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HBO Max im November: „When a Witness Recants“ und „Schon die kleinste Berührung“

Zwei HBO-Dokumentationen erzählen von Justizskandal und außergewöhnlicher Freundschaft

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Die HBO Original Dokumentation „When a Witness Recants: Widerruf einer Zeugenaussage“ startet am 18. November auf HBO Max. Der von Dawn Porter („Eyes on the Prize III: We Who Believe in Freedom Cannot Rest 1977–2015“, „Gideon’s Army“) inszenierte und produzierte Film feierte beim Sundance Film Festival 2026 seine Premiere und beschäftigt sich mit einem der schwerwiegendsten Justizirrtümer der US-Geschichte. Im Mittelpunkt stehen drei Männer, die nach einer Mordtat zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt wurden, obwohl sie unschuldig waren.

„When a Witness Recants: Widerruf einer Zeugenaussage“ ab 18. November auf HBO Max

1983 wurde ein 14-jähriger Junge im Flur der Harlem Park Junior High School in Baltimore, Maryland, ermordet. Kurz darauf gerieten drei Jugendliche aus der Nachbarschaft ins Visier der Ermittler. Sie wurden festgenommen und zu lebenslanger Haft in Hochsicherheitsgefängnissen verurteilt. Erst Jahrzehnte später kam ans Licht, unter welchen Umständen die damaligen Zeugenaussagen zustande gekommen waren. Mehrere Zeugen erklärten schließlich, dass sie als Jugendliche unter Druck gesetzt worden waren, vor Gericht falsche Aussagen zu machen.

Der Film zeichnet nach, wie erzwungene Geständnisse, manipulierte Aussagen und schweres Fehlverhalten von Polizei und Staatsanwaltschaft zu den Fehlurteilen führten. Dabei kommen auch die damaligen Zeugen zu Wort. Der renommierte Autor Ta-Nehisi Coates, der selbst in West Baltimore aufgewachsen ist, setzt sich als Erwachsener erneut mit dem Fall auseinander. Für ihn markiert die Geschichte einen entscheidenden Einschnitt in der Schwarzen Gemeinschaft der Stadt und steht zugleich exemplarisch für rassistisch geprägtes Fehlverhalten innerhalb des amerikanischen Justizsystems.

Die Dokumentation basiert auf einem Artikel von Jennifer Gonnerman, der im „The New Yorker“ erschien. Neben Interviews und animierten Sequenzen verwendet Porter auch Aufnahmen von Vernehmungen aus dem Jahr 2022. Besonders eindringlich ist die Begegnung mit einem Zeugen, dessen Falschaussage maßgeblich zur Verurteilung der drei Jugendlichen beigetragen hatte. Im Zuge der erneuten Untersuchung des Falls nahm er seine Aussage zurück. Am 22. November 2019 kamen die drei Männer schließlich nach 36 Jahren Haft frei.

Heute erzählen Ransom Watkins, Andrew Stewart und Alfred Chestnut von den verlorenen Jahrzehnten und ihrem schwierigen Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Zu den weiteren Gesprächspartnern gehören die ehemalige Staatsanwältin von Baltimore, Marilyn Mosby, die Zeugen Ron Bishop und Edward Capers sowie Ta-Nehisi Coates und Lauren Lipscomb von der Conviction Integrity Division der Staatsanwaltschaft Baltimore.

„Schon die kleinste Berührung“ ab 25. November auf HBO Max

Eine ganz andere Geschichte erzählt der HBO Original Dokumentarfilm „Schon die kleinste Berührung“, der ab dem 25. November auf HBO Max verfügbar ist. Regisseurin und Produzentin Rachel Fleit („Bama Rush“) begleitet darin Emma Fogarty und den Schauspieler Colin Farrell. Im Mittelpunkt steht ihre langjährige Freundschaft und eine gemeinsame Herausforderung, die für Emma eine ganz besondere Bedeutung hat.

Emma lebt mit Epidermolysis Bullosa (EB), einer seltenen und schwerwiegenden Erkrankung, bei der schon leichte Berührungen schmerzhafte Blasen und Verletzungen der Haut auslösen können. Ihr Alltag ist deshalb von erheblichen körperlichen Einschränkungen geprägt. Trotzdem lässt sie sich nicht von ihrer Erkrankung bestimmen und verfolgt ihre eigenen Ziele. Als Emma ihren 40. Geburtstag erreicht, übertrifft sie damit sogar frühere medizinische Prognosen.

Zu diesem besonderen Anlass nimmt sie gemeinsam mit Colin Farrell den Dublin-Marathon in Angriff. Farrell absolviert zunächst die gesamte Strecke und begleitet Emma anschließend auf den letzten vier Kilometern. Für jedes Jahrzehnt, das sie mit EB gelebt hat, schiebt er ihren Rollstuhl einen Kilometer weit.

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Hinter der sportlichen Aktion steht eine Freundschaft, die den Film weit über den Marathon hinaus trägt. Die Dokumentation gibt Einblicke in Emmas Leben mit der Erkrankung, ihre täglichen Schmerzen und die Herausforderungen, denen sie sich stellen muss. Dabei geht es auch um Träume, die sie aufgeben musste, und solche, die sie trotz aller Hindernisse weiterverfolgt. Colin Farrell berichtet ebenfalls von persönlichen Schwierigkeiten und davon, wie sehr die Freundschaft mit Emma sein eigenes Leben geprägt hat.

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Benny Illgner

Benny Illgner

Redakteur
Tech-Journalist
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Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Instagram. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter/Threads unter @IamIllgner an.

Schreibt und lebt nebenher das glorreiche Leben eines Technik-Bloggers. Interessiert sich für technische Spielereien jeglicher Art und spielerische Technik der allgegenwärtigen Videospiel-Konsolen. Primär für Gaming-, Smart Home-Krams und Reviews zuständig. Schlechte Wortspiele in Reviews eingeschlossen.

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