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FMX 2026: Selbst die Haare von Ryan Gosling sind animiert – VFX bei „Der Astronaut – Project Hail Mary“

Gebaute Sets und viel Arbeit vom Team liefern ein grandioses Ergebnis

Auf der FMX 2026 kam es letzte Woche zu einem informativen Highlight der besonderen Art: Im nahezu vollen König-Karl-Saal im Haus der Wirtschaft Stuttgart fand ein Panel zur visuellen Umsetzung des Box-Office Hits „Project Hail Mary – Der Astronaut“ statt. Die Veranstaltung wurde von Stuart Penn, VFX Supervisor bei Framestore, geleitet und konzentrierte sich auf die praktischen und technischen Grundlagen der Effekte des Films. Da durfte Techkrams.de natürlich nicht fehlen.

Im Vorfeld war schon eine gewisse Vorfreude im Saal zu spüren, nicht umsonst, denn rund 45 Minuten wurde die technisch-visuelle Seite von „Project Hail Mary“ erläutert. Niemand geringerer als VFX-Supervisor Stuart Penn, u.a. an „Mickey 17“ und „Gravity“ beteiligt, entführte uns verbal in die bemerkenswert detailreiche Welt des Science-Fiction Films. Dass Amazon die Richtlinie keine Aufnahmen ernst nahm, unterstrich das extra für diesen Programmpunkt eingesetzte Security-Personal.

Im Mittelpunkt stand die Zusammenarbeit zwischen dem VFX-Team und der Regie von Phil Lord und Chris Miller. Der Film basiert auf dem Roman von Andy Weir, der bereits mit „Der Marsianer“ eine ähnliche Science-Fiction-Vorlage geliefert hatte. Diskussionen weit im Vorfeld der Dreharbeiten machte deutlich, dass die visuelle Umsetzung früh in der Produktion verankert war – von der Vorproduktion bis zur finalen Abgabe der Effekte.

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Ein zentrales Thema war der Einsatz von Virtual Production. Laut Penn wurde die Technologie vor allem zur Planung der Dreharbeiten genutzt, nicht als Ersatz klassischer Sets. Ziel sei es gewesen, Abläufe früh zu testen und die spätere Integration der Effekte zu stabilisieren, ohne die Schauspielarbeit zu überlagern. „No Blue/Greenscreen„, hieß die Devise welche den Film schlussendlich seinen besonderen Look verleiht. Ebenfalls waren die eingesetzten Kostüme von Gosling, wie der Weltraumanzug detailreich gestaltet. Amüsant war generell wie praktisch einige Szenen gelöst wurden – so wirbelt Gosling als Hauptfigur „Ryland Grace“ durch sein Raumschiff. In Wirklichkeit war er in flexiblen Gurten eingespannt, und selbst visuelle Effekte kamen hier nur bedingt vor: Etwa sobald Grace Kopfhaar rhyhmisch per Schwerelosigkeit weht – Hair VFX sozusagen.

Ein Schwerpunkt lag auf der Nebenfigur „Rocky“. Die Entstehung erfolgte in enger Abstimmung zwischen digitaler Animation und einem physischen Puppenmodell am Set. Besonders herausfordernd war die Umsetzung der Interaktion zwischen „Rocky“ und der Figur Grace, insbesondere die Darstellung einer transparenten Barriere aus Glas zwischen beiden Figuren, die visuell präsent bleiben musste, ohne die Lesbarkeit der Szene zu stören. Gleich vier Puppenspiele „bedienten“ die Figur in verschiedenen Szene, CGI kam nur unterstützend hinzu. Framestore setzte dabei auf eine enge Verzahnung von teils erstaunlichen praktischen Effekten und digitaler Nachbearbeitung. Der Ansatz zielte weniger auf spektakuläre Einzelbilder als auf eine konsistente Integration der Elemente in die Szenenstruktur.

Auch die Zero-G-Sequenzen wurden ausführlich erläutert. Dafür mussten Sets und Kostüme nachträglich digital bereinigt werden, um Halterungen und technische Vorrichtungen zu entfernen. Gleichzeitig sollte die Körperlichkeit der Schauspieler:innen erhalten bleiben. Der Fokus lag darauf, Bewegungen nicht zu glätten, sondern deren physische Präsenz im Raum sichtbar zu lassen. Amüsant wurde es als Penn aus den Dreharbeiten Clips vorspielte in denen Regisseur Phil Lord mit einer Plastikkugel durch’s Set läuft um Gosling Orientierung zu bieten. Man merkt: Hinter diesem Film steckt echte, handfeste Arbeit.

Was (angehende) Filmemacher:innen sicher erfreuen sollte – Dialoge sowie andere Ideen wurden stets mit dem „Character Development“ abgesprochen um ein rundes Gesamtergebnis zu sichern. Das Panel veranschaulichte anhand persönlicher Anekdoten Penns und technischen Finessen wie stark eine solche Filmproduktion von Vision der Regisseure sowie Teams abhängt.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Instagram. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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