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Oura führt mit Health Radar neue Hinweise zur Herzgesundheit in mehr als 30 Märkten ein. Dazu gehören Blutdruck-Signale, die der Ring nachts aus optischen Sensordaten ableitet. Konkrete Werte wie 120 zu 80 zeigt die Funktion aber nicht an. Sie soll längerfristige Muster sichtbar machen, kein Blutdruckmessgerät ersetzen.
Der Rollout in der Europäischen Union, Großbritannien, Kanada, Australien, Neuseeland, Mexiko und Saudi-Arabien hat laut Oura am 6. Oktober 2026 begonnen und soll schrittweise erfolgen. Die Funktionen stehen auf iOS und Android für den Oura Ring Gen 3 und neuere Modelle bereit. Voraussetzung ist eine aktive Mitgliedschaft.
Was der Ring nachts erkennt
Technische Grundlage ist die Photoplethysmografie, kurz PPG. Dabei beleuchten LEDs das Gewebe und ein optischer Sensor erfasst, wie sich das reflektierte Licht mit dem pulsierenden Blutfluss verändert. Aus diesen Signalen kann die Software Veränderungen im Herz-Kreislauf-System ableiten.
Oura wertet die nächtlichen PPG-Daten über einen Zeitraum von 30 Tagen aus. Die App sucht dabei nach Mustern, die mit Blutdruckveränderungen zusammenhängen könnten. Mindestens 15 Nächte mit Daten sind nötig, damit sich eine persönliche Basislinie bildet. Ein Ergebnis erscheint laut Oura nur, wenn das System ein auffälliges Muster erkennt. Das ist etwas anderes als eine direkte Messung: Der Ring zeigt weder systolische noch diastolische Werte in mmHg an. Auch die ergänzende Funktion „Nighttime BP“ liefert keine klassische Blutdruckkurve, sondern ordnet ein, wie sich blutdruckbezogene Muster während des Schlafs verändern. Dazu zählt etwa der natürliche Abfall des Blutdrucks in der Nacht.
Messwerte vom Oberarmgerät lassen sich eintragen
Zusätzlich können Nutzer Blutdruckwerte aus einem herkömmlichen Messgerät manuell in der App speichern oder aus Apple Health beziehungsweise Health Connect übernehmen. Diese Angaben dienen als persönliches Protokoll. Laut Oura fließen sie nicht in die automatischen Blood Pressure Signals oder in Oura-Scores ein. Der Hersteller empfiehlt ein geprüftes Oberarmmessgerät für möglichst verlässliche Werte. Die technische Idee dahinter ist plausibel: PPG-Sensoren erfassen Veränderungen des Blutvolumens im Gewebe, und Forschungsarbeiten untersuchen, wie sich daraus Blutdrucktrends oder der nächtliche Blutdruckabfall ableiten lassen. Das macht die Daten aber nicht automatisch zu einer medizinischen Messung. Oura bezeichnet die Funktion ausdrücklich als Wellness-Angebot. Sie kann weder Bluthochdruck feststellen noch ausschließen und soll keine ärztliche Versorgung ersetzen.
Für den Alltag heißt das: Der Ring kann Anlass geben, genauer hinzusehen oder ein Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt zu führen. Wer seinen Blutdruck tatsächlich kontrollieren muss, braucht weiterhin ein geeignetes Messgerät.

