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GoPro bekommt einen neuen Mehrheitsbesitzer – und der Deal ist deutlich ungewöhnlicher, als es bei einem Hersteller von Actioncams zunächst klingt. Das Unternehmen hat eine verbindliche Vereinbarung mit Starman Optical geschlossen. Im Zuge der Transaktion sollen GoPro-Aktionäre insgesamt 285 Millionen US-Dollar in bar beziehungsweise 1,14 Dollar je Aktie erhalten und anschließend noch rund zehn Prozent am kombinierten Unternehmen halten. Starman würde damit faktisch rund 90 Prozent kontrollieren. Ganz abgeschlossen ist die Übernahme allerdings noch nicht. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen haben zugestimmt, nun fehlen unter anderem noch die Zustimmung der GoPro-Aktionäre sowie die notwendigen regulatorischen Freigaben. Der Abschluss ist bis Ende 2026 vorgesehen.
GoPro bleibt – aber plötzlich geht es auch um KI und Rüstung
Wer jetzt schon den Abgesang auf die nächste HERO-Kamera anstimmt, kann die Grabrede wieder einpacken. GoPro betont ausdrücklich, seine bestehenden Consumer-Produkte sowie das Abo- und Cloud-Geschäft weiter unterstützen zu wollen. Gleichzeitig soll das Geschäft aber erheblich breiter aufgestellt werden.
Starman Optical entwickelt und produziert optische Transceiver, die unter anderem in KI-Rechenzentren eingesetzt werden. Nach der Fusion sollen diese Produkte Teil des GoPro-Portfolios werden. Gleichzeitig wollen die Unternehmen GoPros Know-how und Patentbestand in Bereichen wie Verteidigung, Behörden, Robotik und Luft- und Raumfahrt nutzen. GoPro spricht von mehr als 2.500 US-Patenten rund um Optik und Bildtechnik. Damit könnte aus dem Actioncam-Hersteller künftig also ein deutlich breiter aufgestelltes Optikunternehmen werden. GoPro selbst beschreibt das Ziel als Ausbau zu einem Anbieter von Imaging- und Optical-Solutions für Consumer-, kommerzielle und strategische Märkte.
92 Millionen Dollar Schulden sollen verschwinden
Ein wichtiger Teil der Vereinbarung betrifft die finanzielle Situation von GoPro. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben noch rund 92 Millionen US-Dollar an ausstehenden Schulden. Diese sollen beim Abschluss des Deals vollständig zurückgezahlt werden. Danach soll das kombinierte Unternehmen weitgehend schuldenfrei starten. Dass GoPro finanziell unter Druck steht, kommt nicht völlig überraschend. Der Umsatz des Unternehmens lag zuletzt weit unter den Höchstständen aus der frühen GoPro-Ära.
Trotz der neuen Eigentümerstruktur soll GoPro weiterhin an der Nasdaq gelistet bleiben. Die Marke verschwindet also nicht einfach in irgendeiner Holding-Schublade.
Vom Surfbrett ins KI-Rechenzentrum
Die Kombination wirkt auf den ersten Blick ziemlich wild: GoPro auf der einen Seite, optische Netzwerkkomponenten für KI-Rechenzentren und Verteidigungstechnik auf der anderen. Der gemeinsame Nenner liegt laut den Unternehmen bei Optik, Bildverarbeitung und Fertigung.
Für normale GoPro-Kunden dürfte zunächst vor allem entscheidend sein, dass das Kamera-Geschäft ausdrücklich weitergeführt werden soll. Ob Starman langfristig wieder mehr Geld in HERO, MAX und neue Kamerakonzepte steckt oder der Schwerpunkt zunehmend in Richtung Industrie, KI und Defense wandert, lässt sich derzeit noch nicht seriös beantworten.
GoPro selbst verspricht jedenfalls einen „breiteren, diversifizierten Produktfahrplan“. Das kann ziemlich spannend werden – oder irgendwann dazu führen, dass zwischen HERO 17 und MAX 4 plötzlich ein optischer Transceiver für ein KI-Rechenzentrum im Produktkatalog steht.
- Erstklassiges 5.3K60-Video und legendäre Haltbarkeit verbinden sich mit den neuen Objektiven der HB-Serie1 und einem leistungsstärkeren Akku, um HERO13 Black zur unverzichtbaren Kamera für jeden Schöpfer zu machen.
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