Glen Powell krallt nach seinem versprochenen Erbe, wären da nicht störende Familienmitglieder in der Erbfolge: In der Thriller-Komödie „How to Make a Killing“ stimmt einerseits das Tempolimit innerhalb der dargebotenen Geschichte und der teils bitterböse agierende Cast bestehend u.a. aus Margaret Qualley und Ed Harris lässt einen als Zuschauer:in mehrfach daran zweifeln, ob der Hauptprotagonist trotz seinen finsteren (Mord-)Plänen vielleicht nicht das genau Richtige anstellt. Unsere Filmkritik zum Kinoneustart.
Becket Redfellow (Glen Powell) ist kultiviert, freundlich, ideenreich und bettelarm. Dies liegt weniger an ihm als an seiner Mutter. Vielmehr an der dahinter liegenden milliardenschweren Familie der Redfellows. Diese vertrieb in Form von Vater Whitelaw Redfellow (Ed Harris) die schwangere Mutter vom elterlichen Hof. Am Sterbebett musste der junge Becket seiner Mutter versprechen, dass er für das Leben kämpfen werde, das er verdiene. Jahre später arbeitet Becket als Herrenausstatter und kommt durch ein erneutes Wiedersehen mit seiner ehemaligen Jugendfreundin Julia Steinway (Margaret Qualley) die Erbreihenfolgen zu seinen Gunsten zu schmälern, denn trotz der prekären familiären Situation ist er darin noch immer eingeplant. So beginnt Becket für einige frühzeitige Trauerfeiern zu sorgen…
Für was man „How to Make a Killing“ zweifelsohne loben muss, ist sein flottes Erzähltempo. Im Todestrakt sitzend erzählt nämlich Becket dem angereisten Priester jene Geschichte, die wir als Publikum in rund 105 Minuten zu sehen bekommen. Man hält sich nicht unnötig mit längeren Passagen ab, sondern beobachtet einen durchaus charmanten Powell dabei wie er klare Unsympathen bis ungebildete und wohlstandsverwahrloste Vollidioten mit teils cleveren Strategien aus diesem Leben schlägt. Es ist Powells großes Talent, dass er hierbei nicht wie ein emotionsloser, gemein gefährlicher Serienkiller wirkt, sondern nur jemand, der nach seinem rechtmäßigen Erbe anstrebt und sogar in letzter Minuten einen gewissen Skrupel hinsichtlich der Tat entwickelt. Dies gilt eher weniger für seine Jugendfreundin Julia, welche von Qualley mit erotisch aufgeladener Kühle teils erschreckend soziopathisch gespielt wird. Während Becket ukligerweise wieder durch die Tode sanfte Verbindungen mit seiner entfremdeten Familie pflegt kann sich Regisseur und zugleich Drehbuchautor John Patton Ford nicht so recht für eine Genre-Richtung entscheiden.
Ist der Krimi eine Abrechnung mit patriarchisch geführten Familien ohne den geringsten Hauch einer gesunden Erziehung der nicht entblödeten Sprösslinge, die sich in lapidarer Kunst oder Party-Marathon verlieren oder, gerade im Mittelteil, fast schon zu lockere RomCom-Gefilde. In den US-Staaten übernahm A24 den Vertrieb, wenngleich dieser Film nichts von der sonst herrschenden Härte oder Absurdität bietet – für die die Marke bekannt ist. Cineasten werden sich bestimmt sofort an den Alec Guinness-Klassiker „Adel verpflichtet“ erinnert fühlen, dafür gelingt der Humor nur in Maßen. Subjektiv hatte ich während des Schauens eindeutige Flashbacks an den Klamauk-Film „Didi und die Rache der Enterbten„, wobei jene Storyline hier das exakte Gegenteil darstellt. Dort machen nämlich die restlichen Familienmitglieder Jagd auf den Alleinerben.
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Mit mehr Mut zum sarkastischen Biss hätte „“How to Make a Killing“ ein noch vergnüglicherer Streifen werden können, dennoch unterhält die Geschichte rund um Beckets Rache, was nicht zuletzt an einem charmanten agierenden Glen Powell liegt, so gut, dass ihm knapp zwei unterhaltsame Stunden im Kino stilvoll gelingen.
How to Make a Killing. USA 2026. Verleih: Leonine/A24. Regie: John Patton Ford. Mit Glen Powell, Margaret Qualley, Ed Harris. Genre: Thriller / Komödie. 105 Minuten. FSK: Ab 12 Jahren.
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Disclaimer: Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „How to Make a Killing“ gibt es hier.
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