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Huion Note E: Digitales Notizbuch mit Papier-Charme und Software-Kater

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Das Huion Note E will kein normales Android-Tablet sein. Es will auch kein klassisches E-Ink-Notizbuch sein. Es sitzt irgendwo dazwischen und macht genau diesen Spagat ziemlich spannend. Auf der einen Seite bekommt man ein kompaktes Android-15-Gerät mit Play Store, Farbe, Apps und flotterem Bildaufbau als bei E-Ink. Auf der anderen Seite will Huion mit matter Oberfläche, Stift und reduziertem Launcher dieses Gefühl erzeugen, einfach ein digitales Notizbuch aufzuschlagen und loszuschreiben.

Nach meiner Zeit mit dem Huion Note E bleibt vor allem ein Eindruck hängen: Die Hardware hat richtig gute Ideen, aber die Software läuft ihr noch ein Stück hinterher. Nicht dramatisch genug, um das Gerät komplett zu versenken. Aber auffällig genug, dass man vor dem Kauf wissen sollte, worauf man sich einlässt.

Design und Haptik: Sieht wirklich nach Notizbuch aus

Das Huion Note E ist angenehm kompakt. Das 8,4-Zoll-Format wirkt im Alltag deutlich näher an einem kleinen Notizbuch als an einem klassischen Tablet. Mit rund 348 Gramm ist es nicht federleicht, aber noch gut tragbar. In der Tasche verschwindet es problemlos, auf dem Schreibtisch nimmt es kaum Platz weg und für schnelle Notizen ist genau diese Größe ein Vorteil.

Optisch macht Huion einiges richtig. Die seitliche Gestaltung erinnert an Papierseiten, die matte Front wirkt ruhiger als ein typisches Tablet-Display und insgesamt fühlt sich das Gerät stabil an. Nur die mitgelieferte Hülle überzeugt mich nicht ganz. Sie ist praktisch, weil sie den Stift aufnimmt, wirkt aber nicht so robust, wie ich es mir bei einem Gerät wünschen würde, das täglich in Tasche, Rucksack oder Meetingraum wandert.

Display: Matt, angenehm, aber nicht hell genug für alles

Das Display ist einer der wichtigsten Punkte beim Huion Note E. Es handelt sich nicht um E-Ink, sondern um ein farbiges IPS-LCD mit 1.920 × 1.200 Pixeln, 60 Hz, 270 ppi und matter Oberfläche. Genau diese matte Schicht macht beim Schreiben und Lesen viel aus. Der Stift gleitet nicht stumpf über Glas, sondern bekommt einen leichten Widerstand. Nicht ganz Papier, aber deutlich angenehmer als diese aalglatten Tablet-Scheiben, auf denen man sich beim Schreiben fühlt wie ein Kugelschreiber auf einer Fensterscheibe. Für Notizen, PDFs, Skizzen, Webartikel und einfache Zeichnungen passt das sehr gut. Farben wirken angenehm, Comics und Illustrationen machen mehr Spaß als auf einem farbigen E-Ink-Display und der Bildaufbau ist natürlich viel flotter. Das ist einer der größten Vorteile gegenüber klassischen E-Paper-Geräten.

Der Haken: Die Helligkeit von 300 Nits ist okay, aber nicht mehr. Drinnen reicht das völlig. Am Fenster oder draußen wird es schwieriger. Die matte Oberfläche reduziert Spiegelungen, zaubern kann sie aber nicht. Wer sein digitales Notizbuch gerne in der prallen Sonne nutzt, wird mit echtem E-Ink glücklicher.

Schreiben mit dem PW510: Der beste Teil am Note E

Der mitgelieferte PW510-Stift ist für mich das stärkste Argument für das Huion Note E. Er funktioniert ohne Akku, muss also nicht geladen werden, hält magnetisch am Gerät beziehungsweise an der Hülle und unterstützt 8.192 Druckstufen. Das Schreibgefühl ist angenehm direkt und gerade für Notizen, Markierungen und schnelle Skizzen richtig gut. Ich habe das Note E vor allem für handschriftliche Notizen, Artikelideen, To-dos und PDF-Anmerkungen genutzt. Genau dort fühlt sich das Gerät zu Hause. Das Schreiben ist nicht perfekt latenzfrei, aber gut genug, damit man nach kurzer Zeit nicht mehr darüber nachdenkt. Und das ist bei einem digitalen Notizbuch ein ziemlich gutes Zeichen.

Beim Zeichnen ist das Bild gemischter. Für schnelle Skizzen, Layout-Ideen oder kleine Scribbles funktioniert das Note E ordentlich. Für ernsthafte Illustrationen oder komplexere Kunstwerke würde ich aber weiterhin zu einem stärkeren Zeichentablet oder iPad greifen. Dafür fehlt dem Note E am Ende Leistung, Präzision und Software-Reife.

Software: Android ist Freiheit, Huion ist noch Baustelle

Auf dem Huion Note E läuft Android 15, und das ist Fluch und Segen zugleich. Der große Vorteil liegt auf der Hand: Ich bin nicht auf ein geschlossenes Notizsystem angewiesen. Ich kann Apps installieren, Reader nutzen, Cloud-Dienste einbinden, PDFs bearbeiten, Dokumente scannen, YouTube öffnen oder mir einfach eine andere Notiz-App aus dem Play Store holen.

Huion legt die Oberfläche bewusst reduziert an. Links sitzt eine Leiste mit Zugriff auf Notizen, Aufgaben, Apps, Dateien und Einstellungen. Das passt zum Konzept. Das Note E soll nicht ständig schreien: Komm, verschwende dein Leben in 27 Apps. Es soll eher sagen: Schreib deinen Kram auf und gut ist. Nur leider merkt man der eigenen Software an, dass sie noch nicht ganz da ist, wo sie sein müsste. Die Notiz-App ist grundsätzlich brauchbar, bietet OCR, Exportfunktionen und einfache Werkzeuge, wirkt aber nicht so rund wie bei etablierten Notizsystemen. Manche Aktionen fühlen sich träge an, manche Funktionen fehlen oder sind nicht elegant gelöst. Auch bei der Handschrifterkennung hängt viel davon ab, wie sauber man schreibt. Bei mir war das Ergebnis eher okay als beeindruckend. Meine Handschrift ist aber auch eher Unfallbericht als Kalligrafie.

Dazu kommt das Thema Google Play Protect. Je nach Einrichtung muss das Gerät manuell registriert werden, damit alles sauber läuft. Das ist lösbar, aber es fühlt sich nicht nach Premium an. Bei einem Gerät für 369 Euro will ich nicht direkt beim Setup in irgendeinem Android-Maschinenraum herumfummeln.

Leistung und Alltag: Schnell genug, aber kein Kraftprotz

Im Inneren arbeitet ein MediaTek Helio G99 mit 6 GB RAM und 128 GB Speicher. Das reicht für Notizen, PDFs, Browser, Reader, Cloud-Apps und einfache Kreativarbeit. Apps starten nicht immer rasend schnell, aber im normalen Alltag hatte ich selten das Gefühl, komplett ausgebremst zu werden.

Man darf nur nicht den Fehler machen, das Huion Note E mit einem vollwertigen Mittelklasse-Tablet oder gar einem iPad zu verwechseln. Gaming, große Multitasking-Sessions oder schwere Kreativ-Apps sind nicht seine Welt. Dafür ist es nicht gebaut. Es will ein digitales Notizbuch sein, kein Sofa-PC mit Stift.Im direkten Vergleich zu E-Ink-Geräten wirkt das Note E deutlich reaktionsfreudiger. Scrollen, Zoomen, Wechseln zwischen Apps und farbige Inhalte fühlen sich einfach moderner an. Dafür fehlt ihm die extreme Akkulaufzeit und Augenfreundlichkeit eines echten E-Ink-Tablets. Man gewinnt Geschwindigkeit und Farbe, bezahlt aber mit Ausdauer.

Akku, Kamera und Lautsprecher: Zweckmäßig mit Luft nach oben

Der Akku fasst 4.500 mAh. In der Praxis reicht das für einen Arbeitstag mit gemischter Nutzung oder für mehrere Tage, wenn man immer nur zwischendurch Notizen macht. Wer viel liest, zeichnet, Apps nutzt oder die Helligkeit hochdreht, merkt aber schnell, dass das Note E kein E-Ink-Dauerläufer ist.

Das Laden mit 18 Watt ist eher gemächlich. Zwei Stunden an der Steckdose sind kein Drama, aber besonders flott ist das nicht. Die Kamera mit 8 MP sehe ich eher als Dokumentenscanner für den Notfall. Für schöne Fotos ist sie nicht gedacht. Die Lautsprecher sind ebenfalls eher Pflichtprogramm. Für Videos reicht es, Spaß macht es nicht. Kopfhörer oder Bluetooth-Speaker sind die bessere Wahl.

Für wen lohnt sich das Huion Note E?

Das Huion Note E ist spannend für alle, die ein digitales Notizbuch suchen, aber mit den Einschränkungen klassischer E-Ink-Geräte hadern. Wer Farbe, Android-Apps, schnellere Reaktion und einen guten Stift möchte, bekommt hier ein sehr brauchbares Werkzeug. Besonders für Studierende, Meetings, Unterricht, Recherche, Skizzen, PDFs und tägliche Notizen passt das Konzept gut.

Wer dagegen ein Tablet für Medienkonsum, Gaming, lange Lesesessions, perfekte Software oder professionelle Illustration sucht, sollte weiterschauen. Das Huion Note E ist kein Alleskönner. Es ist ein spezielles Gerät für einen speziellen Workflow. Und genau da ist es dann ziemlich charmant.

Bewertung

Das Huion Note E ist ein gutes digitales Notizbuch mit sehr ordentlicher Hardware, angenehmem Stift und einem cleveren Format. Die Software, der Akku und einige Ausstattungspunkte verhindern aber, dass daraus ein richtig großer Wurf wird.

Huion Note E 8,4" Android Notizbuch, batterieloser Stift 8192 Druckstufen, papierähnliches Display, 6GB+128GB, Fingerabdruck & Cloud Backup, ideal zum Notizen, Lesen und Zeichnen.
  • [Batterieloser magnetischer Stift mit PenTech 3.0]Der PW510-Stift benötigt keine Aufladung, haftet magnetisch am Gerät und vermittelt dank Filzspitze und strukturierter Oberfläche ein natürliches...
  • [Papierähnliches augenschonendes Display für ganztägigen Komfort]Das 8,4-Zoll-Display (1920×1200, 270 PPI) mit AG-Nanoätz-Technologie ahmt die Reibung von Stift auf Papier nach. Entspiegelung...
  • [Anpassbarer Launcher & intelligente Notizwerkzeuge]Sofort einschalten und sofort mit dem Schreiben beginnen – ohne Ablenkungen. Wandeln Sie handschriftliche Notizen in 34 Sprachen in bearbeitbaren...

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Huion Note E

Schreibgefühl & Stylus - 88%
Display & Lesbarkeit - 78%
Software & Notizfunktionen - 75%
Leistung & Alltagstempo - 69%
Akku, Ausstattung & Preis-Leistung - 70%

76%

Das Huion Note E ist ein angenehm kompaktes digitales Notizbuch mit starkem Stift, mattem Display und viel Android-Freiheit. Die unausgereifte Software, die nur durchschnittliche Akkulaufzeit und kleine Ausstattungsschwächen sorgen aber dafür, dass es eher ein spannender Spezialist als ein rundes Sorglos-Tablet ist.

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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