeit mehr ist den Combo-Zähler auf frische Höhen steigen zu lassen.

Währenddessen schicken uns die Entwickler:innen im Halbstundentakt quer über den gesamten Erdball, sodass wir anfangs sich zwischen urbanen Hochhäusern ein Monster durchfressen sehen, um darauf in ruhiger ländlicher Lage einen begrünten Felsen besteigen dürfen. Aufgelockert werden die reinen Actionpassagen mit Stealth-Leveln mit Jeanne. Anderartig im reiner 2D-Optik gehalten schleichen wir um Feinde herum, bewegen uns horizontal über mehrere Ebenen aber werden nicht so packend unterhalten wie von Bayonetta. Leider lässt Platinum Games einiges Potenzial liegen, da jedee Jeanne-Episode mit einem Bosskampf endet. Genauso überzeichnet wie die Handlung sind auch alle anzutreffenden Charaktere sowie der extrem J-Pop geprägte Soundtrack innerhalb der Kämpfe. Manchmal gibt es in bester Moorhuhn-Tradition auch gut gemachte Schießbuden-Level – entweder im Panzer oder als riesiger Nachtfalter. Besonders hervorstechend in positiver Art war das Kapitel „Cairo“. Leicht an „Uncharted 3“-erinnernd finden wir uns alleine in der Wüste und laufen über riesige sandige Dünen. Gerade, weil es bewusst Tempo aus der überdrehten Handlung rausnimmt.

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Technisch scheint bei diesem Action-Bombast der Wurm drin zu sein bzw. die Nintendo Switch kommt wieder an ihre Grenzen. Trotz merklichen Einsparungen seitens Platinum Games vergeht kaum eine längere Spielzeit ohne instabiler Framerate mit verwaschenen Texturen. Clipping bei ohnehin viel zu fummelige geratenen Plattforming-Passagen hätte nicht sein müssen. Selbst im stärkeren Dock-Modus kamen derartige Probleme leider vermehrt auf.

Unser Fazit zu „Bayonetta 3“

Die Hexe kracht exklusiv zur Nintendo Switch und verbreitet ein selten spaßiges Chaos. Solch ein unbändiges Bombast an Action ist für die eher familienfreundliche Nintendo-Konsolen nicht selbstverständlich. Klar, die Handlung ist dermaßen verwirrend oder so komplex um nur von echten Serienfans halbwegs verstanden zu werden, dafür belohnt „Bayonetta 3“ aber all diejenigen mit Biss für knackiges Gameplay. Erwachsene Spieler mit Hang zu „Devil May Cry“-esken Spielen sollten bedenkenlos zugreifen.

Entwickler: Platinum Games | Preis: 59,99 Euro | Für Nintendo Switch | USK: ab 16

Bayonetta 3 (Nintendo Switch)

Spielspaß - 88%
Gameplay - 87%
Grafik - 77%
Technik - 73%

81%

Empfehlung!

Spaßig überdrehtes Action-Brett mit spektakulären Kämpfen und einer kultig-sexy Hexe im Schlepptau!

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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