
Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance darf zunächst nicht abgeschlossen werden. Ein US-Bundesgericht hat den milliardenschweren Zusammenschluss für mindestens 14 Tage auf Eis gelegt.
Die einstweilige Verfügung gilt bis zum 3. August 2026. An diesem Tag soll eine weitere Anhörung stattfinden, bei der über eine längerfristige Blockade während des laufenden Gerichtsverfahrens entschieden wird. Die große Hollywood-Hochzeit ist damit nicht endgültig abgesagt – der Standesbeamte hat nur erst einmal die Tür abgeschlossen.
Zwölf US-Bundesstaaten klagen gegen den Deal
Hinter dem Verfahren steht eine Koalition aus zwölf US-Bundesstaaten, angeführt von Kalifornien. Die Bundesstaaten hatten bereits am 13. Juli Klage eingereicht und werfen Paramount und Warner Bros. Discovery vor, durch den Zusammenschluss den Wettbewerb in der Film- und Fernsehbranche erheblich einzuschränken.
Richterin Araceli Martínez-Olguín kam zu dem vorläufigen Ergebnis, dass die Kläger überzeugend dargelegt hätten, dass der Deal gegen das US-Kartellrecht verstoßen könnte. Würde die Übernahme bereits abgeschlossen, könnten anschließend nur schwer rückgängig zu machende Folgen entstehen. Dazu zählen mögliche Stellenstreichungen, die Zusammenlegung von Geschäftsbereichen und der Austausch vertraulicher Unternehmensdaten.
Die Bundesstaaten gehen davon aus, dass das gemeinsame Unternehmen rund 27 Prozent des US-Marktes für den Vertrieb breit gestarteter Kinofilme kontrollieren könnte. Weniger große Filmverleiher könnten es den verbleibenden Konzernen erleichtern, höhere Umsatzanteile von Kinos zu verlangen oder ihre Marktmacht gegenüber Produzenten und Geschäftspartnern auszubauen.
HBO Max, Paramount+, CNN und CBS unter einem Dach
Durch die Übernahme würden zwei der letzten fünf klassischen Hollywood-Großstudios zusammengelegt. Zum gemeinsamen Konzern würden unter anderem Warner Bros., Paramount Pictures, HBO, HBO Max, Paramount+, CNN und CBS gehören.
Hinzu kommen milliardenschwere Marken und Filmreihen wie Harry Potter, DC, Game of Thrones, Top Gun, Mission: Impossible, Star Trek und Transformers. Das wäre keine kleine Zusammenlegung zweier Streaming-Kataloge, sondern ein Medienkoloss mit ziemlich breiten Schultern und noch breiteren Rechtebibliotheken.
Paramount argumentiert weiterhin, der Zusammenschluss würde den Wettbewerb stärken und einen größeren Konkurrenten für Netflix, Disney, Amazon und Apple schaffen. Die klagenden Bundesstaaten sehen darin dagegen eine weitere Konzentration von Marktmacht, die langfristig zu höheren Preisen, weniger Auswahl und schlechteren Bedingungen für Beschäftigte und Kreative führen könnte.
Paramount drohen hohe Zusatzkosten
Der Kaufpreis für Warner Bros. Discovery liegt bei rund 81 Milliarden US-Dollar. Werden die übernommenen Schulden eingerechnet, erreicht der Unternehmenswert knapp 111 Milliarden US-Dollar.
Für Paramount wird jede längere Verzögerung teuer. Sollte die Transaktion nicht bis zum 30. September 2026 abgeschlossen sein, muss der Konzern den Warner-Aktionären eine zusätzliche Entschädigung zahlen. Diese sogenannte Ticking Fee entspricht ungefähr 7 Millionen US-Dollar pro Tag.
Am 3. August entscheidet das Gericht zunächst darüber, ob die Übernahme für die Dauer des gesamten Verfahrens blockiert bleibt. Erst dann dürfte klarer werden, ob es sich nur um eine kurze juristische Vollbremsung handelt oder ob Paramounts Warner-Pläne tatsächlich ins Schleudern geraten.
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