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HTC Vive Eagle startet in Europa – mit eingebautem „Lass das“-Schalter

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HTC bringt die Vive Eagle nach Europa. Die KI-Brille war bereits seit 2025 in Taiwan erhältlich und soll nun auch hierzulande gegen Modelle wie die Ray-Ban Meta antreten. Neben einer 12-Megapixel-Kamera, Open-Ear-Audio und diversen KI-Funktionen setzt HTC dabei ungewöhnlich stark auf Datenschutz: Auf Wunsch können sogar umstehende Personen eine laufende Videoaufnahme per Sprachbefehl stoppen.

Die Vive Eagle kann seit dem 3. September 2026 bestellt werden. Für Europa ist der eigentliche Versandstart für den 21. September vorgesehen. Im europäischen HTC-Onlineshop wird die Vive Eagle aktuell ab 480 Euro gelistet.

Kamera-Brille mit eingebautem „Lass das“-Schalter

Technisch positioniert HTC die Eagle in derselben Geräteklasse wie die Ray-Ban Meta: Ein Display gibt es nicht. Stattdessen stecken Kamera, Mikrofone, Lautsprecher und KI-Funktionen direkt im Brillengestell.

Die 12-Megapixel-Kamera kann Videos mit bis zu 3K aufnehmen. Dazu kommen elektronische Stabilisierung, Slow-Motion-Aufnahmen sowie Open-Ear-Lautsprecher. Die Brille wiegt je nach Ausführung knapp unter 49 Gramm. HTC bietet unterschiedliche Rahmenformen sowie ZEISS-Gläser an, darunter Sonnen-, Blaulichtfilter- und photochrome Varianten. Spannender als ein paar Megapixel mehr oder weniger ist allerdings HTCs Umgang mit der Kamera. Während einer Aufnahme leuchtet beziehungsweise pulsiert eine Status-LED. Deren Helligkeit passt sich automatisch an die Umgebung an. Wird die LED verdeckt, beschädigt oder anderweitig blockiert, soll die Kamera überhaupt nicht erst aufnehmen. Auch wenn die Vive Eagle nicht getragen wird, bleibt die Videoaufnahme deaktiviert. Und HTC geht noch einen Schritt weiter.

In den Einstellungen lässt sich eine Funktion aktivieren, mit der Personen in der Umgebung selbst eine Aufnahme stoppen können. Sagt jemand in der Nähe „Stop filming“, beendet die Vive Eagle das laufende Video. Die Kontrolle darüber, ob diese Funktion überhaupt aktiviert wird, liegt allerdings beim Besitzer der Brille. Das ist zumindest ein interessanter Ansatz. Kamerabrillen haben schließlich das kleine gesellschaftliche Problem, dass nicht unbedingt jeder Mensch im Supermarkt, Zug oder Biergarten Teil des persönlichen POV-Vlogs eines anderen werden möchte. Ob sich künftig Menschen gegenseitig „Stop filming“ entgegenrufen, dürfte allerdings ebenfalls ein ziemlich spezielles Stück Technikgeschichte werden.

Gemini und OpenAI statt eigenem KI-Käfig

Auch beim KI-Assistenten will HTC möglichst offen bleiben. Neben Vive AI können Nutzer Dienste von Google Gemini und OpenAI einbinden. Die Anfragen an externe KI-Anbieter sollen vorher de-identifiziert werden, wodurch die Erstellung personenbezogener Nutzungsprofile erschwert werden soll.

Fotos und Videos werden laut HTC verschlüsselt lokal auf der Brille gespeichert. Erst der Nutzer entscheidet anschließend, ob Dateien über Vive Connect auf das Smartphone beziehungsweise in einen verbundenen Cloud-Dienst übertragen werden. HTC nennt dabei eine AES-256-Verschlüsselung für lokal gespeicherte Daten. Darüber hinaus gehören Übersetzungen, Zusammenfassungen, Transkriptionen und verschiedene Sprachbefehle zum Funktionsumfang. Für die Einrichtung wird die Vive-Connect-App auf einem Smartphone benötigt.

Beim Akku nennt HTC unter anderem bis zu 4,5 Stunden Musikwiedergabe und mehr als 36 Stunden Standby. Zehn Minuten am Ladegerät sollen den Akku wieder von null auf 50 Prozent bringen.

Interessanter Gegenentwurf zu Meta

Die Vive Eagle revolutioniert Smart Glasses technisch nicht. Kamera, Lautsprecher und KI-Assistent kennen wir inzwischen auch von anderen Herstellern. Der Datenschutzansatz ist dagegen durchaus bemerkenswert. Dass sich eine Kamera nicht verwenden lässt, sobald die Aufnahme-LED verdeckt wird, ist sinnvoll. Dass HTC zusätzlich Umstehenden zumindest optional einen direkten „Aus“-Befehl gibt, ist noch ungewöhnlicher.

Das beseitigt natürlich nicht sämtliche Datenschutzfragen einer ständig getragenen Kamerabrille. Aber HTC versucht zumindest nicht so zu tun, als würde die Kamera im Gesicht niemanden etwas angehen.

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Torsten "Pixelaffe" Schmitt

Torsten "Pixelaffe" Schmitt

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Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen.

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