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Marvel’s Deadpool VR ab sofort für Meta Quest 3/3S verfügbar

Deadpool mischt das Quest-Universum auf

Der Einstieg in „Marvel’s Deadpool VR“ wirkt, als würde jemand die Tür zu einer besonders lauten WG aufreißen, in der sich Humor, Blut und Selbstironie um die besten Sitzplätze schlagen. Schon nach wenigen Sekunden ist klar, dass dieses Projekt – ein Gemeinschaftswerk von Twisted Pixel, Oculus Studios und Marvel Games – weniger versucht, sich in die bestehende VR-Landschaft einzupassen, sondern vielmehr den ganzen Raum umzuräumen. Deadpool selbst, gesprochen von Neil Patrick Harris, kommentiert dabei ununterbrochen das Geschehen; jede Geste, jeder Schlag und jeder technisch fragwürdige Move verwandelt sich prompt in Meta-Kommentar oder halbwegs beleidigenden Seitenhieb. Und während man noch versucht, sich in diesem Stimmengewitter zurechtzufinden, rollt bereits der nächste Wahnsinn herein: Eine Reality-Show, ein schriller Medienmogul aus einer anderen Dimension und ein Vertrag, den Deadpool, natürlich, nicht gelesen hat.

Aus dieser Prämisse entwickelt sich ab sofort ein VR-Erlebnis, das weniger auf Struktur als auf konsequentes Chaos setzt. Mojo – in all seiner überkandidelten Selbstverliebtheit – lockt Deadpool mit Streaming-Erfolg, Reichweite und einer Unmenge an versprochenem Ruhm. Die Fallhöhe zwischen Versprechen und Realität zeigt sich bereits nach dem ersten Dimensionssprung: S.H.I.E.L.D.-Helicarrier, Xandar und andere Schauplätze dienen primär als Kulisse, die mit überdrehten Aufgaben und noch überdrehteren Gegner:innen gefüllt wird. Der rote Faden ergibt sich nicht aus einer klassischen Erzählung, sondern aus Deadpools spontanen Kommentaren und der unglamourösen Wahrheit, dass Ruhmarbeit in Mojos Produktion weniger nach Hollywood und mehr nach Fließband klingt.

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Die spielerische Grundlage ruht auf einer Kombination aus wilder Bewegung und noch wilderem Waffeneinsatz. Deadpool besitzt zwar sein Standardarsenal, aber das Spiel animiert geradezu dazu, die Grenzen der Absurdität auszuloten. Warum ein Katana, wenn man sich den eigenen Arm abreißen und jemanden damit ohrfeigen kann? Warum einen Jeep umfahren, wenn man ihn in einen Helikopter rammen kann? Die VR-Umsetzung erlaubt beinahe jede Form der Übertreibung – und solange es dem Publikum in Mojoworld gefällt, winken Boni, Upgrades und Mojo-Versionen ikonischer Marvel-Gegenstände. Besonders Mo-Jolnir, das irgendwie gleichzeitig eine Parodie und ein respektvolles Augenzwinkern sein will, verdeutlicht die Tonalität des Spiels: immer eine Spur zu viel, aber genau deshalb im Deadpool-Kosmos stimmig.

Während man sich durch hunderte Gegner:innen schlitzt, schießt oder wirft, zeigt sich ein klarer Fokus auf permanenter Eskalation. Die Kämpfe bleiben selten bei einfachen Schlagabtauschen; stattdessen werden sie zu improvisierten Spektakeln, bei denen Kreativität belohnt und Untätigkeit verspottet wird. Deadpool kommentiert nicht nur das eigene Tun, sondern auch das Versagen mit der gleichen Energie – und man ertappt sich schnell dabei, dass man selbst in chaotischen Situationen rhythmisch zwischen Ernsthaftigkeit und Selbstironie pendelt. Die technische Umsetzung nutzt die Stärken der Quest-Hardware aus, ohne sich in technischer Nüchternheit zu verlieren. Stattdessen entsteht ein Eindruck von unkontrollierter, aber sorgfältig choreografierter Bewegungsfreiheit, die die VR-Erfahrung deutlich spürbar trägt.

Neben dem eigentlichen Spielweb entfaltet „Marvel’s Deadpool VR“ noch eine zusätzliche Ebene: Kooperationen mit MARVEL SNAP und Marvel Rivals liefern zeitlich begrenzte Items, die den crossmedialen Ansatz des Projekts unterstreichen. Es bleibt jedoch klar, dass der Kern dieses Titels nicht in Verbindungspunkten zu anderen Spielen liegt, sondern im Erlebnis, eine Figur zu verkörpern, die seit jeher damit spielt, Grenzen aufzulösen – erzählerisch, formal, moralisch.

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Im Zusammenspiel entsteht ein VR-Titel, der weder mit Zurückhaltung kokettiert noch mit einem klassischen Superheldenbild liebäugelt. „Marvel’s Deadpool VR“ wirkt wie eine logische Konsequenz aus allen Eigenschaften dieser Figur: laut, albern, selbstbezogen, aber erstaunlich präzise darin, was es sein will. Eine VR-Show, die man nicht gewinnen kann, aber umso lieber mitspielt, weil sie selten vergisst, dass Unterhaltung auch im digitalen Raum eine Frage von Haltung und Timing ist.

Marvel’s Deadpool VR ist ab heute für Meta Quest 3 / 3S erhältlich.

Titel: Marvel’s Deadpool VR“. Release: 18. November 2025. Plattformen: Meta Quest 3, Meta Quest 3S. Entwickler: Twisted Pixel.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Instagram. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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