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Dexter: Resurrection Staffel 2, Folge 1 – „Riskantes Spiel“ – Recap & Review

So stimmen unsere Leser ab:

Nachdem Techkrams euch gestern noch einmal einen Überblick über die Handlung aus Staffel 1 verschafft hat, widmen wir uns heute endlich Dexter: Resurrection – Staffel 2, Folge 1 „Riskantes Spiel“. Hier liefern wir euch den ausführlichen Recap und Review zu dieser spannenden Premiere.“


Warnung: im Folgenden wird mit Spoilern über die erste Folge der Staffel 2 zu Dexter: Resurrection gesprochen!

RECAP

Der Staffelauftakt beginnt mit einer spannenden Szene, in der Dexter von Bastista aus dem Bett geklingelt wird, um endlich den New York Ripper zur Strecke zu bringen. Wie aufmerksame Zuschauer allerdings wissen, reine Wunschvorstellung beziehungsweise eher Traumaverarbeitung in einem Traum von Dexter, denn Batista ist tot und Dexter scheint weiter schwer mit dem Tod seines langen Freundes zurechtzukommen.
Anschließend wird kurz die Zeit zwischen den beiden Staffeln abgehandelt: fünf der Killer aus Leon Prater’s exklusivem Serienmörder-Club Leben noch, aber sind nach den Vorkommnissen aus dem Finale der Staffel 1 geflohen. Zwei davon konnte Dexter bereits aufspüren und zu seiner Bluttrophäensammlung hinzufügen. Einer davon ist der Midnight Mangler, der in einem kurzen Gastauftritt vom kanadischen Profiwrestler Chris Jericho gespielt wird. Ebenfalls erwischen konnte Dexter den Yonkers Slayer.

Michael C. Hall as Dexter Morgan and Shavo Odadjian as R.H. Martin in Dexter: Resurrection, episode 1, season 2
© Paramount Television Studios

In seiner Kurzerklärung erwähnt Dexter hierbei auffälligerweise immer wieder, wie viele Opfer er durch seine Morde an den beiden gesuchten Massenstraftätern potenziell vor einem traurigen Schicksal bewahren konnte. Ob Dexter dabei versucht sein Gewissen zu beruhigen oder seine Taten nach all den Jahren immer noch zu rechtfertigen, lässt die Folge bewusst offen. Zum Schluss der kurzen Abhandlung erwähnt Dexter noch nebenbei, dass die stillgelegte Fabrik, welche er aktuell zur Verbrennung seiner Opfer und somit Entsorgung seiner Spuren verwendet, bald in einen Biosupermarkt umgewandelt werden soll und er diese bald nicht mehr länger nutzen kann. Es wird spannend zu beobachten sein, welche neue Lösung sich Dexter hierfür einfallen lässt oder ob dieser Umstand noch zu einem ernsthaften Problem werden könnte.

Dexter trifft Harrison in einem Diner und dieser erzählt, dass er nun seine sechsmonatige Ausbildung bei der Polizei Akademie abgeschlossen hat, was auch einen Aufschluss auf den genaueren Zeitraum gibt, der zwischen beiden Staffeln vergangen ist. Harrison hofft das Dexter zur sogenannten „Gun and Shield Ceremony“, also der Zeromonie zur Feierlichkeit des Ausbildungsabschlusses kommt. Diese wird so genannt, weil die Rekruten, an diesem Tag offiziell ihre Dienstwaffe und ihre Dienstmarke, in Form eines Schildes, erhalten und offiziell als Polizeioffiziere vereidigt werden.
Dexter sagt zu der Einladung zu. Da beide in Zukunft nun etwas beschäftigter sein werden, jetzt da Harrison in den Vollzeitdienst einsteigt und Dexter sowieso immer viel unterwegs ist, aufgrund seines UrCar Jobs und seiner mörderischen Feierabendaktivitäten, wird der Vorschlag gemacht, die gegenseitige GPS-Tracking-Funktion des Handys zu aktivieren. Hier wird clever, wie bereits vorher in der Folge schon, mit verschwommener Kamerasicht aus der Perspektive Dexters, auf seine sich häufenden Sehprobleme hingedeutet.

Neue Gegenspieler im Fokus

 

Parallel dazu lernen Zuschauer:innen die vermutlich beiden Hauptantagonisten der Staffel kennen. Hier sind auf der einen Seite Don Framt, aka der New York Ripper (gespielt von Brian Cox). Dieser wurde nach dem Fund seiner Akten der Polizei aus dem Finale der Staffel 1 im Tresor von Leon Prater mehreren Verhören unterzogen. Das Problem: Don Framt sitzt im Rollstuhl, kann zum aktuellen Zeitpunkt also keine Morde begangen haben und auch sonst hat die Polizei bisher aufgrund von sicheren Alibis Framt nicht für die in den Akten erwähnten Daten zur Verantwortung ziehen können. Klar ist, der Ripper hat in der Zwischenzeit immer wieder die Hinterbliebenen seiner Opfer mit Anrufen und Sprachnachrichten belästigt, aber auch dafür konnte Framt bisher nicht verantwortlich gemacht werden. Im aktuellen Verhör in der Auftaktfolge durch die beiden bereits bekannten Ermittler Claudette Wallace und Melvin Oliva gibt Framt sogar am Ende eine Speichelprobe, so sicher scheint er sich zu sein, dass er weiterhin nicht gefasst werden kann. Hier soll klar gemacht werden, was die Polizei bisher unternommen hat, den Schwerstverbrecher aber aus unklaren Gründen immer noch nicht zur Strecke bringen kann.

Dominic Fumusa as Detective Melvin Oliva and Kadia Saraf as Detective Claudette Wallace in Dexter: Resurrection, episode 1, season 2
© Paramount Television Studios

Auf der anderen Seite wird der von Dan Stevens gespielte Five Borough Killer eingeführt. Er ruft in einem öffentlichen Park in Queens die Polizei an und kündigt einen Mord am Folgetag bei einem Baseballspiel an. Die Polizei ist zunächst erstaunt, ist dies das erste Mal, dass sie von dem Five Borough Killer hören, denn er wird bisher in keiner bekannten Datenbank gefunden. Es scheint also, als ob die Zuschauer:innen hier die Entstehungsgeschichte eines Mörders erleben, der bereits im Voraus geplant hat, mehrere Personen nach einem bestimmten Schema zu töten. Sein Name zielt nämlich auf die fünf Bezirke (five boroughs) von New York ab und deutet darauf hin, dass er Morde in jedem dieser Bezirke begehen will.
Der Plan des Mörders geht allerdings nur bedingt auf, denn am Tag des Baseballspiels wird dieses aufgrund von sehr starken Regenfällen abgesagt. Kurzer Hand entscheidet sich der Mörder allerdings seinen Mord trotzdem auf dem Parkplatz der abreisenden Zuschauer:innen zu begehen – und zeichnet diesen durch Aufnahme mit einer integrierten Kamera in seiner Brille auf. Die Leiche der getöteten Frau wird gefunden, allerdings gab es aufgrund der Menschenmasse die vom Parkplatz abreisen wollte, weder Zeugen, noch Aufnahmen von Überwachungskameras die den Mörder klar identifizieren. Dieser hat sich den Umstand des Wetters mit langer Kleidung, Baseballcap und einem Regenschirm als „Tarnung“ zunutze gemacht.
Der Killer kehrt am Tag nach seiner Tat in den gleichen Park in Queens zurück und macht auf sich aufmerksam, in dem er das Video des Mordes aus seiner Perspektive von seinem Handy aus per Air Drop mit einer zufälligen Parkbesucher:innen teilt. So gerät das Video auch an die Öffentlichkeit und zur Polizei. Auch hier werden die Ermittler selbst mit Beweisvideo kein Stück schlauer. Denn aufgrund seiner methodischen Vorgehensweise und des offenbar technischen Wissens des FBK, wie er in Zukunft abgekürzt wird, immer in Reichweite einer Funkantenne zu sein wenn er auf sich aufmerksam macht, seine Handys nach Nutzung allerdings sofort zu entsorgen, werden keinerlei Spuren hinterlassen.

Rapunzel schlägt wieder zu und der dunkle Passagier setzt nach

 

Dexter, in allgemeiner Unzufriedenheit versinkend, soll aber natürlich auch noch seinen Moment in der Folge bekommen. Dies geschieht, in dem er darauf aufmerksam wird, dass Al Walker, aka Rapunzel wohl wieder begonnen hat zu morden. Als noch einer der drei übrig gebliebenen Mitglieder aus dem damaligen Club von Leon Prater, ist Dexter sehr darauf bedacht, die Chance zu nutzen und ihn endlich stellen zu können. Gesagt, getan fährt Dexter los in den mehrere Stunden entfernten Staat Pennsylvania, um dort am letzten bekannten Ort an einem Campingplatz nach Rapunzel zu suchen. Harrison, der zufällig seinen Vater anrufen wollte, da er am Tag seines Umzugs ein Problem in seiner neuen Wohnung festgestellt hat, ahnt schon Böses. Dexter verspricht im Telefonat aber, dass er es zur Abschlusszeremonie noch schaffen möchte. Es kommt allerdings, wie es kommen musste: Dexter findet Al zwar tatsächlich, wird aber vor die Entscheidung gestellt, ob er sich die Chance nehmen lassen will Rapunzel endlich von seiner Liste zu streichen oder abzureisen, um es rechtzeitig zu Harrisons Zeremonie zu schaffen, aber damit möglicherweise wieder Fährte eines seiner Ziele zu verlieren. Und weil Dexter eben Dexter ist, gewinnt der dunkle Passagier die Oberhand und Dexter schafft es zwar Rapunzel zu töten, aber verpasst dadurch auch die Möglichkeit in einem so wichtigen Moment in Harrisons Leben für seinen Sohn da zu sein. Ebenfalls ohne Möglichkeit sich der Leiche von Rapunzel zu entledigen, entscheidet sich Dexter dazu die Leiche an Ort und Stelle des Mordes zurückzulassen, damit sie gefunden werden kann.

Harrison, enttäuscht aber nicht überrascht von seinem Vater, entscheidet sich stattdessen seinen Frust mit Kollegen in einer Bar zu ertränken. Hierbei wird er dazu überredet eine Frau anzusprechen und bewusst seine neue Dienstmarke als Statussymbol einzusetzen. Harrison wagt sich zwar die Frau anzusprechen, weicht aber von seiner ursprünglichen Taktik ab. Dies bringt im zunächst eine Abfuhr ein, er schafft es am Ende des Abends allerdings trotzdem von der Frau nach Hause eingeladen zu werden und übernachtet dort. Ihr fragt euch jetzt sicher „und warum ist das jetzt lesenswert?“ – dazu gleich mehr!

Michael C. Hall as Dexter Morgan and Ntare Guma Mbaho Mwine as Blessing Kamara in Dexter: Resurrection, episode 1, season 2
© Paramount Television Studios

Am Tag nach dem Mord versucht Dexter regelrecht aufgeregt nach Ergebnissen im Internet zu suchen, ob die Leiche von Rapunzel bereits gefunden wurde. Durch sein typisches Gespräch mit seinem toten Vater Harry wird klar, dass Dexter immer mehr von seinen gewohnten Mustern abweicht. Aber nicht nur weil er muss, sondern auch weil er dies bewusst wählt. Er möchte sich selbst beweisen dass er immer noch der herausragende Mörder ist, für den er sich selbst hält. Dexter gesteht ein, dass er nach all seiner langen aktiven Zeit  Anerkennung als Serienmörder sucht, da er durch seine sonst immer spurenlose Art und Weise zu töten nie etwas zurückgelassen hat, über das Medien berichten könnten, um sich so auch einen Ruf als Mörder aufbauen zu können. Es wird wieder darauf abgezielt, dass Dexter mehr als die Hälfte seines Lebens so viel „Gutes“ getan hat, in dem er die Welt von Massenmördern befreit hat und gleichzeitig die Frage gestellt, wie viel das eigentlich wert ist, wenn es niemand weiß? Dexter will mehr. Und Harry stellt fest, dass die Kombination aus Unzufriedenheit im Leben, sich selbst nicht wertgeschätzt zu fühlen und gleichzeitig zu versuchen sich selbst immer wieder etwas zu beweisen, ganz klar auf eine Diagnose hinausläuft: Midlife-Crisis.
Es ist klar wie so eine Midlife-Crisis bei den meisten älteren Männern abläuft: man färbt sich die Haare, sucht sich eine Frau die viel zu jung ist und kauft Dinge, die viel zu teuer sind und als Statussymbol fungieren sollen. Aber wie sieht so eine Midlife-Crisis für einen Serienmörder aus? Hiermit eröffnet sich einer der staffelübergreifenden Storystränge, der uns in den nächsten Folgen auf die ein oder andere Weise immer wieder begegnen wird.

Ich bin euch aber noch eine Antwort auf meine Ausführung der Übernachtung von Harrison schuldig. Warum ist dieser One-Night-Stand so wichtig? Nun ja, die Dame zieht sich am nächsten Morgen eine Uniform an, die der von Harrison verdammt ähnlich sieht, aber definitiv nicht die von Harrison ist und lässt diesen verschlafen im Bett zurück. Ob diese Konstellation in zukünftigen Folgen noch eine Rolle spielt, erfahrt ihr nächste Woche beim Recap von Dexter: Resurrection Staffel 2 Folge 2.

Und für Fans der ursprünglichen Dexter Serie gab es auch noch ein freudiges Wiedersehen: am Ende der Folge betrat Desmond Harrington in seiner Rolle des Joey Quinn das NYPD Morddezernat. Da dieser sich jedoch nach seinem toten Kollegen Angel Batista erkundigte, bleibt abzuwarten, ob sich hier die nächste Altlast aus Dexters früherem Leben als unvorhersehbare Variable miteinmischt oder ob Quinn in ganz anderer Absicht in New York City eintrifft.

Einschätzung zu der Folge

 

Dexter hat mehr und mehr das Bedürfnis sich seiner Taten rein zu waschen und sich immer wieder vorzusagen dass er Gutes mit dem tut, was er am Besten kann. Gleichzeitig möchte er jedoch Aufmerksamkeit und Anerkennung für seine Taten, was sich zum einen moralisch etwas widerspricht, aber zum anderen sehr zu dem verkorksten emotionalen Kompass von Dexter passt. Dabei vernachlässigt er allerdings wieder Harrison und zeigt dass er emotional zwar reifer geworden ist, aber letztendlich immer noch nicht ganz die Rolle des Vaters mit seiner Rolle als Mörder vereinbaren kann.

Währenddessen werden zwei neue Charaktere eingeführt – einer mit dem New York Ripper, der es liebt, dass Beweise gegen ihn vorliegen, er aufgrund seiner augenscheinlichen Behinderung und seiner sicheren Alibis aber nicht zur Verantwortung gezogen werden kann. Zum anderen treffen die Zuschauer:innen mit dem Five Borough Killer auf einen neuen „Player“ im Serienmörder-Universum, der gerne den gefährlichen schmalen Grad wandert, Katz und Maus mit der Polizei zu spielen und sogar absichtlich Hinweise auf seine Taten in einem öffentlichen Raum hinterlässt.

Alles in allem ist „Riskantes Spiel“ ein gelungener Auftakt in die Prämisse der Staffel 2 zu Dexter: Resurrection, welche viele Möglichkeiten zur Entfaltung der Serie in unterschiedliche Richtungen bietet, aber stellenweise für meinen Geschmack super schnell abgehandelt wurde.

Denny Lo Giudice

Denny Lo Giudice

Redakteur
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Hi, ich bin der Neue! 90-er Kind, gebürtig aus dem Saarland, seit 2021 im Rhein-Neckar-Kreis heimisch. Ich würde mich seit Kindesalter als "sportlichen Nerd" bezeichnen. Ich war entweder in der Sporthalle unterwegs oder vor sämtlichen Bildschirmen zu finden, angefangen mit dem OG Game Boy.
So fließen meine persönlichen und beruflichen Erfahrungen aus Gesundheit und IT in alles ein, worüber ich schreibe.

Expertise:
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