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Hellfest 2027: Mehr als 300 Bands – was zur Hölle planen die Franzosen?

So stimmen unsere Leser ab:

Mehr als 300 Bands. Zehn Bühnen. Vier Tage. Das Hellfest will 2027 nicht einfach größer werden, sondern seinen bisherigen Rahmen regelrecht sprengen. Für die Jubiläumsausgabe haben die Veranstalter eine Erweiterung angekündigt, bei der selbst Wacken oder Summer Breeze plötzlich beinahe übersichtlich wirken. Und nein: Die Zahl von über 300 Acts ist kein Gerücht, sondern stammt direkt vom Festival selbst.

Bevor wir darüber reden, warum dieser Plan ziemlich irre ist, muss man das Hellfest allerdings kurz einordnen. Denn außerhalb der Metal-Blase dürfte das Festival in Deutschland trotz seiner Größe längst nicht jedem ein Begriff sein.

Was ist das Hellfest überhaupt?

Das Hellfest Open Air findet im französischen Clisson südöstlich von Nantes statt und gehört zu den größten Festivals für Metal, Hard Rock, Punk und Hardcore in Europa. Seine Geschichte reicht bis 2006 zurück; inzwischen standen dort praktisch alle großen Namen der härteren Musik auf der Bühne – von Metallica und Iron Maiden über Black Sabbath, Rammstein und Slipknot bis Guns N‘ Roses und Foo Fighters.

Dabei unterscheidet sich das Hellfest etwas von Festivals, die ihr Programm hauptsächlich um einige große Hauptbühnen herum bauen. Die bisherigen sechs Bühnen waren nach musikalischen Richtungen aufgeteilt. Neben den beiden Mainstages gibt es beispielsweise die Warzone für Punk und Hardcore, die Valley für Stoner, Doom und Post-Metal sowie Altar und Temple für die deutlich härteren Spielarten.

Normalerweise treten laut Festival mehr als 180 Bands auf sechs thematisch getrennten Bühnen auf. Pro Tag dürfen weiterhin maximal 60.000 Besucher auf das Gelände.

Schon das ist eine Hausnummer. 2027 soll daraus allerdings etwas völlig anderes werden.

Hellfest 2027: Mehr als 300 Bands auf zehn Bühnen

Für die 20. Ausgabe des Hellfest, die vom 17. bis 20. Juni 2027 stattfindet, haben die Veranstalter eine massive Erweiterung angekündigt. Statt sechs Bühnen wird es zehn Bühnen geben. Und statt der üblichen rund 180 Acts sollen innerhalb von vier Tagen mehr als 300 Bands auftreten.

Die Bühnenstruktur sieht folgendermaßen aus:

Bereich Bühnen 2027
Hauptbühnen Mainstage 1 + Mainstage 2
Punk / Hardcore Warzone + Riot
Stoner / Doom / Post-Metal Valley + Abyss
Death / Grind / Extreme Metal Altar + Forge
Black / Pagan Metal Temple + Crypt

Vier komplett neue Bühnen kommen damit hinzu: Riot, Abyss, Forge und Crypt.

Von 183 auf mehr als 300 Bands

Zum Vergleich lohnt der Blick nur ein Jahr zurück. Beim Hellfest 2026 standen offiziell 183 Künstler und Bands auf dem Programm. Darunter waren Iron Maiden, Bring Me The Horizon, Limp Bizkit und The Offspring sowie Megadeth, Anthrax, Behemoth, Mastodon und zahlreiche weitere Acts.

2027 sollen daraus mehr als 300 werden.

Hellfest Bands Bühnen Festivaltage
2026 183 6 4
2027 mehr als 300 10 4

Die Dauer des eigentlichen Festivals wächst dabei nicht mit. Es bleiben vier Tage. Das bedeutet: In denselben vier Tagen müssen mehr als 117 zusätzliche Acts untergebracht werden. Die Zahl der Bühnen steigt gleichzeitig von sechs auf zehn.

Selbst Wacken wirkt dagegen fast kompakt

Wie extrem diese Zahl ist, zeigt ein Vergleich mit anderen europäischen Metal-Festivals.

Das Wacken Open Air 2026 bestätigte insgesamt 154 Bands für vier Festivaltage. Beim Summer Breeze werden für die kommenden Ausgaben mehr als 125 Bands beworben.

Festival Zahl der Bands/Acts
Summer Breeze mehr als 125
Wacken Open Air 2026 154
Hellfest 2026 183
Hellfest 2027 mehr als 300

Natürlich sind solche Zahlen nicht hundertprozentig direkt vergleichbar. Festivals zählen Nebenbühnen, Spezialshows und Rahmenprogramme teilweise unterschiedlich, und Wacken besitzt beispielsweise zusätzliche Entertainment-Bereiche neben den klassischen Konzertbühnen. Die Größenordnung bleibt trotzdem absurd.

Hellfest 2027 will allein deutlich mehr als doppelt so viele Acts auffahren, wie das Summer Breeze üblicherweise für ein komplettes Festival bewirbt. Selbst gegenüber dem ohnehin riesigen Hellfest 2026 kommt ein zusätzlicher Festivalumfang hinzu, für den andere Veranstalter beinahe ein eigenes Wochenende benötigen würden.

Das eigentliche Problem werden die Überschneidungen

300 Bands klingen auf einem Poster zunächst fantastisch. Für Besucher hat die Sache allerdings einen ziemlich offensichtlichen Haken – Man wird verdammt viel verpassen.

Zehn Bühnen bedeuten zwangsläufig, dass zu vielen Zeiten zahlreiche Konzerte gleichzeitig stattfinden. Schon mit sechs Bühnen war es beim Hellfest unmöglich, auch nur annähernd alles zu sehen. Mit vier zusätzlichen Bühnen dürfte die Running Order 2027 eher an einen Stundenplan einer mittelgroßen Universität erinnern. Nimmt man die angekündigten mehr als 300 Acts und verteilt sie lediglich grob auf vier Tage, landen wir bei mehr als 75 Auftritten pro Festivaltag.

Selbst bei zwölf Stunden Konzertprogramm wären also im Durchschnitt ständig mehrere Bands gleichzeitig auf den Bühnen. Wer sich über zwei parallel spielende Lieblingsbands beim Summer Breeze ärgert, bekommt in Clisson 2027 wahrscheinlich ganz neue Probleme.

Warum macht Hellfest das?

Hinter der Eskalation steckt ein Jubiläum. 2027 findet die 20. Ausgabe des Hellfest statt. Dafür soll offenbar nicht einfach nur das Line-up ein bisschen größer ausfallen. Die Veranstalter sprechen ausdrücklich davon, mit mehr als 300 Bands das gesamte Spektrum extremer Musik abbilden zu wollen. Die bisherigen Genre-Bereiche werden deshalb jeweils um eine Schwesterbühne erweitert. Das Konzept ist durchaus clever: Statt einfach noch eine beliebige Nebenbühne aufzustellen, werden die etablierten Bereiche verdoppelt.

Aus Warzone wird Warzone plus Riot.
Aus Valley wird Valley plus Abyss.
Aus Altar wird Altar plus Forge.
Aus Temple wird Temple plus Crypt.

Die beiden Mainstages bleiben bestehen.

Damit könnte das Hellfest gleichzeitig mehr Bands eines Genres unterbringen und Umbaupausen besser überbrücken. Wie genau die beiden Bühnen eines jeweiligen Bereichs zusammenspielen werden, dürfte allerdings erst mit der späteren Running Order wirklich deutlich werden.

Das Gelände wird dafür umgebaut

300 Bands lassen sich nicht einfach auf das bestehende Gelände quetschen. Das wissen offenbar auch die Veranstalter.

Für 2027 ist deshalb eine komplette Neugestaltung der Bühnenanordnung außerhalb des Mainstage-Bereichs vorgesehen. Auch der Metal Corner und die Hellcity-Bereiche sollen umgebaut werden. Als Grund nennt Hellfest unter anderem einen verbesserten Besucherfluss. Interessanterweise soll die Besucherkapazität dabei nicht erhöht werden. Sie bleibt bei 60.000 Personen pro Tag. Auch der Campingplatz bleibt an seinem bisherigen Standort.

Das könnte zumindest theoretisch sogar dazu führen, dass sich die Zuschauer stärker über das Gelände verteilen.

Und was kostet dieser Wahnsinn?

Ganz billig wird das Vergnügen erwartungsgemäß nicht. Für den Vier-Tages-Pass des Hellfest 2027 wurden 389 Euro zuzüglich 10 Euro Servicegebühr angesetzt.

Hellfest 2027 Preis
4-Day Pass 389 Euro
Servicegebühr 10 Euro
Gesamt 399 Euro

Der offizielle Vorverkauf startete am 7. Juli 2026. Inzwischen weist die offizielle Hellfest-Seite die 2027er Ausgabe als ausverkauft aus.

Über 300 Bands – genial oder einfach zu viel?

Genau darüber lässt sich streiten. Auf der einen Seite ist ein Festival mit mehr als 300 Acts aus Metal, Rock, Punk und Hardcore natürlich ein ziemlich perverses Schlaraffenland für Musikfans. Gerade kleinere und speziellere Genres bekommen durch die zusätzlichen Bühnen erheblich mehr Platz.

Auf der anderen Seite bezahlt man am Ende für Hunderte Bands, von denen man rein physikalisch nur einen Bruchteil sehen kann. Sobald die Running Order erscheint, dürfte deshalb das große Fluchen beginnen. Aber vielleicht ist genau das der Punkt. Zum 20. Hellfest wollen die Veranstalter offenbar nicht einfach das nächste Festival veranstalten. Sie wollen ein Statement setzen.

300 Bands. Zehn Bühnen. Vier Tage.

Andere Festivals planen ein Line-up. Hellfest plant 2027 offenbar einen verdammten Ausnahmezustand

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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