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Filmkritik zu „Die Nackte Kanone“ – Liam Neeson feuert Gags im Sekundentakt

Bundesweiter Kinostart: 30. Juli 2025

„Die Nackte Kanone“ ist zurück! In Gestalt des ansonsten rauen Actionstars Liam Neeson, der sich als Idealbesetzung für Frank Trebin Jr. erweist, kalauert er sich mit Pamela Anderson durch ein filmisches Gagfeuerwerk wie man es in den vergangenen Jahren selten sah. Die Fortsetzung mit klarem Reboot-Gedanken sorgt für Lacher im Sekundentakt während die Handlung zwar vorhanden, aber eher Mittel zum Zweck ist. Unsere Kritik zu „Die Nackte Kanone“ (2025).

Pamela Anderson zu Liam Neeson: „Du hast mich zu einer glücklichen Frau gemacht!“ – „Du mich auch!“. Wer hier schon leicht schmunzeln konnte, dem sei ein Kinogang in die Neuauflage von „Die Nackte Kanone“ empfohlen. Regisseur Akiva Schaffer (The Watch – Nachbarn der 3. Art) und Family Guy-Mastermind Seth MacFarlane trauten sich an eine neue Version der Brachialhumor-Klassiker mit dem unvergesslichen Leslie Nielsen als Mitglied der Spezialeinheit. Das hätte echt schief gehen können, zu kreativ waren die vom Autorenkollektiv bestehend aus Jim Abrahams, Jerry und David Zucker (ZAZ) ausgedachten Wortspielereien, Gags oder mit Physical Comedy behafteten Ideen, aber das Gegenteil trat ein. Die Neuauflage ist ein wilder Ritt durch sämtliche Humorebenen! Dabei orientierte man sich in Sachen Handlung an den Originalen – nicht inhaltlich jedoch von der Bedeutungsschwere. Vorhanden, aber eher als roter Faden für die Gags gedacht.

Im Kern hat es Frank Trebin Jr. (Liam Neeson) nicht gerade leicht. Erst löst er beherzt einen Banküberfall auf, dann wollen die Räuber die Stadt wegen Körperverletzung verklagen und er wird ins Verkehrsdezernent strafversetzt. Dort scheint ein „Unfall“ eines Mitarbeiters von Techmillardär Richard Cane (Danny Huston) direkt mit ihm zusammenzuhängen – bei seinen Ermittlungen verursacht Trebin viel Chaos aber findet eindeutige Indizien für ein teuflisches Komplott. Die Schwester des Unfallfahrers Beth Davenport (Pamela Anderson) kommt ihm als Hilfe wie gerufen. Dieser Film lebt von seinem schwungvollen Tempo. Genauso zackig wurden auch die Gags inszeniert, fast nebenbei wechselt Trebin seinen Arbeitsanzug gegen einen gemütliches Jackett oder wechselt seine volle Kaffeebecher gegen andere…volle Kaffeebecher. Lobenswert ist zudem, dass Liam Neeson jeden auch so bekloppten Joke voller Elan mitmacht. Gilt ebenfalls für Pamela Anderson, die in ihrer Rolle als lasziv-trauernde Schwester eine perfekte Nachfolge für Priscilla Presley darstellt.

Die Nackte Kanone 4,5

„Die Nackte Kanone“ basiert zum einen Einen auf den drei Comedy-Klassikern der späten Achtziger, die sich wiederum auf der Fernsehserie „Die Nackte Pistole“ beruft. Im direkten Vergleich wird die moderne Version durchaus alberner, beweist jedoch eine verflucht hohe Pointendichte auf. Ungelogen gibt es alle 10-20 Sekunden irgendeinen Gag. Davon zünden vielleicht nicht alle, manche verpuffen sogar, aber in kurzweiligen 88 Minuten wird jeder im Kinosaal mindestens einmal laut auflachen müssen. Zu gut ist das Timing, zu absurd manche Ideen und zu beherzt ist das Spiel des Casts. Die Handlung wird einem zwar nur bröckchenweise hingeworfen, das ist aber nicht weiter schlimm. Es ist ungemein befreiend wie sich Liam Neeson und Pam Anderson durch ihr Abenteuer kalauern, dabei die Grundlage des Humors nämlich Ernsthaftigkeit beachten und ein Gagfeuerwerk allererster Kajüte abzuziehen.

Im Vergleich zu den unsäglichen Machwerken der Spoof-Welle ausgelöst aus „Scary Movie“-Zeiten, von denen Teil Drei und Vier jedoch dank Mitwirkung von David Zucker positive Zeugnisse waren, verzichtet MacFarlane weitesgehend auf niveaulosen Fäkelhumor á la Jason Friedberg & Aaron Seltzer. Vielmehr ließ er sich von den originalen Gagstrukturen leiten bestehend aus Wortspiele oder cleveren einfach gedachten Ideen, zumal sich die Autoren Dan Gregor, Doug Mand und Akiva Schaffer manchmal trauen härtere Themen wie Gleichberechtigung im #MeToo-Umfeld sowie Rassismus anzusprechen. Wer im Kino mal wieder richtig ablachen möchte, dem sei ein Gang in „Die Nackte Kanone“ (Die Neuauflage!) zu empfehlen.

Die Nackte Kanone. USA 2025. Verleih: Paramount. Regie: Akiva Schaffer. Mit Liam Neeson, Pamela Anderson, Paul Walter Hauser. Genre: Comedy. 88 Minuten. FSK: Ab 12 Jahren.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Ja.

Disclaimer: Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Die Nackte Kanone“ gibt es hier.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Instagram. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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