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Ich war zu Beginn ziemlich skeptisch. Eine Tastatur, deren Tasten gleichzeitig als Touchpad dienen sollen? Das klingt erst einmal nach einer hervorragenden Möglichkeit, ständig versehentlich den Mauszeiger durch die Gegend zu schubsen. Nach dem Test der Clevetura CLVX 1 (PC) und der kompakteren CLVX S (Mac) bleibt von dieser Skepsis allerdings erstaunlich wenig übrig.
Denn Cleveturas TouchOnKeys funktioniert tatsächlich – und deutlich besser, als das Konzept vermuten lässt.
Die Tasten sind gleichzeitig das Touchpad
Unter den flachen Tasten sitzt eine kapazitive Ebene. Wischt man mit den Fingern über die Tastatur, bewegt sich der Mauszeiger. Tippen, Scrollen, Zoomen und Mehrfingergesten funktionieren ebenfalls direkt auf den Tasten. Sobald man wieder normal schreibt, wechselt die Tastatur zurück in den Eingabemodus.
Das Entscheidende dabei: Die Umschaltung funktioniert erstaunlich zuverlässig. Gerade die Sorge vor permanenten Fehleingaben erwies sich nach kurzer Eingewöhnung weitgehend als unbegründet. Ganz ohne Lernkurve geht es trotzdem nicht. Gerade am Anfang wandert die Hand aus Gewohnheit immer wieder zur Maus. Erst wenn man sich zwingt, Cursor und Gesten direkt über die Tastatur zu steuern, merkt man, wo der eigentliche Vorteil liegt: Die Hände müssen beim Arbeiten deutlich seltener ihre Position verlassen.
Eine Maus vollständig ersetzen würde ich damit trotzdem nicht. Für Office, Browser, kleinere Bildbearbeitung oder normale Produktivarbeit funktioniert das hervorragend. Bei präziseren Aufgaben und natürlich beim Gaming bleibt eine richtige Maus angenehmer.
Beim Tippen eher gut als spektakulär
Als Tastatur selbst ist die CLVX 1 wesentlich konventioneller. Clevetura setzt auf flache Scissor-Switches, wodurch sich das Tippgefühl eher an einem guten Notebook als an einer mechanischen Tastatur orientiert. Die ungewöhnlich flachen und eng zusammenliegenden Tasten sind technisch notwendig, damit man ohne störende Kanten darüber wischen kann. Genau deshalb brauchen sie aber etwas Eingewöhnung.
Mich stört das weniger als erwartet. Wer ohnehin viel auf Notebook-Tastaturen schreibt, dürfte sich relativ schnell zurechtfinden.
- Kabellose Tastatur mit integriertem Tastenfeld. Scrollen, scrollen und vergrößern, ohne Ihre Hand zur Maus zu bewegen. Der Touch-Bereich bedeckt das Hauptfeld der Tasten.
- Volle Größe, 110 Tasten, leises Tippen. Scherenschalter mit niedrigem Profil. Kein 19-mm-Standardschlüssel, daher ist das Layout vom ersten Tag an vertraut.
CLVX S: das gleiche Prinzip für unterwegs
Parallel zur großen CLVX 1 habe ich die Clevetura CLVX S ausprobiert. Technisch verfolgt sie praktisch dasselbe Konzept, schrumpft es aber auf ein kompaktes Format.
Die S ist nur rund 12,4 Millimeter hoch, wiegt weniger als ein halbes Kilogramm und besitzt ein kompaktes Layout. Damit ist sie deutlich besser dafür geeignet, zusammen mit Notebook oder Tablet im Rucksack zu verschwinden. Auch hier liegen unter den Tasten die Sensoren für TouchOnKeys; zusätzlich können Bereiche der Funktionstasten beispielsweise für Lautstärke oder Beleuchtung genutzt werden.
| Clevetura CLVX 1 | Clevetura CLVX S | |
|---|---|---|
| Ausrichtung | Desktop | mobil |
| Layout | Full-Size, 110 Tasten | kompakt |
| TouchOnKeys | ja | ja |
| Eingebaute Maussteuerung | ja | ja |
| Tasten | Scissor | Scissor |
| Verbindung | Bluetooth / USB | Bluetooth / USB |
| Gehäuse | Aluminium/Polycarbonat | Aluminium/Polycarbonat |
| Besonderheit | großer Arbeitsbereich | deutlich kompakter |
Das Grundprinzip funktioniert bei beiden Modellen praktisch identisch. Welche Variante sinnvoller ist, hängt deshalb hauptsächlich davon ab, wo die Tastatur eingesetzt werden soll.
- Tippen, schwenken, scrollen – jetzt in einer kompakten "S"-Größe. Erleben Sie nahtlose, Null-Handbewegungssteuerung.
- Großartiges Tippen mit kleinerem Fußabdruck. Low-Profile-Scherenschalter für präzises, leises Tippen. Standard 19 mm Tastenabstand auch im kompakten S-Layout erhalten – vertraut, bequem und einfach zu bedienen.
Mac-Nutzer müssen bei der weißen Version aufpassen
Ein Punkt hat mich bei der Mac-Version der CLVX S zunächst irritiert: Die Tastatur lässt sich zwar verbinden und zum Tippen nutzen, die eigentlichen Gesten funktionieren aber nicht automatisch komplett.
Vor der Nutzung sollte deshalb die TouchOnKeys-App installiert werden. Erst damit stehen auf dem Mac die vorgesehenen Gesten und Anpassungsmöglichkeiten zur Verfügung. Das ist nicht gerade offensichtlich und kann schnell den Eindruck erwecken, dass mit der Tastatur etwas nicht stimmt. Clevetura erinnerst aber ebenfalls noch einmal darauf hin. (Ja manchmal hilft es Anleitungen zu lesen)
Unter Windows arbeitet die CLVX 1 dagegen grundsätzlich auch ohne zusätzliche Software mit den Standardtreibern. Die TouchOnKeys-App wird dort vor allem für weitergehende Anpassungen benötigt.
Preis und Verfügbarkeit
Ganz günstig ist das ungewöhnliche Tastaturkonzept allerdings nicht. Die Clevetura CLVX 1 kostet in Europa 249 Euro, während für die kompaktere CLVX S 199 Euro aufgerufen werden. Damit bewegen sich beide Modelle klar im Premiumbereich. Vor allem bei der CLVX 1 ist das eine Ansage, schließlich bekommt man für dieses Geld bereits sehr hochwertige mechanische Tastaturen samt separater Maus.
Fazit: Aus einer seltsamen Idee wird etwas ziemlich Cleveres
Die Clevetura CLVX 1 ist eine dieser Ideen, die auf dem Papier eher nach Technik-Spielerei klingt. Nach dem Test sehe ich das anders.
TouchOnKeys funktioniert überraschend zuverlässig und kann den normalen Arbeitsablauf tatsächlich angenehmer machen. Gerade beim Scrollen, Wechseln zwischen Fenstern oder kurzen Mausbewegungen ist es praktisch, die Hände einfach dort zu lassen, wo sie sowieso liegen. Die eigentliche Tastatur ist dagegen weniger außergewöhnlich. Wer mechanische Switches, viel Hub und klar voneinander getrennte Tasten bevorzugt, wird mit der flachen Konstruktion wahrscheinlich nicht glücklich. Dazu kommt ein vergleichsweise hoher Preis – ein Kritikpunkt, der sich auch durch mehrere andere Tests zieht.
Die kompaktere CLVX S gefällt mir für den mobilen Einsatz sogar fast besser. Am Mac sollte man allerdings unbedingt daran denken, zunächst die TouchOnKeys-Software einzurichten.
Clevetura erfindet die Tastatur damit nicht komplett neu. Die Idee, Touchpad und Tastatur wirklich auf derselben Fläche zu kombinieren, funktioniert aber viel besser, als ich zunächst gedacht hätte.
Hinweis: Aktuell gibt es noch kein deutsches QWERTZ-Layout, Clevertura arbeitet aber bereits dran.
Clevetura CLVX 1 & CLVX S
Eine ungewöhnliche Tastatur, deren größtes Kunststück tatsächlich funktioniert. TouchOnKeys ist mehr als eine Spielerei und kann Mauswege im Alltag deutlich reduzieren. Das Tippgefühl bleibt Geschmackssache und der Einstiegspreis ist hoch, doch das Konzept überzeugt.
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