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Jetzt ist er offiziell: Google bringt mit dem Pixel Tag erstmals einen eigenen Bluetooth-Tracker auf den Markt. Der kleine Anhänger soll Schlüssel, Gepäck, Rucksäcke oder andere Gegenstände über Googles Find Hub auffindbar machen und tritt damit ziemlich direkt gegen Apples AirTag sowie Motorolas Moto Tag an. Technisch kombiniert Google UWB, Bluetooth 6.0 mit Channel Sounding und das inzwischen riesige Android-Suchnetzwerk. Der Verkaufsstart ist allerdings erst für November 2026 geplant.
Find Hub mit mehr als einer Milliarde Android-Geräten
Das Prinzip unterscheidet sich kaum von Apples AirTag. Befindet sich ein Pixel Tag außerhalb der eigenen Bluetooth-Reichweite, können andere Android-Geräte in der Umgebung seine Position verschlüsselt erkennen und an Google Find Hub übermitteln. Google spricht dabei von einem Netzwerk aus mehr als einer Milliarde Android-Geräten weltweit.
Der Vorteil eines solchen Systems steht und fällt mit der Anzahl der teilnehmenden Geräte. Gerade hier hat Google inzwischen eine deutlich bessere Ausgangslage als noch beim Start seines Find-My-Device-Netzwerks. Für verlorenes Gepäck ist das besonders interessant: Seit 2026 erlaubt Find Hub außerdem, Standortinformationen kompatibler Tracker zeitweise mit teilnehmenden Fluggesellschaften zu teilen.
UWB und Bluetooth 6.0 für die genaue Suche
Interessant wird der Pixel Tag vor allem in der Nähe. Google verbaut Ultra-Wideband (UWB) und unterstützt zusätzlich Bluetooth 6.0 Channel Sounding. Beide Technologien sollen eine wesentlich genauere Positionsbestimmung ermöglichen als die reine Schätzung anhand der Bluetooth-Signalstärke.
Mit einem kompatiblen Pixel-Smartphone zeigt Find Hub nicht nur an, dass sich der Tracker in der Nähe befindet, sondern auch Entfernung und Richtung. Allerdings ist nicht jedes Android-Smartphone für alle Funktionen geeignet. Die präziseste UWB-Ortung setzt ein Smartphone mit entsprechendem UWB-Chip voraus. Bei Googles eigenen Geräten betrifft das vor allem die Pro-Modelle. Bluetooth Channel Sounding soll die genauere Entfernungsmessung dagegen auf eine größere Gerätebasis bringen, benötigt aber ebenfalls aktuelle Hardware.
Damit löst Google ein Problem, das bisherige Find-Hub-Tracker begleitet: Das Netzwerk selbst funktioniert zwar mit sehr vielen Android-Geräten, die wirklich präzise Nahbereichssuche war bislang aber deutlich stärker von einzelnen Smartphones und Trackern abhängig.
Ein Knopf findet auch das Smartphone
Der Pixel Tag funktioniert nicht nur in eine Richtung. Auf dem Tracker befindet sich eine Taste, mit der sich das gekoppelte Smartphone klingeln lässt – selbst wenn es lautlos geschaltet ist. Umgekehrt kann der Tag über Find Hub einen Ton ausgeben. Google integriert das Ganze außerdem in Gemini: Nutzer sollen ihren Tracker auf Wunsch auch einfach über den KI-Assistenten klingeln lassen können. Das Gehäuse fällt flach und länglich aus und wiegt lediglich rund 12 Gramm. Google bietet den Tracker zunächst ausschließlich in der Farbe Fog an. Eine integrierte Öse wie bei manchen Konkurrenzprodukten gibt es nicht. Wer den Pixel Tag an einem Schlüsselbund befestigen möchte, dürfte deshalb eine zusätzliche Halterung benötigen.
Wechselbare Batterie statt Aufladen
Für die Energieversorgung setzt Google auf eine klassische CR2032-Knopfzelle. Diese lässt sich vom Nutzer selbst austauschen und soll nach Herstellerangaben mehr als ein Jahr durchhalten. Damit muss der Tracker nicht regelmäßig an ein Ladekabel.
Das Gehäuse besteht teilweise aus Edelstahl und ist nach IP67 gegen Staub und zeitweiliges Untertauchen geschützt. Für einen Tracker, der am Schlüsselbund oder im Gepäck landet, ist das durchaus sinnvoll.
Technische Daten des Google Pixel Tag
| Merkmal | Google Pixel Tag |
|---|---|
| Ortungsnetzwerk | Google Find Hub |
| Bluetooth | Bluetooth 6.0 |
| Präzisionssuche | UWB + Bluetooth Channel Sounding |
| Lautsprecher | ja |
| Taste | ja, kann gekoppeltes Smartphone klingeln lassen |
| Gemini-Integration | ja |
| Batterie | wechselbare CR2032 |
| Batterielaufzeit | mehr als 1 Jahr |
| Gewicht | ca. 12 g |
| Schutzklasse | IP67 |
| Farbe | Fog |
| Smartphone-Netzwerk | über 1 Mrd. Android-Geräte laut Google |
| Befestigungsöse | nein |
| Verkaufsstart | November 2026 |
Die Angaben stammen aus Googles offizieller Produktseite und den zum Launch veröffentlichten technischen Informationen.
Datenschutz und unerwünschtes Tracking
Bei Bluetooth-Trackern ist inzwischen mindestens genauso wichtig, wie gut sich unerwünschtes Tracking verhindern lässt. Google betont deshalb, dass die Standortdaten verschlüsselt übertragen werden und nicht dauerhaft im Find-Hub-Netzwerk gespeichert werden.
Android und iOS unterstützen bereits Warnungen vor unbekannten Trackern, die sich über längere Zeit gemeinsam mit einer Person bewegen. Komplett verhindern lässt sich ein Missbrauch solcher Geräte technisch allerdings nicht – ein Problem, mit dem auch Apple, Samsung, Motorola und andere Hersteller kämpfen.
Preise und Verfügbarkeit
In den USA kostet der Google Pixel Tag 29 US-Dollar einzeln, ein Viererpack wird für 99 US-Dollar angeboten. Damit setzt Google exakt die gleiche US-Preisstruktur wie Apple beim aktuellen AirTag an.
| Variante | Preis USA |
|---|---|
| Pixel Tag einzeln | 29 US-Dollar |
| Pixel Tag 4er-Pack | 99 US-Dollar |
Der eigentliche Verkaufsstart erfolgt am 11. November 2026. Auf der offiziellen US-Produktseite spricht Google allgemein von einer Verfügbarkeit ab November.
Für Deutschland ist noch kein Preis genannt. Vor dem Launch tauchten bei europäischen Händlern 34,99 Euro für einen einzelnen Pixel Tag auf. Solange Google den deutschen Preis nicht selbst bestätigt, sollte diese Zahl allerdings weiterhin als vorläufig betrachtet werden.
Unterm Strich ist der Pixel Tag weniger wegen einer völlig neuen Idee interessant als wegen der Kombination aus Google-Hardware, Find Hub, UWB und Bluetooth Channel Sounding. Android-Nutzer mussten bisher auf Tracker von Motorola, Chipolo und anderen Herstellern zurückgreifen. Mit dem Pixel Tag liefert Google nun selbst die Referenzhardware für sein Ortungsnetzwerk – ziemlich genau das, was Apple mit dem AirTag seit Jahren vormacht.
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