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Ein Notrufknopf muss nicht zwangsläufig wie ein Notrufknopf aussehen. Medical Guardian hat mit dem Guardian Flex ein neues Wearable vorgestellt, das klassische Notruffunktionen, GPS-Ortung und Sturzerkennung in einem deutlich kleineren Gehäuse unterbringen soll. Das Gerät richtet sich vor allem an ältere Menschen, die weiterhin möglichst selbstständig unterwegs sein möchten.
Im Vergleich zum bisherigen Wearable des Herstellers fällt Guardian Flex nach offiziellen Angaben rund 30 Prozent kleiner aus. Das Gerät misst etwa 4,6 × 3,8 × 1,3 Zentimeter und wiegt knapp 40 Gramm. Getragen werden kann es wahlweise am Handgelenk, als Anhänger um den Hals oder über einen Clip am Gürtel. Medical Guardian bietet das Wearable in Schwarz, Silber und Gold an.
Im Inneren stecken eine Mobilfunkverbindung über 4G LTE, GPS sowie Lautsprecher und Mikrofon. Im Ernstfall reicht ein Druck auf die SOS-Taste, um eine Sprachverbindung zur rund um die Uhr besetzten Notrufzentrale von Medical Guardian aufzubauen. Ein Smartphone oder ein WLAN-Netzwerk werden dafür nicht benötigt.
Sturzerkennung und bis zu fünf Tage Laufzeit
Optional lässt sich eine automatische Sturzerkennung aktivieren. Medical Guardian gibt an, dafür Modelle einzusetzen, die anhand realer Sturzereignisse trainiert wurden. Eine hundertprozentige Erkennung verspricht der Hersteller ausdrücklich nicht – wer dazu in der Lage ist, soll im Notfall weiterhin selbst die SOS-Taste drücken.
Dazu kommen eine Akkulaufzeit von bis zu fünf Tagen sowie eine Wasserbeständigkeit nach IP67. Damit kann Guardian Flex beispielsweise auch beim Duschen getragen werden – ausgerechnet dort, wo ein Notrufsystem im Fall eines Sturzes ziemlich nützlich sein kann. Über die zugehörige App lassen sich unter anderem Akkustand, Empfang und tägliche Aktivität kontrollieren. Angehörige können über den sogenannten Care Circle zudem Benachrichtigungen zu Notfällen erhalten.
Hinter dem neuen Modell steckt offenbar etwas mehr als nur eine Schrumpfkur. Nach Angaben von Medical Guardian flossen Rückmeldungen von mehr als 10.000 Nutzern, Angehörigen und potenziellen Kunden in die Entwicklung ein. Gerade die verschiedenen Trageoptionen sollen dafür sorgen, dass das Gerät tatsächlich dauerhaft getragen wird und nicht irgendwo auf dem Nachttisch seine Existenz fristet.
Guardian Flex ist vorerst ein US-Produkt
Guardian Flex ist in den USA bereits erhältlich. Das Gerät kostet 149,95 US-Dollar, hinzu kommt der notwendige Monitoring-Tarif. Beim auf der Produktseite angebotenen Jahresmodell werden derzeit 42,95 US-Dollar pro Monat genannt. Die automatische Sturzerkennung wird als optionales Zusatzfeature geführt.
Für Deutschland wurde Guardian Flex bislang nicht angekündigt. Das System ist auf die Infrastruktur von Medical Guardian in den USA ausgelegt, nutzt dort das Verizon-Netz und verbindet sich mit der US-amerikanischen Notrufzentrale des Unternehmens.
Spannend ist das Konzept trotzdem. Während Smartwatches von Apple, Google oder Samsung inzwischen ebenfalls Sturz- und Notfallfunktionen bieten, versucht Medical Guardian gar nicht erst, daraus noch einen Mini-Computer fürs Handgelenk zu machen. Guardian Flex soll vor allem eines sein: klein genug, dass man es trägt – und im richtigen Moment verdammt hilfreich.

