91%DJI Osmo Pocket 4P Review: Zwei Kameras machen den entscheidenden Unterschied
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Die DJI Osmo Pocket 4P wirkt auf den ersten Blick wie eine etwas kräftiger geratene Osmo Pocket 4. Das bekannte Konzept bleibt erhalten: unten der kompakte Griff mit Display und Bedienelementen, oben der mechanisch stabilisierte Kamerakopf. Der entscheidende Unterschied steckt genau dort, denn DJI hat der Pocket 4P neben der bekannten Weitwinkelkamera eine zweite Kamera mit 60 Millimetern Brennweite spendiert. Genau dieses zweite Objektiv verändert die Pocket stärker, als es eine höhere Auflösung oder ein paar zusätzliche Softwarefunktionen könnten.
Die normale Pocket 4 war bereits eine hervorragende kleine Videokamera, blieb aber praktisch immer eine Weitwinkelkamera. Wollte ich etwas näher heranholen, blieb nur der digitale Zoom oder der klassische Schritt nach vorne. Die Pocket 4P bietet dagegen erstmals zwei wirklich unterschiedliche Perspektiven. Nach einigen Aufnahmen wird schnell klar, dass das keine Funktion ist, die nur auf dem Datenblatt gut aussieht. Personen, Details, Tiere, Bühnen oder weiter entfernte Motive lassen sich plötzlich völlig anders filmen, gleichzeitig bleibt die Kamera klein genug, dass ich sie wesentlich eher mitnehme als eine Systemkamera mit Gimbal und mehreren Objektiven.
Etwas größer als die Pocket 4 – aber immer noch erstaunlich kompakt
Ganz so zierlich wie die normale Osmo Pocket 4 ist die 4P nicht mehr. Mit 230 Gramm wiegt sie knapp 40 Gramm mehr als die Pocket 4 mit 190,5 Gramm, auch der Kamerakopf ist sichtbar größer geworden. Das ist logisch, schließlich müssen dort jetzt zwei Sensoren samt Objektiven und Gimbal-Technik untergebracht werden. Man merkt den Unterschied auch in der Hand, denn die Pocket 4P ist etwas kopflastiger. Bei der Pocket 4 verteilt sich das Gewicht gefühlt gleichmäßiger über den Griff, während die 4P mehr Masse oben trägt. Unangenehm wird sie dadurch nicht, aber im direkten Vergleich ist der Unterschied spürbar.
Das Wort „Pocket“ passt trotzdem weiterhin. In eine Jackentasche oder kleinere Tasche lässt sich die Kamera problemlos stecken, und eine Systemkamera samt zusätzlicher Objektive und Gimbal ersetzt sie vom Packmaß her sowieso mit einem ziemlich dreckigen Grinsen. Gerade auf Reisen ist das ein enormer Vorteil, denn die Kamera ist schnell griffbereit und genauso schnell wieder verstaut. Man überlegt nicht erst, ob sich der Aufbau des Kameraequipments für eine kurze Aufnahme überhaupt lohnt.
Der 2-Zoll-Bildschirm reicht vollkommen aus
Vorne sitzt weiterhin ein 2 Zoll großes Touchdisplay. Im Vergleich zu einem Smartphone sieht es winzig aus, für die Bedienung der Pocket funktioniert es aber erstaunlich gut. Aufnahme starten, Einstellungen ändern, Tracking aktivieren oder zwischen den Kameras wechseln funktioniert direkt über den Bildschirm. Das Display lässt sich drehen und dient dadurch gleichzeitig zum Wechsel zwischen horizontaler und vertikaler Nutzung.
Bei starkem Sonnenlicht kommt das kleine Display naturgemäß irgendwann an seine Grenzen, grundsätzlich lässt es sich aber auch draußen noch ordentlich ablesen. Für die meisten Aufnahmen hatte ich nicht das Gefühl, zusätzlich noch ein Smartphone anschließen zu müssen. Das ist bei einer Kamera wie der Pocket besonders wichtig, denn sie funktioniert für mich nur dann richtig gut, wenn ich sie herausziehen und sofort verwenden kann. Genau das schafft DJI weiterhin.
Die zweite Kamera verändert die Pocket stärker als erwartet
Das eigentliche Highlight ist selbstverständlich das neue Dual-Kamera-System. Die Hauptkamera besitzt einen 1-Zoll-Sensor mit 20-Millimeter-Weitwinkel und f/2.0, dazu kommt eine zweite Kamera mit einem 1/1,28-Zoll-Sensor, 60 Millimetern Brennweite und f/1.8. Für den normalen Anwender bedeutet das wesentlich einfacher: 1x zeigt viel Umgebung, 3x holt das Motiv deutlich näher heran.
Damit verändert sich die Art, wie ich mit der Pocket filme. Mit der normalen Pocket 4 habe ich beispielsweise bei einer Veranstaltung meistens relativ viel Umgebung im Bild. Möchte ich einen Künstler auf einer Bühne, ein Detail an einem Gebäude oder eine Person etwas größer aufnehmen, muss ich näher herangehen oder digital vergrößern. Mit der Pocket 4P tippe ich dagegen auf die Telekamera und habe sofort einen vollkommen anderen Bildausschnitt.
Das Tele ist besonders bei Menschen richtig stark
Am deutlichsten merkt man den Unterschied bei Personen. Das 20-mm-Weitwinkel eignet sich hervorragend für Vlogs, bei denen ich mich selbst zusammen mit meiner Umgebung zeigen möchte. Für klassische Porträts ist ein solches Weitwinkel aber nicht unbedingt ideal, besonders wenn man relativ nah an einer Person steht, weil Gesichter etwas breiter wirken können.
Die 60-mm-Kamera sieht hier wesentlich natürlicher aus. Gesichter wirken angenehmer proportioniert und der Hintergrund wird optisch stärker an das Motiv herangeholt. Gleichzeitig entsteht durch die Kombination aus längerer Brennweite und f/1.8 eine angenehmere Hintergrundunschärfe. Gerade bei Interviews ist das interessant, denn statt den Gesprächspartner mit dem typischen Weitwinkel-Look aufzunehmen, bekomme ich mit 3x deutlich klassischere Porträtaufnahmen. Auch Produktaufnahmen profitieren davon: Ein Smartphone, eine Tastatur, ein Mikrofon oder irgendein anderes Gadget lässt sich mit der Telekamera wesentlich gezielter hervorheben, während der Hintergrund stärker zurücktritt.
Auf Konzerten, Messen und Events macht die 4P richtig Sinn
Für mich liegt hier eines der stärksten Argumente für die Pocket 4P. Wer auf einer Messe unterwegs ist, kennt das Problem: Nicht überall kann oder möchte man direkt vor das Motiv laufen. Bei Präsentationen, Pressekonferenzen oder Bühnenprogrammen steht man vielleicht zehn oder zwanzig Meter entfernt. Genau dort spielt die zweite Kamera ihren Vorteil aus.
Statt später einen kleinen Ausschnitt aus dem Weitwinkelbild herauszuschneiden, kann ich direkt mit der 60-mm-Kamera aufnehmen. Dadurch bleiben deutlich mehr Details erhalten. Das Gleiche gilt für Konzerte, Festivals oder Sportveranstaltungen. Natürlich ersetzt die Pocket 4P kein großes Teleobjektiv, gegenüber der Pocket 4 ist der Unterschied aber enorm. Gerade weil die Kamera dabei weiterhin so klein bleibt, sehe ich die 4P als ausgesprochen interessante Eventkamera.
3x ist für mich der Sweet Spot
DJI erlaubt bei Videos eine Vergrößerung bis 12x. Auf dem Papier klingt das natürlich fantastisch, in der Praxis ist allerdings wichtig zu verstehen, was tatsächlich passiert. Bei 3x verwendet die Pocket 4P ihre echte Telekamera, und genau hier bekomme ich den größten Qualitätssprung gegenüber der Pocket 4.
Darüber hinaus arbeitet die Kamera zunehmend mit Ausschnitten aus dem Sensor und digitaler Vergrößerung. Bis ungefähr 6x lassen sich durchaus brauchbare Ergebnisse erzielen, wenn genügend Licht vorhanden ist, danach nimmt die Qualität aber sichtbar ab. 12x sehe ich daher eher als Notlösung. Wenn ich beispielsweise nur erkennen möchte, was auf einem weit entfernten Schild steht, kann das hilfreich sein. Für eine Aufnahme, die später richtig gut aussehen soll, würde ich möglichst bei 1x oder 3x bleiben.
Kein echtes Zoomobjektiv – und das merkt man
Einen wichtigen Haken hat das System allerdings: Die Pocket 4P besitzt kein stufenloses optisches Zoomobjektiv, sondern zwei getrennte Kameras. Wechselt man während einer laufenden Aufnahme zwischen 1x und 3x, muss die Kamera von einem Sensor auf den anderen umschalten. Dieser Wechsel ist sichtbar und kann einen kleinen Sprung im Bild verursachen. Je nach Licht unterscheiden sich außerdem Belichtung oder Farbwiedergabe der beiden Sensoren minimal.
Deshalb würde ich den Kamerawechsel möglichst nicht mitten in einer wichtigen Aufnahme durchführen. Besser funktioniert es, vor der Aufnahme zu entscheiden, welche Perspektive benötigt wird. Erst Weitwinkel filmen, Aufnahme stoppen, auf Tele wechseln und anschließend den nächsten Clip aufnehmen. Im fertigen Video sieht das ohnehin professioneller aus.
Die Hauptkamera liefert eine beeindruckende Bildqualität
Bereits die Pocket 4 war bei der Bildqualität stark, die Pocket 4P legt trotzdem noch einmal nach. Besonders auffällig ist der Dynamikumfang. Damit ist vereinfacht gesagt die Fähigkeit der Kamera gemeint, gleichzeitig sehr helle und sehr dunkle Bereiche abzubilden.
Das ist beispielsweise bei einem Sonnenuntergang wichtig. Eine schwächere Kamera stellt entweder den Himmel korrekt dar und lässt Personen davor fast schwarz werden oder hellt die Personen auf und verwandelt den Himmel in eine weiße Fläche. Die Pocket 4P bekommt solche Situationen erstaunlich gut in den Griff. Wolken behalten länger ihre Struktur, helle Fassaden wirken nicht sofort ausgebrannt und gleichzeitig lassen sich in dunkleren Bereichen noch Details erkennen. Das klingt nach einer Kleinigkeit, macht bei Videos aber einen gewaltigen Unterschied, weil das Bild natürlicher und weniger nach kleiner Kompaktkamera oder Smartphone aussieht.
Hauttöne und Farben gefallen mir richtig gut
Neben dem Dynamikumfang fällt die Farbwiedergabe positiv auf. Hauttöne sehen angenehm natürlich aus, die Kamera übertreibt weder bei Rot noch bei Orange, wodurch Gesichter relativ authentisch wirken. Auch Grünflächen, Himmel und Gebäude sehen im normalen Farbprofil direkt brauchbar aus.
Das ist für mich besonders wichtig, weil ich nicht jedes Video anschließend durch ein aufwendiges Color-Grading jagen möchte. Natürlich kann man aus der Kamera noch deutlich mehr herausholen, wenn man nachbearbeitet, aber die Pocket 4P zwingt einen nicht dazu. Man kann einfach aufnehmen, die Datei auf Smartphone oder Rechner kopieren und das Material verwenden.
D-Log 2 ist für Profis interessant – aber kein Muss
Wer mehr aus dem Material herausholen möchte, bekommt mit 10-Bit D-Log 2 ein neues Farbprofil. Das Rohmaterial sieht dabei zunächst relativ flach und farblos aus, was aber Absicht ist. Dadurch bleiben mehr Informationen im Bild erhalten, die später bei der Farbkorrektur genutzt werden können.
Für Urlaubsvideos, Familienaufnahmen oder Instagram braucht man D-Log 2 nicht. Wer dagegen YouTube-Videos produziert oder unterschiedliche Kameras in einem Projekt verwendet, bekommt damit deutlich mehr Spielraum. Wichtig ist allerdings, dass D-Log 2 nur bei der Hauptkamera zur Verfügung steht. Die Telekamera unterstützt weiterhin andere Farbprofile, was zeigt, dass die beiden Kameras technisch nicht vollkommen identisch sind.
Bei wenig Licht ist die Hauptkamera klar die bessere Wahl
Am Abend oder in Innenräumen schlägt sich die Pocket 4P sehr ordentlich. Besonders die Hauptkamera mit dem großen 1-Zoll-Sensor liefert erstaunlich saubere Aufnahmen. In dunkleren Bereichen bleibt das Bild lange ruhig und selbst wenn einzelne Lampen oder Leuchtreklamen im Bild stehen, kommt die Kamera mit den großen Helligkeitsunterschieden gut zurecht.
Das bedeutet natürlich nicht, dass mitten in der Nacht plötzlich Tageslicht herrscht. Je dunkler es wird, desto stärker muss auch die Pocket 4P das Bild elektronisch verstärken, und irgendwann entsteht sichtbar Rauschen. Verglichen mit vielen Smartphones oder Action-Cams bleibt das Ergebnis aber erstaunlich lange brauchbar. Die Telekamera funktioniert ebenfalls bei wenig Licht, kann mit dem großen Hauptsensor allerdings nicht ganz mithalten. Wenn es richtig dunkel wird, würde ich deshalb möglichst die 1x-Kamera verwenden.
Die Telekamera braucht etwas mehr Abstand
Eine kleine Besonderheit sollte man beim 60-mm-Objektiv kennen. Die Hauptkamera kann bereits aus relativ kurzer Entfernung fokussieren, beim Tele benötigt die Kamera mehr Abstand. Für extreme Nahaufnahmen ist die Telekamera deshalb nicht gedacht.
Wer beispielsweise winzige Details auf einer Platine filmen möchte, sollte nicht versuchen, das Objektiv direkt davor zu halten. Bei normalen Produktaufnahmen oder Porträts spielt das dagegen praktisch keine Rolle.
Autofokus funktioniert angenehm unauffällig
Ein guter Autofokus ist genau dann gut, wenn man nicht über ihn nachdenken muss, und genau das schafft die Pocket 4P meistens. Gesichter werden zuverlässig erkannt und scharf gehalten. Auch wenn sich eine Person bewegt oder der Abstand zur Kamera verändert, zieht der Fokus schnell nach.
Bei normalen Alltagssituationen musste ich nur selten manuell eingreifen. Das ist für eine Kamera wie die Pocket enorm wichtig, denn ich möchte nicht erst Fokusfelder einstellen oder an irgendwelchen Einstellrädern drehen, bevor ich einen kurzen Clip aufnehmen kann. Einschalten, Motiv auswählen, aufnehmen – genau so sollte es funktionieren.
ActiveTrack 8.0 macht die Pocket zum eigenen Kameramann
Noch spannender wird es mit ActiveTrack 8.0. Ich tippe eine Person oder ein anderes unterstütztes Motiv auf dem Bildschirm an und der Gimbal versucht anschließend, dieses automatisch im Bild zu halten. Für Solo-Aufnahmen ist das genial, weil ich die Kamera aufstellen, mich selbst auswählen und anschließend vor der Kamera bewegen kann. Die Pocket dreht sich automatisch mit.
Das Tracking funktioniert inzwischen auch zusammen mit der Telekamera. Dadurch kann die 4P beispielsweise einer Person mit deutlich engerem Bildausschnitt folgen. Gerade für Präsentationen, Tutorials, Fitnessvideos oder Vlogs ist das extrem praktisch. Auch Tiere oder Fahrzeuge lassen sich verfolgen. Natürlich kann ActiveTrack keine Wunder vollbringen: Verschwindet das Motiv lange hinter einem Hindernis oder bewegt es sich extrem schnell, kann die Kamera es irgendwann verlieren. Im normalen Alltag funktioniert die Verfolgung aber erstaunlich zuverlässig.
Der Gimbal bleibt das eigentliche Geheimnis der Pocket
Die zweite Kamera bekommt natürlich die meiste Aufmerksamkeit, für mich bleibt aber der mechanische 3-Achsen-Gimbal einer der wichtigsten Gründe, überhaupt eine Pocket statt eines Smartphones zu verwenden. Während ein Smartphone Bewegungen hauptsächlich elektronisch ausgleicht, bewegt sich der Kamerakopf der Pocket tatsächlich.
Beim Gehen bleiben Videos dadurch erstaunlich ruhig, Schwenks wirken kontrollierter und auch beim Treppensteigen wird ein großer Teil der Bewegung herausgefiltert. Natürlich ersetzt die Pocket keinen professionellen Kameramann mit einem riesigen Gimbal-System, gemessen an der Größe ist das Ergebnis aber beeindruckend.
Gerade beim 60-mm-Objektiv wird gute Stabilisierung noch wichtiger. Je stärker ein Motiv vergrößert wird, desto stärker sieht man normalerweise auch kleine Bewegungen der Kamera. Ein leichtes Zittern der Hand, das im Weitwinkel kaum auffällt, kann bei einer Teleaufnahme richtig nerven. Hier hilft der mechanische Gimbal enorm und macht es überhaupt erst möglich, auch mit der 3x-Kamera ruhige Aufnahmen aus der Hand zu erstellen.
4K mit 60 fps reicht für praktisch alles
Normale Videos nimmt die Pocket 4P mit bis zu 4K und 60 Bildern pro Sekunde auf. Das reicht aus meiner Sicht vollkommen. 8K klingt auf Verpackungen beeindruckend, verursacht aber enorme Datenmengen und bringt bei normalen YouTube-Videos oder Social Media kaum einen sichtbaren Vorteil. Mir sind guter Dynamikumfang, vernünftige Farben und ein sauber stabilisiertes Bild wesentlich wichtiger, und genau dort punktet die Pocket 4P.
Wer Zeitlupen mag, bekommt zusätzlich mit der Hauptkamera 4K mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde. Damit lassen sich Bewegungen extrem verlangsamen. Wasser, Sport, Tiere oder andere schnelle Szenen sehen dadurch schnell spektakulär aus. Die Telekamera schafft ebenfalls hohe Bildraten und erweitert damit die kreativen Möglichkeiten deutlich.
Hochkantvideos funktionieren ohne Verrenkungen
Für Instagram Reels, TikTok oder YouTube Shorts kann die Pocket 4P ebenfalls vertikal aufnehmen. Bis zu 3K mit 60 Bildern pro Sekunde sind im Hochformat möglich. Gerade für Social-Media-Produktion ist das deutlich angenehmer, als ein normales 16:9-Video anschließend zurechtzuschneiden.
Die Kamera erkennt die Ausrichtung direkt und passt die Bedienoberfläche entsprechend an. Dadurch bleibt die Bedienung auch im Hochformat unkompliziert.
Der interne Speicher rettet einem den Hintern
Die Pocket 4P besitzt 103 GB internen Speicher. Das klingt vielleicht zunächst nebensächlich, gehört für mich aber zu den besten Funktionen der Kamera. Speicherkarte vergessen? Egal. Speicherkarte voll? Einfach intern weitermachen.
Gerade bei einer Kamera, die davon lebt, spontan eingesetzt zu werden, ist das extrem praktisch. Zusätzlich lassen sich microSD-Karten mit bis zu 1 TB einsetzen. Selbst bei längeren Reisen oder Veranstaltungen sollte Speicherplatz damit kaum ein Problem darstellen.
Der Akku hält erstaunlich lange durch
Im Inneren steckt ein 1.545-mAh-Akku. DJI nennt unter optimalen Bedingungen eine Laufzeit von bis zu 210 Minuten, wobei dieser Wert natürlich bei sparsamen Einstellungen zustande kommt. Wer in 4K filmt, regelmäßig das Display verwendet und Tracking aktiviert, erreicht diese Laufzeit nicht.
Trotzdem komme ich problemlos über längere Aufnahmesessions. Auch kontinuierliche 4K-Aufnahmen sind über einen langen Zeitraum möglich, ohne dass die Kamera zwischendurch wegen Überhitzung kapituliert. Für ein Gerät dieser Größe ist das ordentlich.
Hier besitzt die normale Pocket 4 sogar einen kleinen Vorteil, denn sie hält länger durch. Der Grund ist ziemlich offensichtlich: Die 4P muss zwei Kameras und zusätzliche Elektronik versorgen. Der Unterschied ist für mich allerdings kein Kaufkriterium. Beide Kameras halten lange genug durch, dass im Alltag eher der eigene Aufnahmewille als der Akku schlappmacht.
Schnellladen macht den fest verbauten Akku erträglich
Der Akku lässt sich leider nicht einfach herausnehmen. Ist er irgendwann verschlissen, kann man also nicht innerhalb von zehn Sekunden einen Ersatzakku einsetzen. Das ist bei einer Kamera dieser Baugröße allerdings kaum überraschend.
Immerhin lädt die Pocket 4P richtig schnell. Mit einem geeigneten Netzteil sind nach ungefähr 18 Minuten bereits 80 Prozent erreicht, komplett geladen ist die Kamera nach rund 32 Minuten. Bei einer kurzen Mittagspause lässt sich damit bereits wieder ordentlich Reichweite nachladen. Für besonders lange Drehtage gibt es zusätzlich einen Batteriegriff.
Der Ton ist brauchbar – externe Mikrofone sind trotzdem besser
Die Pocket 4P besitzt drei integrierte Mikrofone. Für Umgebungsgeräusche, spontane Kommentare oder Familienvideos reicht deren Qualität vollkommen aus. Wer regelmäßig vor der Kamera spricht, wird mit einem externen Mikrofon trotzdem bessere Ergebnisse erzielen, weil die Stimme näher und voller klingt und Raumgeräusche stärker in den Hintergrund treten.
Die Pocket 4P kann über DJI OsmoAudio mehrere Funkmikrofone verbinden und mehrere Audiokanäle aufzeichnen. Für Interviews oder Aufnahmen mit mehreren Personen ist das ziemlich praktisch. Zusätzlich gibt es einen Audio-Zoom, bei dem die Kamera versucht, beim Heranzoomen den Ton stärker auf den Bereich vor der Kamera auszurichten. Das ersetzt kein Richtmikrofon, kann zusammen mit der Telekamera aber durchaus hilfreich sein.
Die Pocket 4P ist keine Action-Cam
Bei all der Begeisterung sollte man eines nicht vergessen: Die Pocket 4P ist keine Osmo Action. Der Kamerakopf sitzt offen auf einem beweglichen Gimbal, und die beiden Objektive sind ebenfalls relativ ungeschützt. Ich würde die Kamera deshalb niemals einfach zusammen mit Schlüsselbund und anderem Zeug in einen Rucksack werfen. Eine kleine Schutzhülle gehört für mich zwingend dazu. Auch bei Regen, Sand oder Mountainbike-Abfahrten würde ich lieber zu einer echten Action-Cam greifen. Die Pocket 4P ist eher die Kamera für Reisen, Städte, Events, Familie, Vlogs und Content-Produktion.
Durch die zweite Kamera ist der Gimbal-Kopf größer als bei der Pocket 4 und wirkt dadurch etwas exponierter. Wenn ich die Kamera nicht benutze, kommt sie deshalb direkt in ihre Schutzhülle. Das bedeutet zwar einen zusätzlichen Handgriff, verhindert aber zuverlässig, dass Objektive oder Gimbal beschädigt werden.
DJI Osmo Pocket 4P vs. Pocket 4: Welche sollte man kaufen?
Hier wird es interessant, denn die Pocket 4 ist weiterhin eine sehr gute Kamera. Sie besitzt ebenfalls einen 1-Zoll-Hauptsensor, einen mechanischen 3-Achsen-Gimbal, 4K-Zeitlupe, großen internen Speicher und eine sehr einfache Bedienung. Außerdem ist sie kleiner, leichter und ausdauernder.
Die Pocket 4P punktet dagegen vor allem mit der zusätzlichen 60-mm-Kamera, mehr Flexibilität beim Bildausschnitt und den erweiterten Tracking- und Videofunktionen. Damit ist die Entscheidung eigentlich erstaunlich einfach: Wer hauptsächlich Vlogs, Landschaften, Spaziergänge, Familienvideos oder klassische Reiseaufnahmen filmt und sich meistens nah am Motiv befindet, kommt mit der Pocket 4 weiterhin hervorragend zurecht.
Die Pocket 4P würde ich dagegen nehmen, wenn häufig Menschen, Events, Messen, Konzerte, Produkte, Tiere oder weiter entfernte Motive gefilmt werden. Dann ist die Telekamera keine Spielerei mehr. Gerade auf Veranstaltungen würde ich heute lieber die 4P mitnehmen, weil die Möglichkeit, ohne Standortwechsel von einer Totalen auf eine deutlich engere Aufnahme umzuschalten, einfach enorm praktisch ist.
Lohnt sich der Wechsel von einer Pocket 4?
Für Besitzer der normalen Pocket 4 ist die Sache komplizierter. Die Bildqualität der Pocket 4 ist weiterhin hervorragend, und auch Stabilisierung, Bedienung sowie viele Videofunktionen unterscheiden sich nicht dramatisch. Wer deshalb fast ausschließlich mit dem 1x-Weitwinkel filmt, kann seine Pocket 4 entspannt behalten. Der Wechsel lohnt sich meiner Meinung nach hauptsächlich dann, wenn man die 60-mm-Brennweite tatsächlich benötigt. Wer bereits bei der Pocket 4 häufig den Digitalzoom verwendet hat oder bei Events immer wieder näher an sein Motiv herankommen wollte, bekommt mit der 4P genau das Upgrade, das bislang gefehlt hat.
Was mich an der Pocket 4P am meisten überzeugt
Nach dem ersten Blick auf die technischen Daten hätte ich erwartet, dass vor allem die bessere Bildqualität auffällt. Nach der Nutzung sehe ich das anders. Die größte Verbesserung ist schlicht die Flexibilität.
Mit 20 Millimetern bekomme ich eine breite Aufnahme der gesamten Umgebung. Mit 60 Millimetern kann ich wenige Sekunden später ein einzelnes Detail herausheben. Dafür muss ich weder Objektive wechseln noch eine zweite Kamera tragen. Genau das passt perfekt zum Pocket-Konzept und ist für mich der eigentliche Grund, warum die 4P mehr ist als nur eine leicht verbesserte Pocket 4.
Was mich stört
Ganz ohne Kritik kommt die Pocket 4P trotzdem nicht davon. Der Wechsel zwischen den beiden Kameras könnte flüssiger sein, die Telekamera besitzt nicht sämtliche Funktionen des Hauptsensors und der größere Kamerakopf macht die Kamera etwas kopflastiger und weniger kompakt. Dazu kommen die offen liegenden Objektive und der empfindliche Gimbal.
Außerdem ist der Preis inzwischen in einer Region angekommen, in der man über die Anschaffung zweimal nachdenken darf. Die Pocket 4P ist kein kleines Spielzeug mehr, sondern eine ziemlich ernsthafte Videokamera im Miniaturformat.
Standard Combo oder Vlog Combo?
Die Standard Combo startet bei 599 Euro und reicht für viele Nutzer vollkommen aus. Wer hauptsächlich Reisevideos, Familienaufnahmen oder B-Roll produziert, benötigt nicht zwingend zusätzliches Audiozubehör.
Interessanter wird die Vlog Combo für 689 Euro. Hier wird das Paket besonders für YouTuber, Interviews und Solo-Creator interessanter, weil zusätzliches Zubehör wie ein Funkmikrofon und weitere Bedienelemente enthalten sind. Wer sowieso ein Funkmikrofon kaufen möchte, sollte daher vor dem Kauf beide Pakete durchrechnen.
- Zwei Kameras für filmreife Aufnahmen - Wechsle zwischen der Weitwinkelkamera für Landschaften und der mittleren Telekamera für Porträts, um filmreife Aufnahmen und beeindruckende Details in jedem Bild festzuhalten.
- Verbesserter 1-Zoll-CMOS-Sensor und 17 Blendenstufen Dynamikumfang* - Der 1-Zoll-CMOS-Sensor und der Dynamikumfang von 17 Blendenstufen* liefern lebendige Details für Vlog-Kameraaufnahmen bei allen Lichtverhältnissen.
- Zwei Kameras für filmreife Aufnahmen - Wechsle zwischen der Weitwinkelkamera für Landschaften und der mittleren Telekamera für Porträts, um filmreife Aufnahmen und beeindruckende Details in jedem Bild festzuhalten.
- Verbesserter 1-Zoll-CMOS-Sensor und 17 Blendenstufen Dynamikumfang* - Der 1-Zoll-CMOS-Sensor und der Dynamikumfang von 17 Blendenstufen* liefern lebendige Details für Vlog-Kameraaufnahmen bei allen Lichtverhältnissen.
Fazit: Die Pocket 4P ist die vielseitigste Pocket bisher
Die DJI Osmo Pocket 4P erfindet die Pocket-Serie nicht neu, macht aber genau die Erweiterung, die mir bei den bisherigen Modellen immer wieder gefehlt hat. Die zweite Kamera verändert die Möglichkeiten beim Filmen deutlich. Mit 20 Millimetern bekomme ich weiterhin den typischen breiten Pocket-Look für Reisen, Vlogs und Landschaften, ein Fingertipp später liefert die 60-mm-Kamera einen wesentlich engeren Bildausschnitt für Personen, Produkte oder weiter entfernte Motive.
Dazu kommen eine ausgezeichnete Stabilisierung, sehr guter Dynamikumfang, überzeugende Low-Light-Leistung, zuverlässiges Tracking und viel interner Speicher. Besonders gefällt mir, dass man trotzdem kein Kameraprofi sein muss. Man kann die Pocket 4P einfach einschalten und filmen. Wer später tiefer einsteigen möchte, bekommt mit Log-Profilen, manuellen Einstellungen, hohen Bildraten und externem Audio genügend Möglichkeiten dazu.
Die normale Pocket 4 wird dadurch allerdings nicht plötzlich schlecht. Ganz im Gegenteil: Wer hauptsächlich Weitwinkelaufnahmen produziert, besitzt damit weiterhin eine hervorragende und etwas kompaktere Kamera. Die Pocket 4P lohnt sich vor allem für alle, die bei der Pocket 4 regelmäßig den Wunsch hatten, ihr Motiv näher heranzuholen. Genau deshalb ist die zweite Kamera für mich kein Marketing-Gag, sondern der bisher sinnvollste Ausbau des Pocket-Konzepts.
DJI Osmo Pocket 4P
Die DJI Osmo Pocket 4P ist vor allem wegen der zusätzlichen 60-mm-Telekamera ein starkes Upgrade: Sie bietet mehr Flexibilität, sehr gute Bildqualität und den gewohnt starken Gimbal in weiterhin kompakter Form. Wer bereits eine Pocket 4 besitzt und meist im Weitwinkel filmt, kann allerdings entspannt dabei bleiben.
Plus
- Hervorragende Bildqualität
- sehr großer Dynamikumfang
- echte 60-mm-Telekamera
- starke Porträtmöglichkeiten
- gute Low-Light-Aufnahmen
- hervorragender 3-Achsen-Gimbal
- zuverlässiges Tracking
- hohe 4K-Bildraten
- 103 GB interner Speicher
- schnelles Laden
- sehr einfache Bedienung.
Minus
- Größer und schwerer als die Pocket 4
- etwas kopflastiger
- sichtbarer Kamerawechsel zwischen 1x und 3x
- Telekamera bei sehr wenig Licht schwächer
- Qualitätsverlust bei hohen Digitalzoom-Stufen
- relativ ungeschützte Objektive und Gimbal
- fest verbauter Akku.
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