Alltagstechnik

JURA zeigt auf der IFA A8, E10, S10, Z10 und KI-Assistent LEO

So stimmen unsere Leser ab:

JURA fährt 2026 gleich mit einem ganzen Schwung neuer Kaffeevollautomaten auf. Mit A8, E10, S10 und der neuen Z10 deckt der Hersteller vom besonders schmalen Modell bis zur großen Premium-Maschine ziemlich viele Preisklassen und Einsatzbereiche ab. Dazu kommt mit LEO ein KI-basierter digitaler Assistent für den Handel. Auffällig ist dabei vor allem, wie stark JURA seine neuen Modelle inzwischen über verschiedene „Genusswelten“ differenziert. Klassischer heißer Kaffee reicht längst nicht mehr: Je nach Maschine kommen Light Brew, Cold Brew, Sweet Foam und weitere Varianten dazu.

JURA A8: 19 Zentimeter breit, aber trotzdem Full-Size

Die A8 ist das ungewöhnlichste Modell im neuen Portfolio. Mit gerade einmal 19 Zentimetern Breite bezeichnet JURA sie als bislang schmalsten Full-Size-Vollautomaten des Unternehmens. Damit richtet sie sich klar an kleinere Küchen, Apartments oder Arbeitsflächen, auf denen ein normal breiter Vollautomat schlicht zu viel Platz frisst.

Klein bedeutet bei der A8 allerdings nicht automatisch Mini-Technik. Im Inneren arbeitet eine vollwertige Brüheinheit für 5 bis 16 Gramm Kaffee, kombiniert mit der 3D-Brühtechnologie und dem P.A.G.3-Mahlwerk. Insgesamt stehen 18 Spezialitäten zur Verfügung. Neben klassischen Heißgetränken unterstützt die A8 auch Light Brew. Dabei wird mit weniger Kaffee und einer angepassten Extraktion gearbeitet, um mildere Getränke zu erzeugen. Cold Brew gehört dagegen nicht zum Funktionsumfang. Die Bedienung ist bewusst reduziert. Ein 2,8-Zoll-Farbdisplay mit vier Tasten reicht für die direkte Steuerung. Über die J.O.E.-App lassen sich weitere Funktionen nutzen, darunter der Coffee Timer. Dafür wird allerdings der separat erhältliche Wi-Fi Connect V2 benötigt. Mit 19 × 37 × 44,5 Zentimetern und 8,9 Kilogramm Gewicht bleibt die Maschine tatsächlich vergleichsweise kompakt. Im deutschen Handel wird die A8 derzeit für rund 999 Euro angeboten.

Die A8 ist damit weniger die „billige JURA“, sondern eher die JURA für Leute, deren Küche nicht aussieht wie eine Ausstellungsfläche im Möbelhaus.

JURA E10: Cold Brew kommt in der E-Serie an

Deutlich vielseitiger wird es bei der E10. Sie bietet insgesamt 36 Kaffeespezialitäten und erstmals innerhalb der E-Serie alle vier aktuellen Genusswelten von JURA: Hot Brew, Cold Brew, Light Brew und Sweet Foam.

Besonders wichtig ist dabei der Cold Extraction Process. Cold Brew wird nicht einfach heiß gebrüht und anschließend heruntergekühlt. Stattdessen arbeitet die Maschine mit kaltem Wasser, pulsierendem Druck und einer speziell angepassten Mahlung.

Beim Light Brew setzt JURA dagegen auf weniger Kaffee und eine Brühtemperatur von ungefähr 60 Grad Celsius. Das Ergebnis soll leichter und direkt trinkbar sein. Über Sweet Foam lässt sich wiederum Milchschaum mit Sirup aromatisieren. Beim Mahlwerk kommt das P.A.G.2+ zum Einsatz. Die integrierte Aroma-Kontrolle überwacht dabei die Mahlgradeinstellung. Nach jeder Zubereitung fährt das Mahlwerk wieder in eine entspannte Ausgangsposition zurück, was laut JURA Verschleiß reduzieren und die Lebensdauer erhöhen soll. Bedient wird die E10 über ein 3,5-Zoll-Farbdisplay mit seitlichen Tasten. Auch hier gibt es Coffee Timer und J.O.E.-Integration. Die Maschine kann den Kaffee bis zu 16 Stunden im Voraus einplanen. Allerdings gilt auch bei der E10: Für die WLAN-Funktionen wird der optionale Wi-Fi Connect V2 benötigt. Der Wassertank fasst 1,9 Liter, der Bohnenbehälter 280 Gramm. Mit 27 × 34,8 × 44,6 Zentimetern bleibt die E10 vergleichsweise schlank.

Die E10 dürfte damit vor allem für Nutzer interessant sein, die möglichst viele verschiedene Getränke wollen, aber nicht gleich in die deutlich teurere S- oder Z-Serie einsteigen möchten.

JURA S10: mehr Komfort und 45 Spezialitäten

Die S10 positioniert sich oberhalb der E10 und bringt 45 Kaffeespezialitäten mit. Auch hier stehen Hot Brew, Cold Brew, Light Brew und Sweet Foam zur Verfügung.

Ein Unterschied steckt im Bedienkonzept. Statt eines Displays mit Tasten setzt die S10 auf einen 4,3-Zoll-Touchscreen. Zusätzlich erkennt das sogenannte Coffee Eye, wo eine Tasse unter dem Auslauf steht, und soll dadurch die Bedienung vereinfachen. Bis zu vier persönliche Profile lassen sich anlegen. Damit können mehrere Personen ihre bevorzugten Getränke, Mengen und Einstellungen getrennt voneinander speichern. Der Easy Mode erlaubt außerdem schnelle Anpassungen direkt während der Auswahl. Wie die E10 verwendet auch die S10 ein P.A.G.2+-Mahlwerk mit Aroma-Kontrolle. Hinzu kommt ein umfangreicheres Milchsystem und eine automatische Milchsystemreinigung. Interessant ist außerdem Cold Brew Intense. Dabei soll Kaffee langsamer und konzentrierter extrahiert werden als beim normalen Cold Brew, wodurch ein kräftigeres Geschmacksprofil entsteht. Auch die S10 ist nur 27 Zentimeter breit. Der 1,9-Liter-Wassertank und der 280-Gramm-Bohnenbehälter entsprechen der E10, das Gewicht steigt allerdings auf 10,7 Kilogramm.

Im Handel wird die S10 derzeit mit 1.799 Euro geführt.

Damit sitzt sie ziemlich genau zwischen E- und Z-Serie: deutlich komfortabler als die E10, aber noch nicht ganz im „der Kaffeevollautomat kostet so viel wie mein erstes Auto“-Gebiet der Premiumklasse.

JURA Z10: 51 Getränke und fünf Zoll Touchscreen

Ganz oben sitzt die neue Z10. JURA kombiniert hier 51 Spezialitäten mit einem großen 5-Zoll-Touchscreen und vier Genusswelten: Hot, Light, Cold und Sweet.

Neben Espresso, Cappuccino und Flat White finden sich dabei auch ausgefallenere Varianten wie Mocaccino, Cold-Brew-Versionen verschiedener Getränke und Schokoschaum. Beim Mahlwerk verwendet die Z10 den Product Recognising Grinder P.R.G.2+. Dieser kann den Mahlgrad automatisch an das gewählte Getränk anpassen. Für einen kurzen Espresso wird beispielsweise feiner gemahlen als für bestimmte längere oder kalt extrahierte Getränke. Die Bedienung erfolgt vollständig per Touchscreen. Die vier Genusswelten sind farblich voneinander getrennt und sollen trotz der großen Auswahl für halbwegs Ordnung sorgen. Auch bei der Z10 können bis zu vier Benutzerprofile hinterlegt werden. Der Vollautomat misst 32 × 38,3 × 47 Zentimeter und wiegt 12,5 Kilogramm. Gefertigt wird die aktuelle Modellgeneration in der Schweiz.

Die Z10 ist vor allem für Nutzer gedacht, die möglichst wenig selbst einstellen und gleichzeitig möglichst viel Auswahl haben wollen. Genau darin liegt auch der größte Unterschied zur S10: Beide beherrschen vier Genusswelten, die Z10 treibt Automatisierung, Getränkezahl und Bedienkomfort aber noch weiter.

A8, E10, S10 und Z10 im Vergleich

Modell Spezialitäten Genusswelten Display Mahlwerk Breite
A8 18 Hot, Light 2,8 Zoll mit Tasten P.A.G.3 19 cm
E10 36 Hot, Cold, Light, Sweet 3,5 Zoll mit Tasten P.A.G.2+ 27 cm
S10 45 Hot, Cold, Light, Sweet 4,3 Zoll Touch P.A.G.2+ 27 cm
Z10 51 Hot, Cold, Light, Sweet 5 Zoll Touch P.R.G.2+ 32 cm

Die Abstufung wird damit relativ klar: A8 für wenig Platz, E10 für möglichst viel Getränkevielfalt, S10 für mehr Bedienkomfort und Z10 für die komplette Premium-Ausstattung.

LEO: KI-Beratung per QR-Code

Neben den neuen Vollautomaten bringt JURA auch noch Software ins Spiel. LEO ist ein KI-basierter Text-Chatbot, der künftig direkt im Handel eingesetzt werden soll.

Das Konzept ist simpel: Neben den Geräten befindet sich ein QR-Code. Kunden scannen ihn mit dem Smartphone und können anschließend ohne App-Installation mit LEO chatten. Der Assistent beantwortet Fragen zu einzelnen Vollautomaten, erklärt Technologien und kann verschiedene Modelle miteinander vergleichen. Auch Informationen zu Reinigung, Zubehör und Pflegeprodukten sollen abrufbar sein. Interessant ist vor allem die Sprachunterstützung. LEO versteht laut JURA 85 Sprachen, sodass Kunden ihre Fragen in ihrer bevorzugten Sprache stellen können.

Damit soll der Chatbot ausdrücklich nicht den Verkäufer ersetzen, sondern zusätzliche Produktinformationen liefern, wenn gerade niemand verfügbar ist oder Kunden zunächst selbst vergleichen möchten. Preise und aktuelle Warenbestände gehören bewusst nicht zum Funktionsumfang. Und bei Begriffen wie P.A.G.3, P.R.G.2+, Light Extraction Process, Cold Extraction Process, Sweet Foam und Coffee Eye ist ein digitaler Übersetzer aus JURAisch in normales Deutsch tatsächlich gar keine so schlechte Idee.

JURA macht Kaffeevollautomaten zunehmend zur Plattform

Interessant an den neuen Geräten ist weniger ein einzelnes Feature als die Richtung. Funktionen, die früher nur den teuren Modellen vorbehalten waren, wandern zunehmend nach unten.

Die E10 bekommt echten Cold Brew, die A8 bringt Light Brew auf gerade einmal 19 Zentimeter Breite und S10 sowie Z10 kombinieren immer mehr Getränke mit Profilen, Apps und automatisierten Einstellungen. LEO setzt diesen Ansatz außerhalb der Maschine fort. JURA verkauft damit nicht mehr nur einen Kaffeevollautomaten, sondern baut zunehmend ein komplettes Ökosystem aus Gerät, App, Zubehör und digitaler Beratung.

Ob man morgens wirklich zwischen 51 Getränken wählen muss, ist eine andere Frage. Vor dem ersten Kaffee sind manche von uns schließlich schon mit „große oder kleine Tasse?“ ausreichend gefordert.

Torsten "Pixelaffe" Schmitt

Torsten "Pixelaffe" Schmitt

CvD & Evil Genius
3D-Druck, Serien & Filme, Gaming, jede Art von Gadget
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Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen.

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